Kreuzbund-Gruppe hilft bei Alkohol-Problemen
Großer Zulauf in Zeiten der Pandemie

Auch in Zeiten von Corona-Kontaktbeschränkung bleiben die Treffen der Kreuzbund-Gruppe Münster-Mitte weiter möglich. Das ist wichtig, denn gerade jetzt brauchen viele Suchtkranke und ihre Angehörigen Hilfe zur Selbsthilfe

Donnerstag, 08.04.2021, 21:00 Uhr aktualisiert: 09.04.2021, 15:00 Uhr
Kreuzbund-Gruppe hilft bei Alkohol-Problemen: Großer Zulauf in Zeiten der Pandemie
Foto: Maria Conlan

Münster„Gemeinsam. Suchtfrei. Leben“ steht obenauf beim Faltblatt der Kreuzbund-Gruppe Münster Mitte. Jeden Mittwochabend treffen sich Menschen, die denken, ein Problem mit ihrem Alkoholkonsum zu haben, Süchtige und ihre Angehörigen für zwei Stunden. Das geht zum Glück auch während der Pandemie, weil die Gruppe als systemrelevant gilt und streng Mund-Nasen-Schutz-Pflicht sowie Abstände einhält.

Bistum Münster unterstützt

Dank der Unterstützung durch den Generalvikar des Bistums Münster und die Kirchengemeinden St. Antonius und St. Joseph sind diese Treffen eine feste Einrichtung. Der Kreuzbund ist ein Fachverband der Caritas und steht allen Menschen offen.

Der Zulauf ist groß, vielleicht auch Auswirkung der Pandemie? Und es kommen Männer und Frauen zur Gruppe, Suchtkranke und Angehörige, ob Ende 20 oder Mitte 70, wobei die Älteren momentan pandemiebedingt beim Gruppentreffen aussetzen.

Diesen Monat geht es um das Thema Co-Abhängigkeit. Wie ergeht es dem Umfeld des Suchtabhängigen mit der Krankheit? Was kann helfen? Alle, die jede Woche im Gemeindesaal zusammenkommen, sind vom Thema direkt oder indirekt betroffen. Es geht nicht um Expertenwissen, sondern um Erfahrungen, die ausgetauscht werden.

Und das hilft. „Seitdem ich hier bin, läuft’s“, sagt ein Gruppenmitglied, das seit über einem Jahr dabei ist. Woche für Woche setzen sie sich zusammen und sprechen manchmal auch über Alltagsprobleme, die defekte Küche, Ärger am Arbeitsplatz, aber auch Vorfreude auf eine Reise oder Freude über einen neuen Job.

Und immer wieder die Suchterkrankung: Welche Gefühle, Ängste, Gefahren, sind damit verbunden? Was stärkt, damit es nicht zum Rückfall kommt? Wie kann ein Rückfall gut verarbeitet werden?

Es geht um Erfahrungen

Rückhalt gewonnen

„Wir haben uns neu aufgestellt“, berichtet Hans-Jürgen Stein, der die Gruppe seit knapp drei Jahren leitet. Er freut sich sehr über den Zulauf. Die Gruppenmitglieder bestärken alle, die den ersten großen Schritt zur Selbsthilfegruppe geschafft haben.

„Etwa 75 Prozent der Suchtkranken, die regelmäßig eine Selbsthilfegruppe besuchen, leben dauerhaft abstinent“, zitiert Stein die Angaben aus dem Kreuzbund-Flyer. Diesen Rückhalt hat er am eigenen Leib erfahren, und auch deshalb liegt ihm die Gruppe so am Herzen.

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