Corona in Münster
Impfzentrum hat trotz Wintereinbruchs Betrieb aufgenommen

Münster -

Seit Dezember wird in Münster gegen das Coronavirus geimpft. Jetzt hat auch das Impfzentrum in der Halle Münsterland seinen Betrieb aufgenommen. Die (Wetter-)Bedingungen zum Start hätten jedoch besser sein können.

Montag, 08.02.2021, 15:40 Uhr aktualisiert: 10.02.2021, 16:18 Uhr
Corona in Münster: Impfzentrum hat trotz Wintereinbruchs Betrieb aufgenommen
Das Impfzentrum in Münster hat Montag seinen Betrieb aufgenommen. Foto: Stadt Münster

Genau 345 Tage nach der ersten in Münster registrierten Infektion mit dem Coronavirus wurde am Montag das Impfzentrum in Betrieb genommen. Angesichts der nach wie vor ernsten pandemischen Lage und des weiterhin bestehenden Lockdowns gibt es allerdings keine feierliche Eröffnung vor Ort. Stattdessen werden Stadt Münster und Kassenärztliche Vereinigung (KVWL), die die Impfzentrale in der Halle Münsterland gemeinsam betreiben, genau das tun, wonach sich die Bevölkerung seit geraumer Zeit sehnt: Besonders vulnerable Personengruppen mit einer Immunisierung ausstatten, die ihnen eine möglicherweise schwere Covid-19-Erkrankung erspart.

Dass jetzt auch noch Schnee und Eis den Start maximal erschweren, ist für die hier organisatorisch federführende Berufsfeuerwehr Münster aber kein Hinderungsgrund, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung. Vor Ort werde alles für einen möglichst reibungslosen Ablauf der Impfkampagne getan. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien gut vorbereitet.

Impfstart auch bei Schnee und Eis

Wer seinen für diesen Montag gebuchten Impftermin aufgrund der Witterungslage nicht wahrnehmen kann, darf bis zum kommenden Freitag auch an jedem anderen Tag kommen – "allerdings bitte zur ursprünglich verabredeten Uhrzeit", sagt Hendrik Oen von der Kassenärztlichen Vereinigung. Welchen Einfluss die Wetterlage auf die kommenden Tage haben mag, ist laut Stadt noch unklar. "Deshalb sind alle Impfberechtigten aufgefordert, die aktuelle Entwicklung im Auge zu behalten", so Oen.

Trotz des Wintereinbruchs seien alle Beteiligten guter Dinge, dass der bislang so positiv verlaufene Impfprozess schnell und effizient fortgesetzt werden können. Mehr als 6500 Personen in den stationären Pflegeeinrichtungen Münsters sind seit dem 27. Dezember bereits geimpft worden. Dabei handelt es sich um Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch um hiesiges Personal.

Hohe Impfbereitschaft in Münster

Und die Impfbereitschaft ist laut der Mitteilung enorm: Obgleich nicht immer alle impfberechtigten Personen an den jeweiligen Erstimpfterminen aus unterschiedlichen Gründen (so beispielsweise aufgrund einer Erkrankung, terminlicher Überschneidungen etc.) zugegen sein konnten, bestätigt sich die vorab registrierte allgemeine Impfbereitschaft. Ausgedrückt in Zahlen: 88 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner und sogar 86 Prozent der Mitarbeitenden haben sich schon impfen lassen. "Das sind beachtliche und vor allem deutlich höhere Werte als zunächst angenommen", so die Stadt. Die ausstehende Zweitimpfung in noch drei Einrichtungen wird bis Ende Februar abgeschlossen sein.

Dass die Impfbereitschaft auch außerhalb der Pflegeeinrichtungen enorm ist, zeigte sich laut Stadt auch, als die Termine für die über 80-Jährigen freigeschaltet wurden - und es zu langen Wartezeiten am Telefon und einer überlasteten Homepage kam. Die Stadt weist deshalb noch einmal darauf hin, dass Impfwillige, die über die Online-Buchung nur einen Erst-, aber keinen Zweittermin bekommen haben, aufgerufen sind, diesen Ersttermin unbedingt wahrzunehmen. Sie erhalten spätestens vor Ort im Impfzentrum am Tag der Erstimpfung einen Termin für die zweite Injektion. Auch müht sich die KVWL, betroffene Münsteranerinnen und Münsteraner schon vorher zu kontaktieren und Termine vorzuschlagen. Die Bürger müssen nicht selbst aktiv werden, heißt es dazu von Seiten der KVWL.

Impfzentrum ist am ersten Tag "ausgebucht"

Gleich am Eröffnungstag ist das Impfzentrum Münster bereits "ausgebucht", sprich: 180 Personen sollten an diesem Montag ihre Erstimpfung erhalten. Da unklar ist, ob und wie viele Impfberechtigte den Termin nicht wahrnehmen können, sind wie geplant vier Impfstraßen geöffnet und mit erfahrenem Personal besetzt.

Stand jetzt, stellt das Land NRW dem Impfzentrum Münster bis Ende Februar wöchentlich 1230 Dosen des Biontech-Impfstoffs zur Verfügung. Unter Volllast könnten in der umgebauten Messehalle Nord allerdings auch bis zu 2400 Personen ihre Schutzimpfung erhalten – und das täglich. Eine seriöse Einschätzung, ob und wie sich die Liefermengen in den kommenden Wochen noch verändern werden, sei jedoch nicht zu treffen. "Klar aber ist, dass das hiesige Personal im Impfzentrum kurzfristig und bei entsprechend vorhandener Impfstoffmenge aufgestockt wird, damit möglichst schnell möglichst viele Menschen immunisiert werden können", schreibt die Stadt.

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Foto: Stadt Münster

Lewe mahnt mit Blick auf Mutationen

Über 5000 registrierte Infektionen, fast 100 Todesfälle und nun auch noch die Virenmutationen in Münster: Die Hoffnung in dieser Stadt ist berechtigterweise groß, dass der Start des Impfzentrums mit dem Ende einer enorm herausfordernden und hochproblematischen Zeit aus Existenzängsten, Sorge um die Liebsten und sozialer Abschottung einhergehen mag. Oberbürgermeister Markus Lewe bittet und mahnt zugleich: "Trotz des aktuell sinkenden Inzidenzwertes ist es insbesondere im Hinblick auf die Virusmutationen nach wie vor von elementarer Bedeutung, dass jeder von uns seinen Beitrag zur Eindämmung des Virus leistet und wir weiterhin in dieser Krise zusammenstehen."

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