Hilfe für Wohnungslose bei Schnee und Kälte
„Wer einen Schlafplatz sucht, findet einen“

Münster -

Für Wohnungslose kann die momentane Wetterlage lebensgefährlich werden. Aktuell gibt es daher eine Reihe von Angeboten für Männer und Frauen, damit diese nicht im Freien übernachten müssen.

Montag, 08.02.2021, 21:00 Uhr
Für alleinstehende Männer stehen am Albersloher Weg Wohncontainer bereit. Bei diesem von der Bischof-Hermann-Stiftung betreuten Angebot gibt es bis zu 40 Plätze.
Für alleinstehende Männer stehen am Albersloher Weg Wohncontainer bereit. Bei diesem von der Bischof-Hermann-Stiftung betreuten Angebot gibt es bis zu 40 Plätze. Foto: Oliver Werner

Für Wohnungslose können Schnee und eisige Kälte zu einer tödlichen Gefahr werden. Allein in Münster leben zwischen 40 und 50 Männer „auf der Straße“, schätzt Thomas Mühlbauer vom Haus der Wohnungslosenhilfe (HdW) der Bischof-Hermann-Stiftung.

Etwas geringer ist die Zahl wohnungsloser Frauen, um die sich der Sozialdienst katholische Frauen (SkF) kümmert. Die aktuelle Wetterlage treffe die Stadt indes nicht unvorbereitet, betont Mühlbauer: Gleich mehrere Angebote stehen für Menschen, die sonst im Freien leben, bereit.

So halte das HdW, das seine Aufnahmekapazität wegen Corona auf 40 halbieren musste, in seiner Nachtunterkunft HuK (Hilfevermittlung und Kurzzeitübernachtung) an der Friedrich-Ebert-Straße weitere 26 Plätze bereit, die bis mindestens kommende Woche auch tagsüber genutzt werden dürfen.

32 Schlafplätze für wohnungslose Frauen

Weitere 40 Plätze stehen in Wohncontainern am Albersloher Weg zur Verfügung – aktuell ebenfalls nicht nur für Übernachtung, sondern auch tagsüber. „Dort ist zurzeit noch viel Platz“, so Mühlbauer. „Wer einen Schlafplatz sucht, der findet auch einen“, verspricht er. Eine solche Winternothilfe hält auch der SkF vor – mit aktuell 32 Plätzen für wohnungslose Frauen.

Zudem sei das HdW rund um die Uhr geöffnet, betont Mühlbauer. „Es kann also auch mitten in der Nacht jemand kurzfristig bei uns vorbeikommen.“

Gleichwohl gebe es auch in Zeiten wie diesen noch immer Menschen, die im Freien übernachten wollten. Mühlbauer betont, dass Sozialarbeiter Hinweisen auf solche Personen nachgehen und versuchen, diese davon zu überzeugen, einen Platz im Warmen anzunehmen. „Wer Hilfebedürftige sieht, die bei eisigen Temperaturen im Freien übernachten, sollte das melden“, appelliert die Stadt – unter den Nummer  48 45 20 (HdW) und  89 93 60 (SkF).

Auch Oberbürgermeister Markus Lewe bittet die Bevölkerung um Mithilfe: „Für obdachlose Personen in unserer Stadt kann die aktuelle Wetterlage lebensgefährlich werden. Zeigen wir auch heute wieder, dass Münster zusammenhält: Zögern Sie bitte nicht, betroffene Personen auf die bestehenden Hilfsangebote hinzuweisen.“

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