Corona-Schutz
Weitere Methode für die Wiederverwendung von FFP2-Masken

Münster -

FFP2-Masken sind zum ständigen Begleiter geworden. Forscher der Uni haben bereits Wege gefunden, die es ermöglichen, die Masken mehrfach zu nutzen. Jetzt wurde sogar noch eine dritte Möglichkeit entdeckt.

Donnerstag, 11.03.2021, 17:30 Uhr
Corona-Schutz: Weitere Methode für die Wiederverwendung von FFP2-Masken
FFP2-Masken können im Privatbereich mehrfach verwendet werden. Foto: dpa (Symbolbild)

Innerhalb kurzer Zeit hat sich die FFP2-Maske im Privatgebrauch etabliert. Wie viele Bürgerinnen und Bürger die FFP2-Maske nach einmaliger Benutzung entsorgen oder mehrfach verwenden, ist zwar nicht bekannt. Doch die Resonanz auf die  Infobroschüre zu den Möglichkeiten und Grenzen der Wiederverwendung von FFP2-Masken , die Forscher der Fachhochschule (FH) Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) im Januar herausgegeben hatten, zeigt ein großes Interesse der Bürger an diesem Thema. Jetzt hat das Team laut einer Pressemitteilung der FH eine weitere Methode zur Wiederverwendung entwickelt.

Masken im Gefrierbeutel kochen

„Gegenstand unseres Projektes sind Methoden zur Wiederverwendung von FFP2-Masken, die in den meisten Haushalten realisierbar sind“, erläutert Krankenhausexperte Prof. Dr. Christopher Niehues von der FH Münster. Dabei sind mögliche SARS-CoV-2-Erreger auf und in Masken zu eliminieren und Materialschäden zu vermeiden. Neben den bereits veröffentlichten Methoden „Sieben Tage trocknen bei Zimmertemperatur“ und „Behandlung mit 80 Grad Celsius im Backofen“ konnte jetzt ein noch einfacheres Verfahren „Zehn Minuten Kochen im Gefrier- und Kochbeutel“ erfolgreich getestet werden.

„Im Vergleich zur Backofenmethode sind die Temperaturen beim Kochen im Beutel konstant. Während wir im Backofen Temperaturschwankungen zwischen 65 und 135 Grad Celsius feststellen mussten, liegt die Temperatur im Koch- und Gefrierbeutel bei 99 bis 103 Grad Celsius“, so Prof. Dr. Hans-Christoph Mertins von der FH Münster.

Zehn Minuten Kochen

Diese Temperatur ist viele Masken zu hoch. Die weit verbreiteten FFP2-Masken zum Auffalten halten dieser Temperatur laut der FH-Mitteilung aber stand. Allerdings sollte auch hier die Materialbelastung möglichst niedrig gehalten werden. „Daher haben wir uns auf zehn Minuten Kochen beschränkt. Bei den verwendeten Kunststoffen sind dann noch keine Materialveränderungen zu erwarten“, erklärt Prof. Dr. Martin Kreyenschmidt, Leiter des Instituts für Konstruktions- und Funktionsmaterialien FH.

Die Idee für diese einfache Methode hatte Doktorand Christian Sandten. Gemeinsam mit Doktorandin Saskia Kerkeling untersuchte er im Labor für Instrumentelle Analytik der Hochschule mögliche Materialveränderungen der Masken und der Beutel beim Kochen. „Verarbeitungshilfsmittel, die sich auf den Oberflächen der Beutel befinden, können sich bei der Abkühlung auf den Maskenvliesen absetzen. Daher ist auf eine rasche Entfernung der Masken aus dem Beutel nach dem Kochen zu achten“, so Sandten. 

Keine Coronaviren mehr auf der Maske

„Im Hochsicherheitslabor konnten wir auf umfangreiche Untersuchungen zu SARS-CoV-2 auf FFP2-Masken bei unterschiedlichen Temperaturen aufbauen. Es war anzunehmen, dass bei 100 Grad Celsius eine deutlich kürzere Einwirkzeit erforderlich ist. Dies hat sich bestätigt, und nach zehn Minuten Kochen im Beutel ist keine Infektiosität von SARS-CoV-2 mehr nachweisbar“, so Prof. Dr. Stephan Ludwig von der WWU Münster, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie.

„Die Erreger der eigenen Nasen-, Rachen- und Hautflora sind in und auf den Masken schwieriger zu reduzieren“, erklärt Prof. Alexander Mellmann, Direktor des Instituts für Hygiene am Universitätsklinikum Münster. Und genau hier scheint die Methode, FFP2-Masken zehn Minuten lang im Beutel zu kochen, sehr effektiv zu sein. „Während bei 80 Grad Celsius nach einer Stunde im Backofen noch wenige Erreger der eigenen Nasen-, Rachen- und Hautflora nachweisbar waren, konnten diese mit der Kochtopfmethode vollständig eliminiert werden“, sagt Christian Böing vom Institut für Hygiene.

Beutel muss hitzebeständig sein

Entscheidend sei dabei jedoch, dass die Beutel für Lebensmittel geeignet und hitzebeständig sind, wie Gefrier- und Kochbeutel. Bei reinen Gefrierbeuteln sollte vorab die Hitzebeständigkeit getestet werden, indem die Beutel ohne Maske erhitzt werden. Keinesfalls geeignet sind dünne Pausenbrotbeutel oder Müllbeutel. Zum Verschließen werden je nach Beutel Verschlussclips, ein Verschlussdraht oder der integrierte Zipper genutzt.

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