Umstrittene Präsenz-Prüfungen der Uni
Klausuren statt Messe-Betrieb in der Halle

Münster -

Die meisten Klausuren nach dem Wintersemester verfassen die Studierenden online vor ihrem Laptop, vor laufender Computer-Kamera. Manche Prüfungen finden aber auch wieder in den Messehalle der Halle Münsterland statt – nicht nur zur Freude der Studierenden.

Montag, 01.03.2021, 07:00 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 08:03 Uhr
Wie schon – wie hier – nach dem Sommersemester 2020, schreiben Studierende in den Messehallen jetzt wieder Klausuren.
Wie schon – wie hier – nach dem Sommersemester 2020, schreiben Studierende in den Messehallen jetzt wieder Klausuren.

Der März ist Prüfungsmonat an der Universität Münster – Klausuren werden zum Abschluss sehr vieler Lehrveranstaltungen geschrieben. Studiert wurde im jetzt vergangnen Wintersemester weitgehend online, und auch die Prüfungen, so die Vorgaben des NRW-Wissenschaftsministeriums und dementsprechend der Uni, sollen möglichst digital stattfinden.

Aber nicht alle Klausuren werden vor dem Laptop, beobachtet von der Kamera des Computers, geschrieben: Studierende naturwissenschaftlicher Fächer schreiben etwa am heutigen Montag die Klausur nach dem Modul „Chemie für Naturwissenschaftler“ – Pflichtprogramm auch etwa für Biologen oder Physiker. Rund 600 Studierende nehmen daran teil – sie findet in der Messehalle der Halle Münsterland statt.

Fast 12.000 Klausuren in der Halle Münsterland

Erstsemester der Biowissenschaften können das schwer nachvollziehen. Sie sorgen sich wegen des Infektionsschutzes – „auch ähnliche Klausuren haben wir schon online geschrieben“, sagt eine Studentin im ersten Semester. Außerdem gehe es bei der Klausur nur ums Bestehen, Zensuren würden nicht gegeben. Die Klausur könnte doch durchaus aufgeschoben werden, so die Studierenden. Sie selbst könnten dies ohne Nachteil tun, betont der Sprecher der Universität, Norbert Robers. Studierende, die wegen der Pandemie zu einer Prüfung nicht antreten wollten oder könnten, könnten einfach am Ende des nächsten Semesters teilnehmen.

Genau 11.690 Klausuren werden in den kommenden Wochen von WWU-Studierenden in den Messehallen geschrieben. Das sei bei einer sechsstelligen Gesamtzahl an Klausuren aber ein „sehr kleiner Teil“, wie Robers hinzufügt. Der den Kurs leitende Lehrende habe „nachvollziehbare Gründe“ für die Präsenz genannt – die aber öffentlich nicht erläutert würden.

Appell: Prüfungen online anbieten

Lehrende, die trotz des dringenden Appells, die Prüfungen im Online-Modus anzubieten, auf Präsenz bestehen, müssen dies beim Rektorat begründen. Diese Begründungen jedoch werden, wie zu hören ist, im Einzelnen nicht überprüft. Norbert Robers geht davon aus, dass Präsenzprüfungen wirklich nur stattfinden, wenn es unumgänglich sei. Niemand wolle für die Entstehung eines Hotspots verantwortlich sein.

Die Messehallen waren auch zum Ende des Sommersemesters 2020 schon einmal von der Universität für Klausuren angemietet worden.

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