Südafrikanische Corona-Mutante
Infizierter Reiserückkehrer aus Südasien in Isolation

Münster -

Über Ostern wurde in Münster erstmals die aus Südafrika stammende Corona-Mutation nachgewiesen. Ähnlich wie die britische Mutation soll sie gefährlicher sein als die ursprüngliche Variante. Nun äußert sich der Leiter des münsterischen Krisenstabs.

Montag, 05.04.2021, 16:40 Uhr aktualisiert: 06.04.2021, 07:02 Uhr
In der vergangenen Woche war es wegen des guten Wetters voll in Münster – unter anderem hier am Aasee. Hochansteckende Corona-Mutationen haben da gute Chancen.
In der vergangenen Woche war es wegen des guten Wetters voll in Münster – unter anderem hier am Aasee. Hochansteckende Corona-Mutationen haben da gute Chancen. Foto: Matthias Ahlke

Bei einem Reiserückkehrer ist jetzt erstmals die aus Südafrika stammende mutierte Variante B.1.351 des Coronavirus nachgewiesen. Es handelt sich damit um den ersten bekannten Fall in Münster, berichtet die Stadt. Der Betroffene habe nach seiner Rückkehr aus Südasien Symptome entwickelt und sei positiv getestet worden. In der anschließenden Genomsequenzierung habe sich der Verdacht auf die Virusvariante aus Südafrika bestätigt. Die betroffene Person befinde sich in Isolation, bisher seien keine weiteren Verdachtsfälle bekannt. Anders als die inzwischen dominante britische Version verbreitet sich die südafrikanische Variante sehr langsam in Deutschland. Laut RKI liegt ihr Anteil unter einem Prozent der untersuchten positiven Proben.

Gefahr der Mutation nicht unterschätzen

Dennoch gehen die Experten auch hier von einer erhöhten Infektiosität aus. Zugleich wird auf eine reduzierte Wirksamkeit von neutralisierenden Antikörpern bei Genesenen beziehungsweise Geimpften hingewiesen. „Die Gefährlichkeit des südafrikanischen Covid-19-Virus darf daher nicht unterschätzt werden“, warnt Wolfgang Heuer, Leiter des Corona-Krisenstabes. Dem ersten bekannten Fall in Münster werde mit großer Sorgfalt und mit der Anwendung aller notwendigen Schutzmaßnahmen, insbesondere der sofortigen Isolierung des Infizierten, begegnet.

„Leider ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl an nicht notwendigen Auslandsreisen stattfindet, die das Infektionsrisiko erhöhen. Da wird das Fehlen einer Reisewarnung wie eine Aufforderung zur Urlaubsreise empfunden. Hier sind schärfere Regeln wünschenswert“, stellt Heuer klar. Aktuell sollte unter anderem von Reisen in die nahen Niederlande abgesehen werden – dort liegen zurzeit hohe Infektionszahlen vor.

Unterdessen ist die Zahl der Infizierten in Münster laut Landeszentrum Gesundheit auf 6471 gestiegen – das sind 90 mehr als am Gründonnerstag. Der Inzidenzwert lag am Ostermontag bei 65,0.

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