kfd-Diözesanversammlung
Wunsch nach Neuanfang in der Kirche

Münster -

Die kfd im Bistum Münster hat online getagt – und sich klar zu dem Umgang der katholischen Kirche mit gleichgeschlechtlichen Paaren sowie den Missbrauchsfällen im Bistum Köln positioniert.

Sonntag, 21.03.2021, 20:01 Uhr aktualisiert: 21.03.2021, 20:10 Uhr
Jutta Lutterbey
Jutta Lutterbey Foto: Sabine Sitte

Rund 60 Delegierte der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) im Bistum Münster tagten am Donnerstag in einer Online-Videokonferenz. Inhaltlich berieten sich die Frauen zum weiteren Engagement beim Klimaschutz. Nach einem Ausblick auf die nächste Podiumsdiskussion mit Umweltministerin Svenja Schulze am 29. August verabschiedeten sie Richtlinien für ethisch-nachhaltiges Investment.

Bestürzt und verärgert zeigten sich die delegierten kfd-Frauen aus den 31 Regionen des Bistums Münster über das Prozedere des veröffentlichten Gutachtens zum Missbrauchsskandal im Bistum Köln. Die Pressekonferenz Mitte der Woche habe klar gezeigt, dass die rein juristische Begutachtung der Missbrauchsfälle nicht ausreiche, sondern ehrlicher und aufrichtiger Wille zur Aufklärung nötig sei, gekoppelt mit einem Schuldeingeständnis und der Übernahme von persönlicher Verantwortung durch die Täter. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands unterstützt eine Petition der Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“ für eine unabhängige Aufarbeitung des Missbrauchs in der katholischen Kirche.

Die delegierten Frauen aus Münster sind sich mit dem kfd-Bundesverband, der kfd und dem Katholischen Deutschen Frauenbund im Bistum Köln sowie Maria 2.0 Rheinland einig, dass darüber hinaus ein Neuanfang in der katholischen Kirche dringend nötig ist. Für eine Reform des kirchlichen Systems und eine Auseinandersetzung mit der Institution Kirche setzen sich die kfd-Frauen seit 2019 auch durch gemeinsame Aktionen mit der Bewegung Maria 2.0 in der Kooperation „Gleichberechtigung. Amen“ ein. Zuletzt forderten sie die Bischöfe der Frühjahrsvollversammlung mit einem Thesenanschlag an den Kirchentüren auf, die Weichen für dringend erforderliche Reformen zu stellen.

Zutiefst empört zeigten sich die kfd-Delegierten weiterhin über das am Montag veröffentlichte Papier der Glaubenskongregation, wonach homosexuelle Paare nicht gesegnet werden dürfen. „Damit sind wir nicht einverstanden. Alle Gegenstände unseres Alltags können gesegnet werden, aber sich liebende Menschen nicht? Wir kämpfen gegen eine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare“, so Jutta Lutterbey aus dem Vorstand des kfd-Diözesanverbandes. Mit der Parole „Mein Gott … liebt und segnet alle Menschen“, demonstrieren die kfd-Frauen ihre Haltung und zeigten sich am Ende der Videokonferenz spontan mit Accessoires in allen Farben des Regenbogens – als Zeichen der Akzeptanz und Toleranz.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7878888?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker