Neuer Münster-"Tatort" am Sonntag
Eine Hippie-Kommune und ein verdächtiger Priester

Münster -

Freie Liebe, sinnliches Trommeln, unkonventionelle Paar-Beziehungen - und mittendrin Boerne und Thiel. Am Sonntag wird ein neuer "Tatort" aus Münster ausgestrahlt. Die Ermittler haben darin mit Leichen zu tun, aber auch mit allerlei eigenen Problemchen.

Dienstag, 27.04.2021, 10:55 Uhr aktualisiert: 27.04.2021, 11:09 Uhr
Neuer Münster-"Tatort" am Sonntag: Eine Hippie-Kommune und ein verdächtiger Priester
Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, links) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts) mit zwei Alpakas. Foto: WDR/Martin Valentin Menke

Ein bisschen nackte Haut, freie Liebe, polyamore Beziehungen, Trommeln bis zur Extase. Das ist eine ungewohnte Welt für die „Tatort“-Ermittler Frank Thiel und Professor Karl-Friedrich Boerne aus Münster. Der Weg in die schräge Community mit Hippie-Touch, Bauwagen und Alpakas führt über eine Leiche. Männlich, nackig, eines Morgens in einem Moorgebiet im Gebüsch entdeckt. Es handelt sich um das junge Aktmodel Maik Koslowski, Mitglied der spirituell angehauchten Kommune „Erlenhof“, Anbieter von Kursen wie „Sexualität und Tantra“, umschwärmt von Männern wie Frauen.

In der Folge „Rhythm and Love“ am Sonntag (20.15 Uhr, ARD) hat Kommissar Thiel (Axel Prahl) schnell einen Verdächtigen im Visier - und beißt sich ausgerechnet am angesehenen Polizeipressesprecher Johannes Hagen (August Wittgenstein) fest. Dafür kassiert er Spott und Rüffel von Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann). Obwohl sich herausstellt, dass der Ehemann und Familienvater Hagen ein Verhältnis zu dem Opfer gehabt hatte und der vermeintliche Vorzeige-Typ von Münsters Polizei auch unschöne Schattenseiten hat.

Persönliche Krise für Boerne

Rechtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers) schwenkt nach den üblichen bissigen Attacken gegen Thiel überraschend auf dessen Kurs ein. Das geschieht aus einer persönlichen Krise heraus. Denn Hagen droht Boerne, nachdem er gerüchteweise von einem drohenden Plagiatsverfahren gegen den eitlen Professor hörte. Hat Boerne bei einer Forschungsarbeit von einem renommierten Kollegen abgekupfert?

„Rhythm and Love“ in der Bauwagensiedlung

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  • Herbert "Vadder" Thiel (Claus D. Clausnitzer, rechts) spielt im Münster-Tatort „Rhyhm and Love“ eine wichtige Rolle. Auf dem Erlenhof beliefert er "Rasta-Mann" (Stefan Gorski, links) mit Ware aus eigenem Anbau.

    Foto: WDR/Martin Valentin Menke
  • Der Erlenhof mit angrenzender Bauwagensiedlung, wo auch Inès Fournier (Maëlle Giovanetti) und zwei Alpakas wohnen, steht im Zentrum der Geschichte. Denn hier lebte... [Vorsicht, kleine Spoilergefahr]

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  • ...Gemüsebauer Maik Koslowski, der tot in einem Moorgebiet gefunden wird. Zunächst entdeckt Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) jedoch keine Hinweise auf die Identität des Opfers.

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  • Bei ihren Nachforschungen auf dem Erlenhof stoßen Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, Mitte) und Boerne auf verwirrende Beziehungsgeflechte.

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  • Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) ist nicht erfreut, als sie hört, welche Verdächtigen der Kommissar im Visier hat.

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  • Frische Ware gefällig? "Vadder" Thiel soll Augen und Ohren offen halten während er seine Kunden und Kundinnen auf dem Erlenhof versorgt. Bekommt er etwas mit, das seinem Sohn, Kommissar Frank Thiel, bei dessen Ermittlungen nutzen könnte?

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  • Eifersüchtig ist hier niemand: Am Eingang zu ihrem Wohnmobil erläutert Inès Fournier Prof. Boerne das Lebenskonzept auf dem Erlenhof.

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  • Kommissar Frank Thiel ist bei der Arbeit in Münster natürlich mit dem Fahrrad unterwegs.

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  • Was macht der denn da? Johannes Hagen (August Wittgenstein, rechts) ist Pressesprecher der Münsterischen Polizei. Mit seiner Frau Marion (Patrycia Ziolkowska, links) schaut er, was Kommissar Frank Thiel vor ihrem Haus treibt.

