Henning Stoffers entdeckt Fotoschatz zum Nachwandern
Spazieren wie Professor Geyser

Münster-Kinderhaus -

Der Fotohistoriker Henning Stoffers ist auf einen interessanten Bilderfund gestoßen, der zu einem spannenden historischen Rundgang über die Gasselstiege kurz nach der Jahrhundertwende mit dem Philosophieprofessor Dr. Joseph Geyser einlädt.

Sonntag, 11.04.2021, 10:10 Uhr
Ziel des Spaziergangs von Prof. Geyser und einer Dame mit Hut war zwischen 1910 und 1915 dieser Acker (heutiger Sportplatz/Wangeroogeweg) mit Blick auf die St.-Josef-Kirche (Richtung Grevener Straße).
Ziel des Spaziergangs von Prof. Geyser und einer Dame mit Hut war zwischen 1910 und 1915 dieser Acker (heutiger Sportplatz/Wangeroogeweg) mit Blick auf die St.-Josef-Kirche (Richtung Grevener Straße). Foto: Sammlung Stoffers

Nur ein kleines Wäldchen trennt das Zuhause von Chronist und Fotohistoriker Henning Stoffers vom Spazier- und Wanderweg Gasselstiege. Umso mehr freute er sich, als er auf einen Fotofund stieß, der die Gasselstiege zum Thema hat.

 

 

 

 

Die Rede ist von den bebilderten Spaziergängen des Philosophieprofessors Dr. Joseph Geyser. „Dieser lehrte an der Universität Münster von 1904 bis 1917“, sagt Henning Stoffers im Gespräch mit unserer Zeitung. „Geyser wanderte zwischen 1910 und 1915 hauptsächlich von seiner Wohnung in der Gertrudenstraße aus in Richtung Kinderhaus.“ Mal verliefen die Wege des Gelehrten entlang der Kanalstraße, mal entlang der Grevener Straße und der Gasselstiege.

Fotoalbum im Auktionshaus angeboten

„Einige Blätter eines alten Fotoalbums mit insgesamt 47 Fotos und einer Bildgröße von zehn mal acht Zentimetern hat mir ein Auktionshaus vor einigen Jahren angeboten“, erinnert sich Henning Stoffers.

Beim Vergleich der direkten Fotografien von der Gasselstiege vor rund 110 Jahren und heute zeigt sich: Die signifikanten Kopfweiden stehen auch heute noch an derselben Stelle. „Sie sind inzwischen deutlich dicker, knorriger und altersschwach geworden“, sagt Stoffers aus eigener Anschauung heraus, „und der Weg hat schon vor einiger Zeit eine Teerdecke bekommen.“

Das schönste Bild zeigt das Ziel der Gasselstiege-Wanderung: Stolz steht ein Mann mit Schiebermütze, Gehstock und in feiner Sonntagsgarderobe auf einem Acker. Hinter ihm in der Ferne sieht man die Silhouette der St.-Josef-Kirche, neben ihm eine Dame mit Sommerhut. „Wir können vermuten, dass es die Eheleute Geyer sind“, sagt Henning Stoffers.

Markenzeichen: Ruhe und Gelassenheit

Das Markenzeichen auch anderer Fotografien aus der Sammlung Geyser ist die Ruhe und Gelassenheit längst vergangener Zeiten, die man indes auch heute noch an der idyllisch mit Bärlauch und Aronstab begrünten Gasselstiege findet. Zwar bietet der Blick in die Ferne deutlich mehr Bebauung, geblieben ist allerdings jene grüne Lunge, die gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie ein willkommener Ort ist zum Auftanken und zum Entspannen.

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