Corona-Notbremse
Keine Ausgangssperre in Münster ab Samstag

Münster -

Überraschend zieht das Land NRW für die Stadt Münster keine Notbremse ab diesem Samstag. Damit herrscht nach einer stundenlangen Hängepartie am Freitagabend Klarheit.

Freitag, 23.04.2021, 19:12 Uhr aktualisiert: 24.04.2021, 10:27 Uhr
Corona-Notbremse: Keine Ausgangssperre in Münster ab Samstag
Eine Ausgangssperre kommt in Münster an diesem Samstag noch nicht. Foto: dpa (Symbolbild)

Das war knapp. Eine mit der vom Bund beschlossenen Corona-Notbremse verordnete Ausgangssperre wird zumindest ab diesen Samstag (24. April) nicht für Münster gelten. Das teilte das Land NRW am Freitagabend der Stadt mit. Für die Münsteranerinnen und Münsteraner bedeutet das: Sie müssen nun doch nicht in der Zeit von 22 bis 5 Uhr zu Hause bleiben.

Das am Donnerstag beschlossene Infektionsschutzgesetz sieht zwar in Städten und Kreisen mit einer Inzidenz über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen unter anderem eine Ausgangssperre vor. Allerdings werden dem Gesetz jetzt die (unkorrigierten) Kennziffern des Robert-Koch-Instituts (RKI) und nicht die (nachkorrigierten) Zahlen des Landeszentrums Gesundheit NRW (LZG) zugrunde gelegt, wie das Land am Abend der Stadt bestätigte. Durch diese überraschende Regelung kommen die über dem Wert 100 liegenden Inzidenzzahlen des LZG der vergangenen zehn Tage nicht zur Geltung.

Über 100 und doch keine Notbremse

Am Freitagnachmittag hatte es eine stundenlange Hängepartie gegeben, ob für Münster mit einer je nach Institut um den Grenzwert 100 schwankenden Inzidenz sofort eine Ausgangssperre gelten muss. Für Münster lagen die LZG-Zahlen zuletzt täglich über 100 (bedeutet Ausgangssperre), die des RKI allerdings nicht (bedeutet keine Ausgangssperre). Am Ende entschied das Land: Entscheidend seien die Zahlen des RKI. Dabei waren bislang stets die LZG-Daten Entscheidungsgrundlage. Das RKI teilte am Freitag erstmals die Überschreitung des Schwellenwertes für Münster mit 107 mit.

„Hin und Her ist den Bürgern nicht zu vermitteln“

Also: Aktuell keine Notbremse nötig. Das kann sich ab Montag aber schnell ändern, sollten die RKI-Zahlen übers Wochenende über 100 bleiben. „Gut für Münster ist, dass unsere Werte im Vergleich günstig sind, auch die vorläufige Vermeidung von Verschärfungen kann als Bestätigung einer noch stabilen Situation verstanden werden“, sagte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer. Ob das so bleibe, sei sehr unsicher. Jedenfalls: Das Hin und Her der Inzidenzzahlen sei den Bürgern nicht zu vermitteln.
Die LWL-Museen für Kunst und Kultur und für Naturkunde haben reagiert und schließen ab diesen Samstag (24. April). „Die LWL-Museen haben so lange, wie es möglich und vertretbar war, die Häuser geöffnet“, sagt Kultur-Landesrätin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. „Aber die aktuelle, sich ständig verschärfende Situation lässt uns keinen Spielraum mehr.“

Die Universität teilt mit, dass der Botanische Garten ab Samstag (24. April) ebenfalls geschlossen bleibt. Das betrifft sowohl individuelle Besuche als auch alle öffentlichen Führungen, heißt es. Zuletzt war der Botanische Garten von vielen Besuchern aufgesucht worden.
Die Stadtwerke weisen darauf hin, dass Busfahrgäste an den Haltestellen und in den Fahrzeugen FFP2- oder vergleichbare Masken tragen müssen. Medizinische oder OP-Masken seien nicht mehr erlaubt. Solange die Fahrer hinter dem Steuer nicht in direkten Kontakt mit anderen Personen kommen, müssten sie keine Maske tragen. In den Fahrzeugen soll nur noch die Hälfte der regulär zulässigen Fahrgäste befördert werden.

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