Appell im Wortlaut
Ärzte appellieren: Lassen Sie sich impfen!

Die ehrenamtlich aufklärendenden Ärztinnen und Ärzte am UKM-Impfzentrum appellieren an die Bürger sich impfen zu lassen. Der ganze Appell im Wortlaut.

Mittwoch, 03.03.2021, 09:18 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 09:22 Uhr
Appell im Wortlaut: Ärzte appellieren: Lassen Sie sich impfen!
Geringere Wirksamkeit? Gefährliche Impfreaktionen? Ärztinnen und Ärzte des UKM-Impfzentrums äußern sich zu kursierenden Sorgen bezüglich der Corona-Schutzimpfung. Foto: dpa (Symbolbild)

Obwohl wirksame Schutzimpfungen zur Bekämpfung der Pandemie der zentrale Schlüssel sind, werden leider die Impfungen noch ungenügend angenommen. Warum? Ein Grund ist sicher die ohne ausreichende Begleitkommentare veröffentlichte Feststellung, dass die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna wesentlich wirksamer seien als der Vektor-Impfstoff von Astrazeneca.

Für die Krankheitsverläufe, gegen die man sich hauptsächlich schützen will, also Klinikaufnahme, Intensivtherapie und Tod, sind alle drei derzeit zugelassenen Impfstoffe hochwirksam mit bis zu 95 Prozent Schutz. Nach neuesten Daten aus Schottland ging die Anzahl schwerer Verläufe mit Intensivaufnahme und die Todesrate steil nach unten. Besonders erstaunlich war, dass dieser positive Effekt schon nach der ersten Impfdosis sichtbar wurde. Diese Wirksamkeit gegen schwere Verläufe war bei den getesteten Impfstoffen – mRNA-Impfstoff von Bion­tech/Pfizer und Vektor-Impfstoff von Astrazeneca – gleich hoch!

Ein anderer Grund bestehender Sorgen liegt in der Befürchtung von schweren Impfreaktionen und bisher nicht bekannten Langzeitkomplikationen. Vorübergehende Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber und grippeähnliche Symptome sind häufige Begleiterscheinungen aller Corona-Impfstoffe. Sie sind Ausdruck der angestrebten Immun-Antwort. Unter mehr als 20 Millionen Geimpften in Großbritannien gab es keine (!) schwerwiegenden Impfkomplikationen.

Nach den bisherigen Studienergebnissen sind alle drei in Deutschland zugelassenen Impfstoffe, also auch der von Astrazeneca, hochwirksam gegen die britische Mutante B 1.1.7., die sich durch höhere Infektiosität auszeichnet.

Als Fazit kann festgehalten werden: Alle drei Impfstoffe sind sicher und bieten einen wirksamen Schutz vor Ansteckung und Erkrankung. So ist auch die Ankündigung der „Ständigen Impf-Kommission“ Stiko zu sehen, die bisherige Altersgrenze von 65 Jahren für den Einsatz des Astrazeneca-Impf­stoffes aufzuheben. Dies ist für Millionen Menschen hierzulande eine hervorragende Nachricht.

Führende Mediziner sind sich einig: Jeder Impfstoff ist besser als keiner oder abzuwarten. Es steht zu hoffen, dass alle die Vergabe eines Impftermins als das betrachten, was es ist: ein enormer Vorteil, den es zu nutzen gilt!

Nicht akzeptabel ist es, einen zugeteilten Impf­termin ohne Absage nicht wahrzunehmen. Dies führt unter Umständen zum Verlust der bereitgestellten Impfdosis, eines sehr wertvollen Gutes, mit dem andere Menschen nachhaltig geschützt werden könnten. Wer immer einen Impf­termin hat, möge ihn bitte wahrnehmen; wer das nicht kann, möge ihn rechtzeitig absagen, damit der für ihn bereitgestellte Impfstoff nicht verfällt, sondern für jemand anderen zur Verfügung steht. Jede Dosis wird gebraucht!

Daher unser Aufruf:

Lassen Sie sich impfen!

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