Positionspapier der Interessengemeinschaft Bahnhofsviertel
Kaufleute fürchten um Erreichbarkeit

Münster -

Rauf aufs Rad: Das neue Ratsbündnis möchte die Verkehrswende in Münster vorantreiben. Einzelhändler im Bahnhofsviertel befürchten jetzt, ihren bisherigen Standortvorteil zu verlieren.

Mittwoch, 31.03.2021, 21:00 Uhr
Die Rehberg-Skulpturen und das markante Gebäude „Die Direktion“ gehören zu den Markenzeichen des Bahnhofsviertels. Die Kaufleute fürchten um die Erreichbarkeit.
Die Rehberg-Skulpturen und das markante Gebäude „Die Direktion“ gehören zu den Markenzeichen des Bahnhofsviertels. Die Kaufleute fürchten um die Erreichbarkeit. Foto: Matthias Ahlke

Das Thema Erreichbarkeit der Innenstadt hat in den letzten Wochen, ausgelöst durch die Koalitionsverhandlungen von Grünen, SPD und Volt, hohe Wellen geschlagen. Der Vorstand der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel hat dies zum Anlass genommen, ein Positionspapier zu erarbeiten.

Darin heißt es: „Das Bahnhofsviertel ist ,die‘ Mobilitätsdrehscheibe der Stadt. Hier ist der Ort, an dem alle Formen der Mobilität zusammenkommen. Gleichzeitig ist das Bahnhofsviertel geprägt von vielfältigen Nutzungen und Nutzenden­gruppen. Einzelhandel, zahlreiche Dienstleistungen, Gesundheits- und Beratungseinrichtungen, Gastronomie und Hotellerie sowie Kulturakteure, aber auch Bewohnerinnen und Bewohner haben hier ihren Standort und ihr Zuhause.“

„Standortbedingungen im Bahnhofsviertel sichern“

Die sehr gute Erreichbarkeit des Bahnhofsviertels, heißt es in dem Papier weiter, sei „ein zentraler Standortvorteil und muss für den Ziel- und Quellverkehr des Bahnhofsviertels auch künftig gesichert bleiben“. Vor dem Hintergrund der Mobilitätsdebatte um eine weitgehend autofreie Innenstadt mit einer deutlichen Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) ist die ISG „als Vertreterin von gut 65 Mitgliedern“ besorgt. „Eine eingeschränkte Erreichbarkeit des Viertels kann die wirtschaftliche Zukunft vieler ansässiger Unternehmen ernsthaft gefährden. Insbesondere vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie gilt es, die sehr guten Standortbedingungen im Bereich der Mobilität im Bahnhofsviertel zu sichern und Einschränkungen zu vermeiden.“

Verkehrsströme umlenken

Die ISG sei sehr wohl der Ansicht, dass durch die Stärkung und Veränderung von Mobilitätsformen abseits des Autoverkehrs insbesondere bei bestimmten Nutzergruppen, etwa Berufspendlern und Shoppingtouristen, wirkungsvolle Effekte in Form von einer Umlenkung von Verkehrsströmen auf alternative Mobilitätsformen erzielt werden können.

Es gibt jedoch auch Nutzergruppen, „für die ein Umsteigen auf alternative Verkehrsarten nicht oder nur mit großen Umständen möglich ist“.

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