Nach Autokorso-Demo von Gegnern der Corona-Maßnahmen
Polizei stellt Strafanzeige wegen Bedrohung

Münster -

Die Autokorso-Demo von Gegnern der Corona-Maßnahmen am Sonntag hat ein Nachspiel: Die Polizei stellte Strafanzeige wegen Bedrohung gegen einen Teilnehmer der Versammlung. Unterdessen wurde Kritik am Vorgehen der Polizei laut – befeuert durch eine Videosequenz.

Montag, 08.03.2021, 19:30 Uhr
Gegendemonstranten mit Fahrrädern haben am Sonntag mehrfach versucht, einen Autokorso von Gegnern der Corona-Maßnahmen zu blockieren. Dabei kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Gegendemonstranten mit Fahrrädern haben am Sonntag mehrfach versucht, einen Autokorso von Gegnern der Corona-Maßnahmen zu blockieren. Dabei kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Foto: klm

Ein Videoschnipsel hat am Tag nach der Autokorso-Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen für Aufsehen gesorgt. In der sechs­sekündigen Sequenz ist zu sehen, wie ein Motorradpolizist am Theater einen Gegendemonstranten, der sein Fahrrad rückwärts in dessen Weg schiebt, wegdrückt, sodass dieser hinfällt.

Mehrere Personen und linke Gruppierungen warfen der Polizei im Internet wegen dieser, aber auch anderer Vorfälle ein unverhältnismäßig hartes Eingreifen vor. Die Polizei habe den Gegenprotest gewaltvoll kriminalisiert, schrieb etwa die linksradikale Gruppe Eklat Münster auf Twitter.

Handeln des Beamten wird geprüft

Die Polizei kündigte an, die Einsatzsituation, die auszugsweise in dem Video zu sehen ist, und das Handeln des Beamten zu prüfen und zu bewerten, wie Jan Schabacker, Leiter der Pressestelle der Polizei Münster, auf Anfrage mitteilte. Schabacker wies darauf hin, dass die Videosequenz im Kontext betrachtet werden müsse.

Weil nach Polizeiangaben rund 80 Gegendemonstranten – die Gegendemonstration war nicht angemeldet – den wiederum angemeldeten Autokorso mehrfach blockiert hatten, habe man „einfache körperliche Gewalt“ anwenden müssen, um das Recht auf Versammlungsfreiheit zu gewährleisten, so Schabacker. Anzeigen gegen die Polizei lägen nicht vor.

Teilnehmer drohte, Waffe zu holen

Die Polizei wiederum hat Anzeige gestellt. Und zwar gegen einen Autokorso-Teilnehmer, der damit gedroht haben soll, eine Waffe holen zu können.

Bereits vor Ort hatten Polizisten das Auto des Mannes nach Waffen durchsucht und seine Personalien aufgenommen. Ob die Polizei weitere Maßnahmen gegen den Mann in die Wege leiten werde, hänge von den Ermittlungen ab, so Schabacker.

Corona-Regeln: Diese Bestimmungen gelten ab Montag (8.3.) in NRW

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  • Es wird ein bisschen lockerer in NRW. Das Land setzt die jüngsten Corona-Beschlüsse der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Merkel praktisch eins zu eins um: Die Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen wird zunächst bis zum 28. März 2021 verlängert. Ein Überblick über die neuen Regeln →

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  • KONTAKTE: 

    Treffen im öffentlichen Raum sind wieder mit höchstens fünf Personen aus zwei Hausständen möglich. Kinder bis einschließlich 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt. Paare gelten - unabhängig von den Wohnverhältnissen - als ein Hausstand.

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  • EINZELHANDEL: 

    Der gesamte Einzelhandel darf wieder öffnen, rein kommen die Kunden aber nur mit Termin und für eine begrenzte Zeit. Die Anzahl der Kunden ist auf einen pro 40 Quadratmeter begrenzt. Schreibwarengeschäfte, Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte dürfen laut Ministerium ohne Termin öffnen und bei kleineren Läden einen Kunden pro 10 Quadratmeter rein lassen. Wie es für Regionen mit besonders niedriger Sieben-Tage-Inzidenz weiter geht, etwa Münster, bleibt offen. Die Landesregierung prüfe, inwieweit „unter Berücksichtigung der Situation in den umliegenden Regionen zusätzliche Öffnungen vorgenommen werden können“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung.

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  • SPORT: 

    Im Freien dürfen nun höchstens fünf Personen aus zwei verschiedenen Hausständen gemeinsam Sport ausüben. Auch Gruppen von höchstens 20 Kindern (bis einschließlich 14 Jahren) mit bis zu 2 Ausbildungs- oder Aufsichtspersonen sind erlaubt.

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  • MUSEEN, BURGEN UND ZOOS: 

    Museen, Galerien, Schlösser und Zoos dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Die Besucher müssen vorher einen Termin ausmachen und in geschlossenen Räumen eine medizinische Maske tragen. Zudem darf sich drinnen nur eine Person pro 20 Quadratmeter aufhalten.

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  • KOSMETIK UND CO.:

    Sogenannte körpernahe Dienstleistungen sind in NRW ab Montag grundsätzlich wieder zulässig. Wenn die Kundin oder der Kunde dabei keine medizinische Maske tragen kann - zum Beispiel bei Gesichtskosmetik - ist laut Gesundheitsministerium „ein tagesaktuelles negatives Testergebnis“ notwendig.

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  • MUSIKUNTERRICHT: 

    Der musikalische und künstlerische Unterricht in Präsenz ist für Gruppen von höchstens fünf Schülerinnen und Schülern wieder erlaubt. Inwieweit es weitere Lockerungen für Regionen mit besonders niedriger Inzidenz geben könnte, steht noch nicht fest. Die Landesregierung prüfe noch, „inwieweit für Kreise und kreisfreie Städte mit einem nachhaltig geringeren Infektionsgeschehen unter Berücksichtigung der Situation in den umliegenden Regionen zusätzliche Öffnungen vorgenommen werden können“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung.

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