Frühjahrsbelebung bleibt bislang aus
Corona bremst Arbeitsmarkt weiter aus

Münster -

Stillstand am Arbeitsmarkt: Kaum Entlassungen, kaum Neueinstellungen und eine unveränderte Arbeitslosenquote in Münster von 5,3 Prozent. Doch das sollte nicht über die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt hinwegtäuschen – denn es gibt sie.

Dienstag, 02.03.2021, 15:30 Uhr
Frühjahrsbelebung bleibt bislang aus: Corona bremst Arbeitsmarkt weiter aus
Die Corona-Pandemie hat starke Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Foto: dpa (Symbolbild)

Im Februar stabilisierte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 77 Personen auf 17 261. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,2 Prozent.

Ähnlich sieht es auf dem Arbeitsmarkt in Münster aus. „Trotz des andauernden Lockdowns blieb die Lage am Arbeitsmarkt in Münster im Februar unverändert“, fasst Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster zusammen. Im Februar verzeichnete die Arbeitsagentur vier Arbeitslose mehr als im Januar. Insgesamt lag die Zahl der Arbeitslosen bei 9161 Personen. Die Arbeitslosenquote blieb auf dem Niveau des Vormonats und lag bei 5,3 Prozent, teilt die Agentur mit.

Corona hat tiefgreifende Auswirkungen

Dass die Arbeitslosigkeit trotz der schwierigen Rahmenbedingungen aktuell nicht weiter gestiegen ist, dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Corona-Pandemie durchaus tiefgreifende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt habe, stellt Fahnemann klar. So waren zuletzt 1396 mehr Männer und Frauen arbeitslos gemeldet als im Februar 2020. Die Arbeitslosenquote stieg im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozentpunkte.

„Die sonst üblicherweise im Februar bereits einsetzende Frühjahrsbelebung ist in diesem Jahr komplett ausgeblieben“, macht Fahnemann deutlich.

Weniger Chancen auf neue Beschäftigung

Stattdessen sei der Arbeitsmarkt fast gänzlich zum Stillstand gekommen: „Es melden sich weniger Menschen neu arbeitslos als in vergleichbaren Monaten. Denn die Entlassungen, die durch die Corona-Pandemie bedingt wurden, sind bereits erfolgt. Gleichzeitig gibt es insgesamt betrachtet auch deutlich weniger Chancen auf eine neue Beschäftigung“, erklärt er und fügt hinzu „Dies führt zu einer wachsenden Langzeitarbeitslosigkeit“.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, also Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind, lag im Februar in Münster bei 3695. Das sind 779 mehr als vor einem Jahr. „Seit Herbst steigt auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen kontinuierlich an“, erläutert Fahnemann.

Erstmals spiegeln sich die Auswirkungen der Pandemie auch in den Beschäftigtenzahlen. So sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Ende März bis Ende Juni 2020 um 1647 Personen. Das entspricht einem Rückgang von knapp einem Prozent. Dass dieser nicht größer ausgefallen ist, sei dem massiven Einsatz von Kurzarbeitergeld zu verdanken.

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