Förderpreisausstellung der Kunstakademie in der Kunsthalle
Still und stumm stehen sie rum

Münster -

Förderpreise sind immer eine Hoffnung auf Zukunft. In der Kunsthalle zeigen 13 Studierende Kunstakademie ihres künstlerischen Perspektiven, drei von ihnen wurden ausgezeichnet. Und die Ausstellung wurde bis Mitte April verlängert, um die Wahrscheinlichkeit einer Öffnung der Ausstellung zu erhöhen. Förderpreise sind eine Hoffnung auf Zukunft.

Freitag, 05.03.2021, 22:27 Uhr aktualisiert: 09.03.2021, 10:20 Uhr
Ob Yasin Wörheides „Quell“ ein mystischer Ort, ein bizarrer Ort oder ein Quell der Freude ist, muss der Betrachter entscheiden.
Ob Yasin Wörheides „Quell“ ein mystischer Ort, ein bizarrer Ort oder ein Quell der Freude ist, muss der Betrachter entscheiden. Foto: kok

 Soll man lachen oder weinen, sich fürchten oder sorglos sein? Befremdliche Gefühle in einer Zeit der Unsicherheit: Banalitäten wie Händewaschen werden zur Staatsraison, Selbstverständlichkeiten wie Nähe zum Gesundheitsrisiko. Und Yasin Wörheide veranstaltet ein urinales Gruppentreffen unter bunten Partylichtern – immerhin scheinen alle aus einen Haushalt zu kommen: Stonehenge.

Yasin Wörheide, Tuğba Durukan und Aduni Ogunsan sind die drei Preisträger der 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster. Die Kunsthalle zeigt die Arbeiten von 13 Studierenden, die die Probleme der Welt nicht mit dem Holzhammer angehen, sondern mit feiner Nadel und scharfem Blick Phänomene der Zeit erforschen, anschaulich machen. Und einfach schöne Dinge gibt es zudem . . .

Wie die Malerei von Tuğba Durukan, die dabei zugleich tief in multikulturelle Pro­bleme, ja die prinzipielle Unmöglichkeit menschlicher Kommunikation einsteigt. Ihr Thema: Übersetzungen – am Beispiel des Koran. Flecken auf Linien – wer jetzt nicht Arabisch kann, sieht Notenlinien und Notationen irgendwie zwischen Gregorianik und Neuer Musik. Auch Flecken an verschiedenen Säulen können in Durukans Kontext nun als Zeichen verstanden werden. Aber welche Sprache zeigen sie? Zeichen als Sprachsystem, Sprache als Zeichensystem. In Wahrheit letztlich unübersetzbar. Vor dem Geheimnis der Sprache bleibt am Ende nur eines: Respekt.

Kunsthalle zeigt junge ausgezeichnete Kunst

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Tugba Durukan

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Tugba Durukan

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Tugba Durukan

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Tugba Durukan

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Tugba Durukan

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Tugba Durukan

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Tugba Durukan

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Tugba Durukan

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträger Yasin Wörheide "Quell"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträger Yasin Wörheide "Quell"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträger Yasin Wörheide "Quell"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Aduni Ogunsan mit "Home", "Tanzen im Sommer", "Sonntag“ und "Battle Scars"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Aduni Ogunsan mit "Battle Scars"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Aduni Ogunsan mit "Sonntag“

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Aduni Ogunsan mit "Tanzen im Sommer"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Preisträgerin Aduni Ogunsan mit "Home"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Peter Lepp " wasch dich rein " Installation

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Peter Lepp " wasch dich rein " Installation

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Peter Lepp " wasch dich rein " Installation

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: hier: Peter Lepp " wasch dich rein " Installation

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Peter Lepp " wasch dich rein " Installation

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Peter Lepp " wasch dich rein " Installation

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Peter Lepp " wasch dich rein " Installation

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Peter Lepp " wasch dich rein " Installation

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Peter Lepp " wasch dich rein " Installation

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Charlotte Hilbolt

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Charlotte Hilbolt (Ausschnitt)

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Charlotte Hilbolt (Ausschnitt)

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Charlotte Hilbolt

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Charlotte Hilbolt (Ausschnitt)

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Charlotte Hilbolt (Ausschnitt)

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Charlotte Hilbolt (Ausschnitt)

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Charlotte Hilbolt

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Robin Bolt "Frame"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: hier: Robin Bolt "Frame"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Robin Bolt "Frame"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Nette Pieters Arbeiten zu Black Rock

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Nette Pieters Arbeiten zu Black Rock

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Nette Pieters Arbeiten zu Black Rock

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus Video "Getting Ready"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus Video "Getting Ready"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus Video "Getting Ready"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus Video "Getting Ready"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus Video "Getting Ready"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus Video "Getting Ready"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus Video "Getting Ready"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus Video "Getting Ready"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus "Vermeide 10"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus "Vermeide 10"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Kerstin Hochhaus "Vermeide 10"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Johanna Knoblauch "Die Schwangere" "Hundis" "Schäubli" "Cremated Palette" "Denkmal"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Johanna Knoblauch "Die Schwangere"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Johanna Knoblauch "Schäubli"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Johanna Knoblauch "Cremated Palette"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Johanna Knoblauch "Hundis"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Johanna Knoblauch "Hundis"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Johanna Knoblauch "Denkmal"

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  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Meike Schulze Hobeling "Vasen II"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Meike Schulze Hobeling "Vasen II"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Meike Schulze Hobeling "Vasen II"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Meike Schulze Hobeling GAG251 ! GAG251 II

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Meike Schulze Hobeling „Jaunt“ 3D-Druck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Meike Schulze Hobeling „Jaunt“ 3D-Druck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Meike Schulze Hobeling „Jaunt“ 3D-Druck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Meike Schulze Hobeling „Jaunt“ 3D-Druck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Maho Khutsishvili "Schein"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Maho Khutsishvili "Schein"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Maho Khutsishvili "Schein"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Maho Khutsishvili "Schein"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Videoobjekt und Häkelarbeit Mila Stoytcheva " Tittchentopflappen"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Videoobjekt und Häkelarbeit Mila Stoytcheva " Tittchentopflappen"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Videoobjekt und Häkelarbeit Mila Stoytcheva " Tittchentopflappen"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Videoobjekt und Häkelarbeit Mila Stoytcheva " Tittchentopflappen"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Videoobjekt und Häkelarbeit Mila Stoytcheva " Tittchentopflappen"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Videoobjekt und Häkelarbeit Mila Stoytcheva " Tittchentopflappen"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Videoobjekt und Häkelarbeit Mila Stoytcheva " Tittchentopflappen"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Videoobjekt und Häkelarbeit Mila Stoytcheva " Tittchentopflappen"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Videoobjekt und Häkelarbeit Mila Stoytcheva " Tittchentopflappen"

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Video "sexy" Petra Bresser

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Video "sexy" Petra Bresser

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Video "sexy" Petra Bresser

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Video "sexy" Petra Bresser

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Video "sexy" Petra Bresser

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Video "sexy" Petra Bresser

    Foto: Gerhard H. Kock
  • 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster - hier: Video "sexy" Petra Bresser

    Foto: Gerhard H. Kock

Aduni Ogunsan überzeugte die Jury durch ihre „Auseinandersetzung mit afrodiasporischer Identität und ihre tiefgründige, kontrastreiche Symbolik“. Die vier Bilder in der Ausstellung zeigen Alltagssituationen, die dies kaum vermitteln, es sei denn, man begreift einen weißen Hund, der einem vor dem Kühlschrank sitzenden Jungen mit dunkler Haut die Pizza neidet, als Metapher.

Yasin Wörheide stellt eine Handvoll grobe Styropor-Moai zu einem mystisch magischen Kreis auf und beleuchtet sie farbig. Der Titel „Quell“ konterkariert die Urinale als Auffangbecken. Vielleicht stehen die Fünf deshalb etwas bedröppelt da. Vielleicht ist aber auch das englische Verb „quell“ gemeint, das „unterdrücken“ bedeutet und damit eine Wasser-Not beschreibt – „eau de toilette“ spezial.

Mit Robin Bolt darf der Besucher, wenn er wieder darf, in „Frame“ Berührung erfahren – umschlossen von zartestem Kunststoff. Bei Petra Bresser geht es auch um Berührung, allerdings um bezahlte. In ihrem Video „Sexy“ sind Interview-Antworten von Sexarbeiterinnen zu hören, aber gesprochen von Schauspielern: Männern, Frauen, Alten, Jungen. Dadurch erhalten die Aussagen aus der Tabuzone eine Nüchternheit, die dem Zuhörer verständige Nähe erleichtert.

Charlotte Hilbolt zeigt Malerei: deren Prozesse, deren Dichte und Transparenz. Kerstin Hochhaus heiratet – als Mann und als Frau, legt über das Hochzeitskleid den Frack an, schneidert aus Satin ein Kleid mit Werbeseiten von Hochzeitsausstattern. Bei Maho Khutsishvili kann man sich für zwei Euro einen Heiligenschein auf Zeit verpassen lassen.

Johanna Knoblauch befragt unser Verhältnis zum Tod: Ist ein Tinderprofil über dem Holocaustdenkmal erlaubt („Yolocaust“)? Darf Gevatter Tod Wolfgang Schäuble umarmen? Peter Lepp mischt westliche und östliche Rituale wie Waschen oder Teetrinken, legt das kulturübergreifende intensive leibliche Erlebnis frei. Nette Pieters beschäftigt sich akribisch mit Black Rock und setzt ihre Erkenntnisse über die wohl mächtigste Investmentgesellschaft der Welt zumeist auf der Leinwand um. Meike Schulze Hobeling ist eine vielschichtige Bildhauerin. Mal nimmt sie Glasvasen und verbindet sie mit Gafferband zu einer Bodenskulptur, mal verschmilzt sie im Ofen Teller so präzise, dass sie wie locker gestapelt wirken, mal verführt sie einen Drucker zur Spritztour, „Jaunt“ heißt nämlich ihr Objekt, das aus einem 3D-Drucker kommt und wie ein Feen-Palast wirkt. Mila Stoytcheva stellt zwei Häkelobjekte aus, die sie „Tittchentopflappen“ nennt, und mit denen sie in einem Trödelladen-Schaufenster mal ungelenk, mal akrobatisch herumhantiert – eine irritierende Selbstinszenierung.

Die Kunsthalle Münster ist ab dem 8. März 2021 wieder für Besucher:innen zugänglich. Voraussetzung ist eine Terminvereinbarung im Vorfeld, diese ist dienstags bis sonntags zwischen 12 und 18 Uhr telefonisch unter 0251 6744675 möglich sowie unter Kunsthalle@stadt-muenster.de . Die Daten der Besucher:innen werden erfasst und für vier Wochen gespeichert. In den Räumen der Kunsthalle ist das Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung notwendig.

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