Oberbürgermeister in ZDF-Talkshow
Lewe lobt bei Lanz die Achtsamkeit der Münsteraner

Münster -

Oberbürgermeister Markus Lewe war am späten Dienstagabend bei Markus Lanz in dessen gleichnamiger ZDF-Talkshow zu Gast. Thema: Wie es Münster geschafft hat, bislang so gut durch die Pandemie zu kommen.

Mittwoch, 10.02.2021, 11:30 Uhr aktualisiert: 10.02.2021, 11:46 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe war am Dienstagabend zu Gast bei Markus Lanz.
Oberbürgermeister Markus Lewe war am Dienstagabend zu Gast bei Markus Lanz. Foto: Martin Kalitschke

Warum steht Münster bei der Corona-Inzidenz so gut da? Darüber sprach am späten Dienstagabend ZDF-Moderator Markus Lanz in seiner Talkshow mit Oberbürgermeister Markus Lewe . Der musste sich allerdings eine ganze Zeit gedulden, bis er an der Reihe war. Erst nach 50 Minuten, die sich mit einem gefühlt endlosen Interview mit dem deutschen Segler Boris Herrmann zäh hinzogen, sprach Lanz endlich den Oberbürgermeister an.

„Wie haben Sie das geschafft?“, wollte der Moderator von Lewe wissen – er meinte damit die niedrige Inzidenz von aktuell 21,9, während sie NRW-weit bei 67 liegt. Lewe gab sich vorsichtig, die Situation könne sich auch in Münster schnell wieder verschlechtern, mahnte er mit mit Blick auf mögliche Sorglosigkeit oder gefährliche Mutationen. Seine Einschätzung: Die Münsteraner seien – wie auch bei früheren Krisen in der Stadt – achtsam miteinander und mit der Situation umgegangen. Zudem, so Lewe, habe Münster sehr früh mit einem Krisenstab auf die Pandemie reagiert – im Februar.

„Im Februar?“, fragte Lanz erstaunt zurück. Ja, betonte Lewe – und stellte ausdrücklich Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer ein hervorragendes Zeugnis aus. Der habe den Krisenstab bislang „super“, „hervorragend“ geführt.

Münsteraner haben Maskenpflicht verinnerlicht

Auch einen anderen Punkt betonte Lewe: Dass Münster bei der Maskenpflicht ganz weit vorne war. Sie wurde im Mai erlassen, Münster war die zweite Kommune bundesweit nach Jena. Als er kürzlich einen alten Film gesehen habe, habe er sich gewundert, dass die Menschen keine Masken tragen: „Ich dachte: Was ist das denn?“ So tief, sagte er, hätten viele Menschen in Münster mittlerweile die Maskenpflicht – die von Anfang an auch kontrolliert worden sei – verinnerlicht.

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Der Oberbürgermeister betonte, dass es wichtig sei, in einer Ausnahmesituation ehrlich mit den Menschen umzugehen – und auch eigene Fehler einzugestehen. Geschehe dies nicht, würden dies die Menschen sehr schnell merken.

Kritik an hohen Datenschutzvorgaben

Bürgerschaftliche Verantwortung – wiederholt weist Lewe daraufhin, dass sie ein Geheimnis des bislang so erfolgreichen Umgangs der Stadt mit Corona sei. Zwischendurch zitierte er seine Tochter – sie habe ihm gesagt, in Corona-Zeiten nicht die Behinderten zu vergessen.

Lewe stellte klar, dass die Menschen aktuell „massive Grundrechtseinschränkungen“ erlebten. Kritik übte er an zu hohen Datenschutzvorgaben bei der digitalen Verfolgung von Infektionsketten. Gerade jetzt, so Lewe weiter, müssten den Menschen auch Perspektiven aufgezeigt werden.

Knapp 15 Minuten waren Lewe vergönnt. Zeit genug für den Oberbürgermeister, eine Menge über Münster in Zeiten von Corona unterzubringen. Für „seine“ Bürger war das meiste nicht neu – für alle anderen Zuschauer aber sicher auf jeden Fall erkenntnisreich.

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