Modellkommune ohne „Bundesnotbremse“
Projekte für Öffnungen in Münster werden kurzfristig abgestimmt

Münster -

Als Modellkommune könnte Münster mit einer stabilen Inzidenz unter dem Wert von 100 über weitergehende Öffnungen nachdenken. Noch ist es nicht soweit, heißt es beim städtischen Krisenstab.

Dienstag, 04.05.2021, 19:00 Uhr aktualisiert: 05.05.2021, 07:04 Uhr
Die Freibäder, hier die Coburg, werden für die Öffnung vorbereitet, bleiben aber bis auf weiteres geschlossen.
Die Freibäder, hier die Coburg, werden für die Öffnung vorbereitet, bleiben aber bis auf weiteres geschlossen. Foto: Oliver Werner

In der „Modellkommune“ Münster liegt die Inzidenz mittlerweile recht stabil unter der Grenze von 100, am Dienstag verzeichnete das Robert-Koch-Institut den Wert von 80,9. Doch anders als der benachbarte Kreis Coesfeld will Münster ganz aktuell noch nicht die „Karte“ als Modellregion ziehen und weitergehende Öffnungen in einzelnen Bereichen testen.

„Ab Mittwoch sind unsere Werte erstmal so, dass Modellprojekte in Münster gestartet werden können“, sagt dazu der Leiter des städtischen Krisenstabs, Wolfgang Heuer. Hierzu stehe die Endabstimmung zu den abschließend vom Land genehmigten Projekten und zu den genauen Startterminen noch aus. Diese Abstimmung erfolge „kurzfristig“, so Heuer, erst dann werde die Stadt die Öffentlichkeit informieren.

Infektionsentwicklung ohne Bundesnotbremse

In gewisser Hinsicht, so meint Heuer, „findet das vielleicht größte ‚Modellprojekt‘ aktuell schon in unserer Stadt statt: Wir werden in den nächsten Wochen möglicherweise sehen können, ob auch ohne Ausgangssperre, Testpflicht in Geschäften oder Distanzunterricht in den Schulen, also ohne die sogenannte ‚Bundesnotbremse‘, trotzdem die Infektionen in Münster zurückgehen werden.“ Sicher sei das nicht, „vielleicht kommt es noch einmal zu einem neuen Anlauf der dritten Welle“, warnt Heuer vor voreiligem Optimismus.

Wichtig zur Beurteilung der Gesamtsituation ist für den Krisenstab in Münster auch, wie sich die Lage in den Krankenhäusern entwickelt. „Momentan können wir für Münster einen nur leichten Rückgang der Zahlen feststellen“, betont Heuer.

Vorerst keine Öffnung von Freibädern

So ist trotz hoffnungsvoll stimmender aktueller lokaler Inzidenz noch nicht mit baldigen weitergehenden Lockerungen in Münster zu rechnen. Etwa die Öffnung von Freibädern ist vorerst nicht vorgesehen – in anderen Jahren ist an der Coburg am 1. Mai die Saison gestartet worden. Die städtischen Freibäder werden aber für den Betrieb vorbereitet, erklärt Sportdezernent Thomas Paal. Für die Schulen gilt in Münster mit einer stabilen Inzidenz unter 165 weiter nach der letzten Weisung des Schulministeriums vom 22. April die Vorgabe, im Wechselunterricht zu arbeiten. „Bis auf Weiteres.“

Schulen bis auf Weiteres im Wechselmodell

Die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes NRW läuft bis zum 14. Mai. Heuer geht davon aus, dass, sofern die derzeitige Pandemieentwicklung weiter anhält, ab dann mit Lockerungen in NRW zu rechnen sei.

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