Premiere: Stadtensemble lädt zur Audiotour
Münster als „Stadt ohne Eigenschaften“

Münster -

So hat man Münster noch nie erlebt . . .

Samstag, 17.04.2021, 20:19 Uhr aktualisiert: 19.04.2021, 18:51 Uhr
Flanieren und Spazieren und dabei Neues entdecken in den alten Räumen der Stadt
Flanieren und Spazieren und dabei Neues entdecken in den alten Räumen der Stadt Foto: Ruth Messing

Reisen. Menschen treffen. Abenteuer erleben. Das geht nicht? Falsch. In Münster schon. Und all die Inzidenzen setzen hier mal keine Grenzen. Denn Münsters legendäres Stadt­ensemble hat sich einmal mehr was Neues ausgedacht – diesmal Ruth Messing, Tobias Dömer und Jonas Riemer.

Die Theaterleute fragen: „Gehst du noch, oder spazierst du schon?“ Mit ihrem Audiowalk „Die Stadt ohne Eigenschaften“ laden sie Jederfrau und ihren Mann zu einem auditiven Münster-Stadtspaziergang ein, der Münsteraner oder solche, die es werden wollen, an „entlegene, besondere, skurrile Orte“ führt. Der Begleiter ist nicht Lord Voldemort, der bekanntlich ehrfurchtsvoll „Du weißt schon wer“ genannt wird, sondern ein nicht minder geheimnisvoller Mann, genannt: „Der, der unterwegs ist“. Ohne noch mehr von den Überraschungen zu verraten, verspricht Ruth Messing: „Wir wollen Spazierengehen auf ein neues Niveau heben.“ Dabei spielt der Titel „Stadt ohne Eigenschaften“ auf den Mann im Roman von Musil an. Das sei auf der einen Seite ein Wortspiel, auf der anderen Seite aber auch ironisch gemeint, so Messing.

Wer neugierig ist, kann über die Website einen beliebigen Betrag bezahlen, sich kostenfrei die App „TotoGo“ von „Nebelflucht“ herunterladen, bekommt eine E-Mail zugeschickt, und nach sechs Klicks kann es schon losgehen. GPS ist notwendig. Wie beim Theaterbesuch ist das „elektronische Ticket“ nur für einen Gang gültig. Der Stadt-Spaziergang dauert je nach Geh-Geschwindigkeit 75 Minuten und kann mittags oder mitten in der Nacht erlebt werden, je nach Gusto. Es kann auch die Pause-Taste gedrückt werden.

Als Sprecherinnen und Sprecher werden zu hören sein: Gabriele Brüning, Marlene Goksch, Carola von Seckendorff, Ulrich Bärenfänger und Konrad Haller, als Experten und Expertinnen kommen Jennifer Sobiech-Wolf, Ralf Heimann und Tobias Stroppel zu Wort. Und weil eine Stadt nicht nur nicht stumm, sondern auch nicht still ist, wird es Klänge und Musik von Paul Maximilian Schulze und dem „Ael Duo“ zu hören geben.

Erfahrene Besucher der Skulptur-Projekte könnte dieses Format an den „Walk Münster“ von 1997 erinnern. Damals lud Janet Cardiff zu einem Spaziergang mit vorgegebener Route in der näheren Umgebung des Westfälischen Landesmuseums ein. Ein Walkman diente als Abspielgerät der Kassette für die Hörführung. Mit den visuellen Erlebnissen des Spazierganges, einer Führung und Klanggeräuschen vom Band führte die Künstlerin verschiedene Wahrnehmungswelten zusammen und schuf somit eine überraschende Erfahrungsebene. Ortsspezifische Geräusche vermengten sich darin mit künstlich fabrizierten Klängen und Stimmen.

Die Audiotour ist über die Website buchbar:

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7921825?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
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