Schornsteinfeger warnen vor Rauchgasvergiftungen
Gefahr durch Dohlennester in Ofenkaminen

Münster -

Mit Dohlennestern in Ofenkaminen ist nicht zu spaßen. Wenn die Vögel hier ihre Nistplätze bauen, wird es für die Bewohner des Hauses unter Umständen brenzlig.

Mittwoch, 07.04.2021, 15:15 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 13:44 Uhr
Ein Dohlennest braucht reichlich Baumaterial: Dieses räumte Bezirksschornsteinfegermeister Guido Rath an den Ostertagen aus einem Kamin in Münster 
Ein Dohlennest braucht reichlich Baumaterial: Dieses räumte Bezirksschornsteinfegermeister Guido Rath an den Ostertagen aus einem Kamin in Münster  Foto: Guido Rath

Am Osterwochenende hatte Bezirksschornsteinfegermeister Guido Rath in Münster gleich zwei Einsätze, bei dem auch die Feuerwehr zur Hilfe kommen musste. In Kaminen von Holzöfen hatten Dohlen ihre Nester gebaut. „Und die können so massiv und stabil ausfallen, dass der Rauch nicht mehr abziehen kann“, erklärt Guido Rath.

Die gefährliche Folge: Der Rauch dringt in die Wohnräume, Bewohner können Rauchgasvergiftungen und auch lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Vergiftungen erleiden.

Ofenkamine, die nicht ständig rauchen, sind für Dohlen ideale, geschützte Nistplätze. Die Vögel werfen solange Stöckchen in den Schlot, bis Zweige an den Rändern hängenbleiben, dann wird das Nest verdichtet.

Wer beobachtet, dass Vögel auf dem Schornstein seines Hauses aktiv sind, könne davon ausgehen, dass ein Nestbau im Gange ist, warnt der Schornsteinfeger. Ein Hinweis auf Nestbauaktivitäten können auch Stöckchen hinter der Kaminklappe sein. Wer Rauchmelder im Wohnraum mit Kaminofen installiere, sorge für größere Sicherheit, empfiehlt Guido Rath.

Gitter kann Nestbau verhindern

Am besten sei es natürlich, den Nestbau im Kamin von vornherein zu verhindern. Schornsteinfeger können hier Gitter über der Kaminöffnung installieren oder einen schmalen Abzug aufsetzen.

Im Jahr 2014 war in Ahlen eine ganze Familie durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben, nachdem ein Dohlennest den Kamin verstopft hatte. Das geruchslose Gas breitete sich unbemerkt in den Räumen aus.

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