Stadtwerke verärgert über Todeskino
Parkhausbetreiber will wegen Corona weniger Geld abführen

Münster -

Es knirscht im Gebälk: Münster Parkhausbetreiber WBI will weniger Geld an die Muttergesellschaft abführen, als eigentlich gedacht. Die WBI-Gesellschafter und Aufsichtsräte fühlen sich überrumpelt.

Donnerstag, 04.03.2021, 10:00 Uhr
Stadtwerke verärgert über Todeskino: Parkhausbetreiber will wegen Corona weniger Geld abführen
Laut WBI-Chef Peter Todeskino habe man coronabedingt nur etwa 24 Prozent des Vorjahresumsatzes erwirtschaftet. Foto: Oliver Werner

Eigentlich wollte der Aufsichtsrat des städtischen Parkhausbetreibers Westfälische Bauindustrie (WBI) an diesem Donnerstag im zweiten Anlauf den Wirtschaftsplan für das Jahr 2021 beschließen. Doch daraus wird erneut nichts. WBI-Chef Peter Todeskino, im zurückliegenden Kommunalwahlkampf Oberbürgermeisterkandidat der Grünen, hat die Sondersitzung kurzfristig abgesagt.

Es knirscht im Gebälk, weil die WBI infolge der Corona-Krise und geringerer Auslastung ihrer Parkhäuser nun deutlich weniger Geld an ihren Hauptgesellschafter, die Stadtwerke Münster, überweisen will.

Es geht um 1,1 Millionen Euro

Es geht nach Informationen unserer Zeitung um mindestens 1,1 Millionen Euro, die Todeskino nicht an die Muttergesellschaft zahlen möchte. Weil dieser Vorgang aber dem Vernehmen nach mit der Stadtwerke-Geschäftsführung und der Stadt-Kämmerin nicht wirklich abgestimmt war, kam es schon bei der Aufsichtsratssitzung Mitte Februar zum großen Knall und vielen verärgerten Gesichtern, wie zu hören ist. Dass eine Tochtergesellschaft quasi an den Gremien vorbei die Gewinnausschüttung eigenmächtig kürze, sei ein inakzeptabler Vorgang, heißt es in Rathaus-Kreisen. Der Aufsichtsrat jedenfalls beauftragte den WBI-Chef, einen überarbeiteten Wirtschaftsplan vorzulegen. Dazu kommt es aber vorerst nicht.

„Die Beteiligten arbeiten aktuell daran, ihre wirtschaftlichen Erwartungen in Übereinstimmung zu bringen“, begründete Todeskino gegenüber den Aufsichtsräten die Absage der in dieser Woche geplanten Sondersitzung. „Eine überarbeitete Wirtschaftsplanung, „die diesem Auftrag gerecht wird“, könne deshalb noch nicht vorgelegt werden.

Erhebliche Einbrüche bei Kurzzeitparkern

Zum Vorgang selbst will sich der WBI-Chef nicht weiter äußern: „Das ist Sache des Aufsichtsrats.“ Allerdings verweist er darauf, dass es coronabedingt erhebliche Einbrüche bei den Kurzzeitparkern gegeben habe. Auch in den ersten beiden Monaten dieses Jahres habe man nur etwa 24 Prozent des Vorjahresumsatzes erwirtschaftet.

Die WBI ist eine 99-prozentige Tochter der münsterischen Stadtwerke und soll knapp drei Millionen Euro für das Jahr 2020 an die Muttergesellschaft zahlen. Letztere wiederum überweist 6,5 Millionen Euro an den städtischen Haushalt.

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