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  • Auch der Vater des Pressesprechers, Kurt Hagen (Peter Harting), war bei der Polizei. In seiner Garage bekommt er Besuch von Pfarrer Tobias Flügge (Nikolai Kinski).

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  • Kurt Hagen hat einen legendären Ruf - auch bei Kommissar Frank Thiel. Als er noch im Polizeidienst war, leitete er die SOKO Güterzug - heute ist er Angler und tischt Forellen auf.

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  • Der Pfarrer kennt ein Geheimnis. Er weiß, wer Maik Koslowski getötet hat.

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  • Darf er das Wissen für sich behalten? Der Pfarrer kennt auch Polizeipressesprecher Johannes Hagen.

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  • Prof. Boerne bejubelt sich selbst. Doch in der neuen Folge hat er auch Grund zu Selbstzweifel.

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  • Denn Boerne soll Forschungsergebnisse eines Kollegen als seine eigenen ausgegeben haben. Der Professor bittet seine Assistentin Silke Haller (ChrisTine Urspruch) um Unterstützung.

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  • Silke Haller wollte eigentlich mal pünktlich Feierabend machen. Kein Problem, findet Boerne. Nur die Probe, die "Alberich" in der Hand hat, muss noch schnell ins Labor.

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  • Bei Tee, Keksen und Rum: Silke Haller (ChrisTine Urspruch) ist froh, dass Kommissar Thiels neuer Assistent Mirko Schrader (Björn Meyer) sie eingeladen hat und anhört, was sie bedrückt.

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  • Im Beichtstuhl: Kommissar Frank Thiel knöpft sich  Pfarrer Tobias Flügge vor.

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  • Doch der Pfarrer hütet das Beichtgeheimnis.

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  • Besprechung im Präsidium: Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, rechts) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, hinten).

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  • Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann, vorne) ist im Gespräch mit Kommissar Thiel - dessen Assistent Mirko Schrader (Björn Meyer, hinten) sorgt für Kaffee und Tee.

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  • Sucht noch den richtigen Rhythmus: Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) nimmt an einem Trommelkurs auf dem Erlenhof teil.

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  • Polizeipressesprecher Johannes Hagen (August Wittgenstein) mit seinen Kindern Maja (Lilli Lacher) und Paul.

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  • Noch eine Frage: Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) hat eine Überraschung für Polizeipressesprecher Johannes Hagen (August Wittgenstein, rechts).

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  • Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, links) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts) mit zwei Alpakas.

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Das Ganze nagt an dem sonst vor Selbstbewusstsein strotzenden Boerne. Sein Darsteller kämpft auch im realen Leben gerade mit mächtig Gegenwind. Seit Tagen hagelt es Kritik an einer Promi-Aktion, an der Liefers mit beteiligt ist: Unter dem Motto #allesdichtmachen hatten Dutzende Schauspieler die Corona-Politik der Bundesregierung mit ironisch-satirischen Clips kommentiert.

Einfach zu blöd für die Ermittlungen?

Zurück zum Krimi: Auch Thiel hat so sein Päckchen zu tragen. Sein Vater Herbert alias Claus Dieter Clausnitzer ist mal wieder höchst anstrengend. Aber dann spielt „Vaddern“ doch noch eine gar nicht unwesentliche Rolle in dem Fall. Fast schon warm ums Herz kann einem werden bei einer Szene auf dem Seziertisch. Wo tagtäglich Leichen aufgeschnitten werden, sitzt das normalerweise dauerzankende Duo Thiel-Boerne betrunken-einträchtig nebeneinander und beschließt: Man ist eben einfach zu blöd für die Ermittlungen. Verraten werden darf: Sie knacken das Rätsel trotzdem. Leider braucht es dafür noch einen weiteren Toten.

Die Folge teilt Seitenhiebe auf die katholische Kirche aus - es geht etwa um Beichtgeheimnis und Zölibat. So kommt auch ein beharrlich schweigender Priester (Nikolai Kinski) als Täter in Frage. Als Grund dafür, dass der Verdacht schließlich auf ihn fällt, mutmaßt der Geistliche selbst: „Ich bin Priester. Und Priester sind bekanntlich alle schwul und kriminell.“ Und Thiel entgegnet breit grinsend auf die Frage, ob er nicht katholisch ist: „Ich muss ja nicht jeden Scheiß mitmachen, der gerade in Münster hip ist.“

Peinlicher Bluff und Gewissensbisse

Dann ist da noch Thiels Assistent Mirko Schrader, gut gespielt von Björn Meyer. Er ringt mit einem peinlichen Bluff. Und Silke „Alberich“ Haller (ChrisTine Urspruch) wird wegen eines groben Patzers von Gewissensbissen gegenüber Boerne geplagt. Am Ende laufen beide zur stunt-reifen Höchstform auf.

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