Corona-Pandemie
Fehlende Abstände und Partys als Infektionstreiber in Münster

Münster -

Kein Abstand und illegale Partys im Studentenwohnheim: Mehrere Faktoren treiben nach Angaben der Stadt die Infektionszahlen in Münster aktuell in die Höhe. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer warnt vor allem vor der deutlich infektiöseren britischen Virusmutation.

Mittwoch, 31.03.2021, 19:00 Uhr aktualisiert: 31.03.2021, 19:33 Uhr
Corona-Pandemie: Fehlende Abstände und Partys als Infektionstreiber in Münster
Die Sonne lockt viele Münsteranerinnen und Münsteraner nach draußen. An Abstands- und Hygieneregeln wird dabei offenbar nicht immer gedacht. Foto: Oliver Werner

In den vergangenen Tagen wurden vermehrt Infektionen mit dem Coronavirus registriert, entsprechend ist auch der für die Stadt Münster ermittelte Inzidenzwert gestiegen . Mitverantwortlich für diesen Anstieg ist die neue britische Virusvariante, die deutlich ansteckender als der "Wildtyp" ist. Ein weiterer Infektionstreiber scheint aber auch in Teilen der Bevölkerung der zunehmend laxere Umgang mit den bislang überwiegend diszipliniert eingehaltenen Hygieneregeln zu sein, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung.

Auch in Münster seien vermehrt kritische Situationen festzustellen, die dann negative Konsequenzen nach sich ziehen. Die Stadt nennt zwei Beispiele:

  • "Bereits mehrfach waren nach positiven Schnelltests betroffene Personen auf verschiedenen Kontaktwegen nicht zu erreichen, konnten bislang also nicht zu einem erforderlichen PCR-Test geladen oder in Quarantäne gesetzt werden", so die Stadt. Ordnungs- und Gesundheitsamt seien hier in das weitere Verfahren involviert.
  • "Manche Studierende und Jugendliche handeln offensichtlich bewusst gegen die Coronaschutzverordnung und feiern ohne Abstands- und Hygieneregeln Partys", teilt die Stadt darüber hinaus mit. In diesem Zusammenhang seien jüngst in einem Studierendenheim an der Steinfuter Straße mindestens sechs Partygäste als Infizierte ermittelt und eine hohe zweistellige Zahl (über 80) von Kontakten in Quarantäne versetzt worden.

Krisenstabsleiter appelliert an Bürgerinnen und Bürger

"Offenkundig geht die Schere zwischen Verständnis und Verhalten einzelner Personengruppen aktuell weit auseinander – das können wir nicht akzeptieren", sagt Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs. In der nunmehr 74. Sitzung des Corona-Krisenstabs am Mittwochmittag wurde bereits über mögliche Konsequenzen für dieses Fehlverhalten diskutiert, aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

Klar ist: "Je häufiger die hinlänglich bekannten Regeln gebrochen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Verschärfung derselben", sagt Wolfgang Heuer. "Wer keine Ausgangssperre, eine ausgeweitete Maskenpflicht und vor allem keine schwer erkrankten Angehörige und Bekannte riskieren möchte, sollte deshalb dringend auf Abstände und Hygieneregeln achten – zum Wohle aller Münsteranerinnen und Münsteraner."

Abstände im Freien oft nicht eingehalten

Im Gegensatz zum Frühjahr 2020, als zunächst der Virus-Wildtyp in Münster grassierte, sei die Ausgangslage nun eine andere: "Die britische Virusmutation ist deutlich infektiöser, daher ist die Einhaltung der AHA-Regeln auch unter freiem Himmel zwingend erforderlich", heißt es in der Mitteilung. Dies gelte insbesondere für hochfrequentierte Bereiche wie beispielsweise dem Aasee, dem Kanal oder dem Hafengelände.

Hier seien in den vergangenen Tagen wiederholt die nötigen Abstände nicht eingehalten worden. Heuer: "Wir alle verstehen, dass man bei wärmeren Temperaturen und Sonnenschein etwas lockerer wird – dies erscheint angesichts der aktuellen Situation jedoch nicht angemessen. Ich appelliere deshalb an die individuelle Verantwortung und hoffe, dass wir in den schwierigen nächsten Wochen noch einmal alle an einem Strang ziehen können."

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