Auftakt des Katholikentags
"Seid Botschafter des Friedens"

Münster -

Welch ein Bild: Die Mai-Sonne setzte sich gegen 18 Uhr doch noch gegen die dunklen Gewitterwolken durch. Die Domglocken läuteten mächtig, und gemeinsam mit drei Pfadfindern entzündete Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, kurz nach 18 Uhr ein Friedensfeuer auf der Dombühne, dessen Wurzeln wohl bis Bethlehem reichen.

Mittwoch, 09.05.2018, 19:56 Uhr aktualisiert: 11.05.2018, 16:59 Uhr
Auftakt des Katholikentags: "Seid Botschafter des Friedens"
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt für seine Rede zur Eröffnung sehr viel Beifall. Foto: Gunnar A. Pier

"In der Stadt des seligen Bischofs von Galen stellen wir uns jeder Form von Diskriminierung in den Weg", so lautete seine Friedensbotschaft zum Auftakt. Rund 15.000 Katholikentagsgäste stimmten dem applaudierend zu.

Grußwort vom Papst

Nicht per Videobotschaft wie noch in Leipzig, sondern durch den Mund des Nuntius Nikola Eterović hatte schon vor dem offiziellen Eröffnungsprogramm Papst Franziskus die Katholikentagsteilnehmer begrüßt. "Seid Botschafter des Friedens, der Verantwortung und der Barmherzigkeit", so forderte der Pontifex die Gläubigen auf. Und abschließend: "Ich wünsche Euch, dass der Katholikentag ein großes Fest des Glaubens wird und ein weithin sichtbares Zeichen des Friedens."

Vergesst bitte nicht, für mich zu beten!

Papst Franziskus

Steinmeier genoss Teilnahme

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier genoss sichtlich seine erste Teilnahme als Staatsoberhaupt auf einem Katholikentag und hatte sich für seine Rede neben der aktuellen politischen Friedensdebatte im Nahen Osten auch das Thema Ökumene vorgenommen: "Nicht als Bundespräsident, sondern als bekennender evangelischer Christ, der in einer konfessionsverschiedenen Ehe lebt, darf ich hinzufügen, was ich in Rom auch dem Papst sagen konnte: Ich bitte um die Offenheit für weiteres ökumenisches Zusammenwachsen. Und hier auf dem Katholikentag möchte ich bitten: Lassen Sie uns Wege suchen, den gemeinsamen christlichen Glauben auch durch gemeinsame Teilnahme an Abendmahl und Kommunion zum Ausdruck zu bringen. Ich bin sicher: Abertausende Christen in konfessionsverschiedenen Ehen hoffen darauf."

 

 

Was sonntags in den Gottesdiensten fehlt, kann das Kreuz im Behördeneingang nicht füllen.

Frank-Walter Steinmeier

Der Bundespräsident nahm abschließend das Leitwort des Katholikentages "Suche Frieden" auf und sagte: "Das Ringen um Ausgleich und Frieden zwischen zutiefst verschiedenen, ja zerstrittenen Kontrahenten ist mühsam. Das zeigt die Geschichte der Friedensverhandlungen zu Münster und Osnabrück. Aber dieser Frieden ist notwendig. Und er ist möglich – nach innen und nach außen! Das sollte die Botschaft dieses Katholikentages sein, die Botschaft aus der Friedensstadt Münster."

Münster längst wieder an der Reihe

Ob Bischof Felix Genn, Oberbürgermeister Markus Lewe, Ministerpräsident Armin Laschet oder Anne Hakenes vom münsterischen Katholikentags-Verein: Alle waren sich am Mittwochabend in kurzen Interviewsequenzen einig, dass Münster für den Katholikentag längst wieder an der Reihe war und mit dem Friedensthema den richtigen Leitfaden in unruhiger Zeit gewählt hat. 

Wir haben das coolste Mobilitätskonzept in Münster. Das heißt Fahrrad fahren.

Oberbürgermeister Markus Lewe

Katja Orthues und Anselm Thissen von der münsterschen Jugendkirche effata feierten bei der Eröffnungsfeier auf dem Domplatz ihre besondere Premiere. Seit vielen Jahren komponieren sie in ihrer Freizeit Musik, vornehmlich für Gottesdienste. Diese Erfahrung hat ihnen geholfen, auch für den Katholikentag in Münster ein Lied zu schreiben. Der Titel? „Suche Frieden.“ Die Textidee? „Der innere Frieden.“ Die Melodie: „Eingängig, rhythmisch, melodisch.“ Ob es zur Katholikentags-Hymne reicht, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

In einer spontanen Handy-Umfrage, die die junge Theologin Sophia Dohle erdacht hatte, zeigten die Katholikentagsgäste per Handyabstimmung spontan, wo sie am ehesten Frieden suchen und finden: Platz 1: Familie, Platz 2: zu Hause, Platz 3: Gemeinschaft.

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