Früherer Stadtbaurat und GAL-Ratsherr Gerhard Joksch wird 70
Streitbar in allen Lebenslagen

Münster -

Verwaltungsmitarbeiter, Stadtbaurat, Ratsherr, Bürgermeister: Gerhard Joksch wird am 17. April 70 Jahre alt. Der Grüne war in vielen Funktionen für die Stadt Münster tätig, nie ging er dabei einem Streit aus dem Weg.

Samstag, 17.04.2021, 11:00 Uhr aktualisiert: 18.04.2021, 17:02 Uhr
Gerhard Joksch, erst Stadtbaurat, dann Bürgermeister, wird heute 70 Jahre alt.
Gerhard Joksch, erst Stadtbaurat, dann Bürgermeister, wird heute 70 Jahre alt. Foto: Oliver Werner

Münster hat schon einige Grenzgänger zwischen Kommunalpolitik und Stadtverwaltung erlebt. Der CDU-Ratsherr Georg Milbradt schaffte den Sprung zum Kämmerer, der SPD-Fraktionschef Wolfgang Heuer bewarb sich erfolgreich um den Posten des Personal- und Ordnungsdezernenten der Stadt Münster.

Der Grüne Gerhard Joksch, der am heutigen Samstag (17. April) 70 Jahre alt wird, gehört auch in diese Kategorie, aber genau umgekehrt. Als Verwaltungsmitarbeiter stieg er bis zum Stadtbaurat der Stadt Münster auf. Nach seiner Abwahl wurde er Ratsmitglied der Grünen und übernahm dabei für eine Legislaturperiode das Amt des Bürgermeisters.

„Der jeweilige Perspektivwechsel war gewaltig“, blickt Joksch zurück. Zu Zeiten seiner Verwaltungstätigkeit habe es immer geheißen: „Die Räte kommen und gehen, die Verwaltung bleibt.“ Später als Ratsmitglied habe ihn der Spruch begleitet: „Der Rat zeigt, wo es lang geht.“

Kritik wegen Beruf-Politik-Vermischung

Besonders genossen hat Joksch seine Bürgermeister-Tätigkeit, da sie ihm viele Begegnungen bescherte: „Alle Reden habe ich selbst geschrieben.“ Seine Jahre als Stadtbaurat hat der Grüne als „sehr anstrengend“ in Erinnerung. Aber auch die Ratstätigkeit war nicht frei von Konflikten. Joksch war freiberuflich für die Windenergiebranche tätig, entschied als Ratsmitglied über die Ausweisung von Windvorrangzonen und war in Personalunion überdies als Vorsitzender des Stadtwerke-Aufsichtsrates involviert, wenn es um Investitionen in Windenergie ging. Diese Verquickung brachte ihm viel Kritik ein, als Aufsichtsratsvorsitzender musste er zurücktreten. „Ich war damals zu blauäugig“, gesteht der überzeugte Befürworter der Windenergie.

Zu seinem Geburtstag gratulieren sein Sohn und Ehefrau Ingrid Kremer, die 2020 in den Rat eingezogen ist. Coronabedingt verzichtet Joksch auf eine Feier, sondern freut sich zu Hause auf Anrufe von Freunden und Weggefährten.

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