Finanzkontrolle Schwarzarbeit
Viele gefälschte Dokumente

Münster -

Beim Hauptzollamt Münster sind 115 Mitarbeiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit der Verfolgung von Schwarzarbeit, illegaler Beschäftigung sowie der Kontrolle des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohns beschäftigt. Im Jahr 2020 gab es trotz der Pandemie wieder viel für die Beamten zu tun.

Donnerstag, 08.04.2021, 22:00 Uhr
Zollbeamtinnen und Zollbeamte des Hauptzollamtes Münster während einer Prüfung im Jahr 2020
Zollbeamtinnen und Zollbeamte des Hauptzollamtes Münster während einer Prüfung im Jahr 2020 Foto: Hauptzollamt Münster

Auch unter den in der Pandemie erschwerten Arbeitsbedingungen gelang es den 115 Beschäftigten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamtes Münster, ihre Arbeit gegen Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung sowie die Kontrolle des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohns in 2020 erfolgreich fortzusetzen, heißt es in einer Pressemitteilung de Behörde.

Die Zöllnerinnen und Zöllner der beiden FKS-Standorte in Gronau und Münster prüften im vergangenen Jahr pandemiebedingt zeitweise nur in bestimmten Branchen, vor allem im Baugewerbe. Die vom Lockdown direkt betroffenen Branchen konnten nicht wie gewohnt im laufenden Betrieb geprüft werden, weshalb hier alternative Prüfmethoden angewandt worden seien.

Baubranche, Fleischwirtschaft und Logistik

Neben der Baubranche stellten die Fleischwirtschaft, das Speditions-Transport- und Logistikgewerbe sowie auch die Gebäudereinigung und das Wach- und Sicherheitsdienstgewerbe weitere Betätigungsschwerpunkte dar.

Teilweise handelte es sich hierbei auch um umfangreiche Ermittlungsverfahren im Rahmen der Bekämpfung der organisierten Form von Schwarzarbeit, welche in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Staatsanwaltschaft durchgeführt wurden. So überprüfte die FKS im vergangenen Jahr 738 Arbeitgeber (2019: 1062) und leitete 1177 Strafverfahren (2019: 1460) sowie 679 Ordnungswidrigkeitenverfahren (2019: 563) ein. Die Gerichte verhängten Freiheitsstrafen in Höhe von insgesamt rund 13 Jahren (2019: 15 Jahre). Es wurden Geldstrafen in Höhe von rund 187 000 Euro (2019: 310 000 Euro) und Geldbußen in Höhe von rund 270 000 Euro (2019: 430 000 Euro) festgesetzt. Die von der FKS aufgedeckte Schadenssumme aufgrund von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten beläuft sich auf rund 10,2 Millionen Euro (2019: 3,8 Millionen Euro).

Das FSK-Team stellte auch 2020 eine hohe Anzahl von Verstößen wegen unerlaubter Ausländererwerbstätigkeit fest, welche mit aufgedeckten Passfälschungen einhergehen. Die Nutzung gefälschter Dokumente aus EU-Staaten wie Rumänien oder Slowenien kam dabei besonders häufig vor. Tatsächlich handelte es sich in diesen Fällen oftmals um ukrainische, serbische oder bosnische Staatsangehörige.

Leistungsbetrug

Im Bereich des Leistungsbetruges gelang es den Zollbeamten, einen besonders schweren Fall aufzudecken: So hatte ein Familienvater jahrelang zu Unrecht Sozialleistungen in Höhe von insgesamt rund 34 000 Euro bezogen, obwohl er tatsächlich einer selbstständigen Tätigkeit als Fliesenleger nachgegangen war.

„Ich bin sehr stolz, dass es den Beamtinnen und Beamten der FKS auch in der Pandemie und trotz der damit einhergehenden Widrigkeiten gelungen ist, ihrer Arbeit so zuverlässig nachzugehen“, freut sich die Leiterin des Hauptzollamtes Münster, Astrid Scholz.

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