Wettbewerb zur Artenvielfalt
Münster fordert Salzburg heraus

Münster -

Obwohl sich Naturforscher hauptberuflich mit Themen wie Artenvielfalt beschäftigen, sind sie immer wieder auch auf private Hinweise angewiesen, um etwa neue Arten zu bestimmen. Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster und das Haus der Natur in Salzburg machen aus dieser Zulieferung nun einen Wettbewerb – und jeder, der gerne Pflanzen und Tiere beobachtet, kann etwas zum Sieg beitragen.

Dienstag, 04.05.2021, 09:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 09:31 Uhr
Das LWL-Museum für Naturkunde und das Haus der Natur in Salzburg haben den „Bioblitz Münster versus Salzburg“ gestartet und sind dabei auf Unterstützung angewiesen, um Tiere und Pflanzen, wie etwa den heimischen Kaisermantel, zu melden.
Das LWL-Museum für Naturkunde und das Haus der Natur in Salzburg haben den „Bioblitz Münster versus Salzburg“ gestartet und sind dabei auf Unterstützung angewiesen, um Tiere und Pflanzen, wie etwa den heimischen Kaisermantel, zu melden. Foto: LWL/Jan Ole Kriegs

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster und das Haus der Natur in Salzburg beginnen einen Wettkampf zur Artenvielfalt in der Region und starten den „Bioblitz Münster-Salzburg“. Dabei sind die beiden Häuser auf die Teilnahme der Menschen in Münster und Salzburg angewiesen, denn hier ist Mitmachen gefragt, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mitteilt. Gewonnen hat die Stadt, die bis Ende 2023 mehr Tier- und Pflanzenarten nachweisen konnte.

Mit der App „ObsIdentify“ lassen sich Naturbeobachtungen dabei ganz einfach mit dem Smartphone bestimmen und melden. Experten überprüfen außerdem die Bestimmung. Man kann aber auch über die Internetseite „Observation.org“ seine Beobachtungen eingeben.

Neue Arten entdecken

Das LWL-Museum und das Haus der Natur verbindet nicht nur eine langjährige Zusammenarbeit im Ausstellungsbereich. Die beiden Museen kooperieren auch mit der Stiftung Observation International, die eine weltweite Plattform für die Speicherung, Validierung und den Austausch von Naturinformationen bietet.

Da das Stadtgebiet von Münster wesentlich größer als das von Salzburg ist, wurden für Salzburg auch die angrenzenden Umland-Gemeinden der Stadt dazugenommen. Alle Beobachtungen zählen, die in den kommenden drei Jahren in den Städten Salzburg und Umgebung und in Münster auf Observation.org eingegeben werden, heißt es weiter.

Jan Ole Kriegs, Direktor des LWL-Museums für Naturkunde: „Wir sind uns bewusst, dass die Lebensräume im österreichischen Alpenvorland und in der Westfälischen Bucht und so die Wettbewerbsbedingungen nicht wirklich vergleichbar sind. Das macht am Ende aber auch den besonderen Reiz aus, zu schauen, wo welche Arten noch vorkommen.“

Beobachtungen melden – der Forschung helfen

Die eigenen Beobachtungen können mit Hilfe der App ObsIdentify ( https://observation.org/apps/obsidentify/ ) gemeldet werden. Sie ist mit modernen Bilderkennungsfunktionen für Pflanzen und Tiere ausgestattet. Mit deren Hilfe können schon jetzt viele Insekten- oder Pflanzenarten per Handyfoto automatisch bestimmt und direkt gemeldet werden.

Die Ergebnisse des Bioblitzes sind eine wichtige Grundlage für die Forschung und den Naturschutz, beispielsweise für die Erstellung von Roten Listen bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Sie sind aber auch geeignet für die Speicherung persönlicher Beobachtungen und Kartierungen.

Mit von der Partie im Team Münster sind neben allen Interessierten und dem LWL-Naturkundemuseum unter anderem die Nabu-Naturschutzstation Münsterland und das Institut für Landschaftsökologie der Universität.

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