Missbrauchskomplex Münster
Hauptopfer soll nicht aussagen

Münster -

Dem Hauptopfer im Missbrauchsfall Münster – der Ziehsohn des Hauptangeklagten Adrian V. – bleibt wohl eine Aussage vor Gericht erspart. Auch ein Ende des Mammutprozesses kommt in Sicht.

Dienstag, 16.03.2021, 21:00 Uhr aktualisiert: 16.03.2021, 21:53 Uhr
Bis zu 15 000 Seiten an Aktenmaterial haben sich im Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen Adrian V. und vier weitere Angeklagte angesammelt.
Bis zu 15 000 Seiten an Aktenmaterial haben sich im Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen Adrian V. und vier weitere Angeklagte angesammelt. Foto: Dirk Anger

Das Hauptopfer im Missbrauchskomplex Münster, der Ziehsohn des angeklagten Münsteraners Adrian V., muss in dem laufenden Mammutverfahren mutmaßlich nicht als Zeuge vor dem Landgericht aussagen. Das wurde bei der Fortsetzung des Prozesses gegen Adrian V. und vier weitere Angeklagte am Dienstag deutlich. Bis auf die Verteidigung des 27-jährigen Hauptangeklagten, die allerdings auch erklärt hat, dass sie nicht möchte, dass der Junge aussagt, haben nach Angaben des Landgerichts alle Verfahrensbeteiligten ausdrücklich auf die Vernehmung des Ziehsohnes von Adrian V. verzichtet.

Unterdessen scheint ein Ende des Verfahrens in Sicht zu kommen. Die Kammer hat am Dienstag in Aussicht gestellt, dass sie voraussichtlich bis etwa Ostern – sofern nicht noch weitere Anträge gestellt werden – die Vernehmung von Zeugen abgeschlossen haben wird, hieß es. Dann würden sich im Rahmen der Beweisaufnahme unter anderem die Sachverständigengutachten anschließen. Aktuell sind noch weitere Verhandlungstermine bis einschließlich 27. Mai eingeplant. Möglicherweise werden aber nicht mehr all diese benötigt.

Vormund des Opfers vernommen

Am Dienstag wurde der Vormund eines Kindes, das Opfer des schweren Missbrauchs geworden war, unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen. Ein 50 Jahre alte Hannoveraner, der vom Landgericht in einem Parallelverfahren bereits wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden ist, hat als Zeuge nach Auskunft des Gerichts von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7870664?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker