Störanfälliges Windrad Loevelingloh geht vorerst vom Netz
Stadtwerke ziehen die Reißleine

Münster -

Die Stadtwerke Münster stellen den Betrieb der Windenergieanlage Loevelingloh vorerst ein. Man habe nach wiederholten technischen Defekten das Vertrauen in den Hersteller verloren, betont das Unternehmen.

Freitag, 05.03.2021, 17:15 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 17:20 Uhr
Die Stadtwerke stellen den Betrieb der Windenergieanlage Loevelingloh vorerst ein.
Die Stadtwerke stellen den Betrieb der Windenergieanlage Loevelingloh vorerst ein. Foto: Oliver Werner

Glaubt man der Anwohnerin Anja Hollenhorst, so hat es in den vergangenen 18 Monaten über 70 Arbeits- und Reparatureinsätze am Windrad Loevelingloh gegeben. Jetzt ziehen die Stadtwerke als Betreiberin die Reißleine. In einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung heißt es: „Die Stadtwerke Münster haben sich entschieden, den Betrieb der 2017 errichteten Windenergieanlage Loevelingloh im Süden Münsters vorerst einzustellen.“

Millionenforderungen dürften im Raum stehen

Sehr deutliche Kritik übt Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk in der Pressemitteilung: „Verursacht durch die anhaltenden technischen Probleme mit der Anlage haben wir massiv das Vertrauen in General Electric als Hersteller verloren. Bis GE uns tragfähige, vertrauenswürdige Lösungen unterbreitet, betreiben wir die Anlage nicht weiter.“

Ob es auf einen Rechtsstreit hinausläuft, dazu wollte die Stadtwerke-Pressesprecherin Lisa Schmees nichts sagen. Nur so viel: „Die Gespräche sind nicht mehr so freundlich.“ Im Raum dürften Millionenforderungen stehen.

Eine Stellungnahme des Herstellers, dessen Produktionsstätte sich in Salzbergen befindet, war am Freitag nicht erhalten.

Anwohner „erfreut“

Kai Westerholt, Anwohner und Kritiker des Windrades, zeigte sich erfreut über die Entwicklung. Von Anfang an hätten Anwohner auf Mängel hingewiesen, seien aber von „Stadtwerken und Bezirksregierung als Querulanten abgestempelt“ worden. Das jetzige Einlenken der Stadtwerke sei das Ergebnis einer „erdrückenden Beweislast“, die man nicht länger habe ignorieren können.

Die Bezirksregierung Münster als Genehmigungsbehörde wurde nicht zuletzt wegen der vielen Beschwerden immer wieder auf den Plan gerufen. Wiederholt und auch über längere Zeiträume musste die Anlage abgestellt werden, weil Lärmgrenzwerte überschritten oder Störgeräusche nicht abgestellt werden konnten.

General Electric baute sogenannte Schwingungstilger ein, ohne dass sie den erhofften Erfolg brachten. Auch gab es Probleme mit der automatischen Abschaltung bei Schlagschatten.

Geschäftsführer Jurczyk machte unterdessen seinem Ärger Luft: „Wir möchten mit diesem Schritt deutlich machen: Unser Anspruch ist ein höherer, als GE ihn liefert und wir ziehen jetzt einen vorläufigen Schlussstrich unter die sehr unbefriedigende Situation für Bezirksregierung, Anwohner und nicht zuletzt auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Kommentar

 

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7851267?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker