Corona-Pandemie
Weitere Corona-Infektionen im Stadtteil Coerde bestätigt

Münster -

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Münster am Wochenende deutlich angestiegen. Ein Grund dafür ist der größere Corona-Ausbruch in Coerde. Auch an zahlreichen Schulen gibt es neue Fälle.

Montag, 08.03.2021, 14:55 Uhr aktualisiert: 09.03.2021, 14:11 Uhr
Corona-Pandemie: Weitere Corona-Infektionen im Stadtteil Coerde bestätigt
In Coerde hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Noch immer werden weitere Infektionen bekannt. Foto: Oliver Werner

Nach dem Ausbruch eines größeren Infektions-Geschehens im Stadtteil Coerde sind auch über das Wochenende weitere Infektionen unter den Kontaktpersonen nachgewiesen worden. Mittlerweile sind laut einer Mitteilung der Stadt vier Großfamilien betroffen, die Streuung erfolgte offenbar in mehrere Schulen und Kitas. Die Nachverfolgung habe ergeben, dass 48 Infektionsfälle in Coerde in Verbindung gebracht werden können, hinzu kommen 56 Kontaktpersonen der Kategorie 1. Die Stadt teilt zudem mit: "Mehr als drei Viertel aller Kontaktpersonen und über 40 Prozent aller Infizierten sind Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren."

Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs, sieht die Entwicklung und den damit steigenden Inzidenzwert mit Sorge: "Die schnelle Ausbreitungsgeschwindigkeit der Infektionen lässt sich teilweise durch den Nachweis der britischen Virusvariante erklären. Leider wurden auch mehrfach Quarantäneverstöße und die Nichteinhaltung der AHA-Regeln im betroffenen Umfeld registriert. Daher meine Aufforderung, durch Regeltreue schnell wieder in eine bessere Lage zu kommen. Der Kommunale Ordnungsdienst wird dies schwerpunktmäßig in Coerde kontrollieren."

Inzidenz auf 45,7 gestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Münster am Wochenende deutlich angestiegen. Sie liegt nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit bei 45,7 (+5,7 im Vergleich zum Vortag). Am Freitag hatte die Inzidenz noch bei 34,9 gelegen.

Neben der Melanchthon- und der Papst-Johannes-Schule gebe es weitere Infektionsfälle am Schiller- und Annette-Gymnasium, der Primusschule, Norbert-Grundschule, Margaretenschule, Hauptschule und Realschule Hiltrup. Die entsprechenden Quarantänemaßnahmen wurden eingeleitet und die Kontakte werden nachverfolgt. Schulen und Gesundheitsamt bearbeiten die Fälle nach Angaben der Stadt in enger Zusammenarbeit. Darunter falle unter anderem die Testung aller Kontaktpersonen auch der Kategorie 2 der Melanchthonschule und die Testung aller Schülerinnen und Schüler der Papst-Johannes-Schule. 

224 Corona-Infizierte in Münster

In Münster sind aktuell 224 Bürgerinnen und Bürger nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das sind genauso viele wie auch schon am Freitag: Denn: Das Gesundheitsamt hat am Wochenende zwar 50 Neuinfektionen aber auch 50 Gesundmeldungen registriert. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Wochentage:

  • Samstag (6. März): 18 Neuinfektionen und 16 Gesundmeldungen,
  • Sonntag (7. März): 27 Neuinfektionen und 15 Gesundmeldungen,
  • Montag (8. März): fünf Neuinfektionen und 19 Gesundmeldungen.

Insgesamt hat es damit seit Beginn der Pandemie nun 5614 labordiagnostisch bestätigte Corona-Fälle im Stadtgebiet gegeben. Davon sind 5289 Menschen wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle blieb unverändert: 101 Münsteranerinnen und Münsteraner sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Fast 25.000 Münsteraner geimpft

In den münsterischen Krankenhäusern werden nach Angaben der Stadt derzeit 21 Corona-Patienten behandelt, vier davon intensivmedizinisch. Zwei Covid-19-Patienten müssen künstlich beamtet werden.

Mit Stand Montagmorgen sind laut Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) bereits 24.595 Menschen in Münster gegen eine schwere Covid-Erkrankung mindestens erstgeimpft – davon rund die Hälfte über das Impfzentrum und mehr als 8.000 Personen durch die Mobilen Teams.
Für die priorisierte Gruppe der Über-80-Jährigen, die mit dem Impfstoff Biontech geimpft werden, gibt es laut Stadt zwischen dem 15. und 28. März noch freie Termine im Impfzentrum. Diese sind über das KVWL-Portal und die KVWL-Hotline buchbar.

Corona-Regeln: Diese Bestimmungen gelten ab Montag (8.3.) in NRW

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  • Es wird ein bisschen lockerer in NRW. Das Land setzt die jüngsten Corona-Beschlüsse der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Merkel praktisch eins zu eins um: Die Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen wird zunächst bis zum 28. März 2021 verlängert. Ein Überblick über die neuen Regeln →

    Foto: dpa
  • KONTAKTE: 

    Treffen im öffentlichen Raum sind wieder mit höchstens fünf Personen aus zwei Hausständen möglich. Kinder bis einschließlich 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt. Paare gelten - unabhängig von den Wohnverhältnissen - als ein Hausstand.

    Foto: dpa
  • EINZELHANDEL: 

    Der gesamte Einzelhandel darf wieder öffnen, rein kommen die Kunden aber nur mit Termin und für eine begrenzte Zeit. Die Anzahl der Kunden ist auf einen pro 40 Quadratmeter begrenzt. Schreibwarengeschäfte, Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte dürfen laut Ministerium ohne Termin öffnen und bei kleineren Läden einen Kunden pro 10 Quadratmeter rein lassen. Wie es für Regionen mit besonders niedriger Sieben-Tage-Inzidenz weiter geht, etwa Münster, bleibt offen. Die Landesregierung prüfe, inwieweit „unter Berücksichtigung der Situation in den umliegenden Regionen zusätzliche Öffnungen vorgenommen werden können“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung.

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  • SPORT: 

    Im Freien dürfen nun höchstens fünf Personen aus zwei verschiedenen Hausständen gemeinsam Sport ausüben. Auch Gruppen von höchstens 20 Kindern (bis einschließlich 14 Jahren) mit bis zu 2 Ausbildungs- oder Aufsichtspersonen sind erlaubt.

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  • MUSEEN, BURGEN UND ZOOS: 

    Museen, Galerien, Schlösser und Zoos dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Die Besucher müssen vorher einen Termin ausmachen und in geschlossenen Räumen eine medizinische Maske tragen. Zudem darf sich drinnen nur eine Person pro 20 Quadratmeter aufhalten.

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  • KOSMETIK UND CO.:

    Sogenannte körpernahe Dienstleistungen sind in NRW ab Montag grundsätzlich wieder zulässig. Wenn die Kundin oder der Kunde dabei keine medizinische Maske tragen kann - zum Beispiel bei Gesichtskosmetik - ist laut Gesundheitsministerium „ein tagesaktuelles negatives Testergebnis“ notwendig.

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  • MUSIKUNTERRICHT: 

    Der musikalische und künstlerische Unterricht in Präsenz ist für Gruppen von höchstens fünf Schülerinnen und Schülern wieder erlaubt. Inwieweit es weitere Lockerungen für Regionen mit besonders niedriger Inzidenz geben könnte, steht noch nicht fest. Die Landesregierung prüfe noch, „inwieweit für Kreise und kreisfreie Städte mit einem nachhaltig geringeren Infektionsgeschehen unter Berücksichtigung der Situation in den umliegenden Regionen zusätzliche Öffnungen vorgenommen werden können“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung.

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