Politische Positionen zum Beginn
So geht Katholikentag 2018

Münster -

So geht Katholikentag 2018: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Bischof Felix Genn und Prof. Dr. Thomas Sternberg beziehen klar Position, noch bevor die Podiumsdiskussionen beginnen.

Mittwoch, 09.05.2018, 22:10 Uhr aktualisiert: 10.05.2018, 20:02 Uhr
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war umlagert von Menschen. Nach der Eröffnung genoss das Bad in der Menge und schrieb unzählige Autogramme.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war umlagert von Menschen. Nach der Eröffnung genoss das Bad in der Menge und schrieb unzählige Autogramme. Foto: Ralf Repöhler

Es sind insgesamt 21 Kirchenglocken im Dom, in St. Lamberti und Überwasser, die die Megaveranstaltung mit über 70 000 erwarteten Besuchern einläuten. Doch die deutlichen Worte am ersten Tag des 101. Deutschen Katholikentages in Münster mit mehr als 1000 Veranstaltungen bis Sonntag sorgen durchaus für einen ähnlichen Widerhall.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Bischof Felix Genn und Prof. Dr. Thomas Sternberg beziehen klar Position, noch bevor die Podiumsdiskussionen beginnen. So geht Katholikentag 2018.

Beispiele: Steinmeier feuert bei seiner Eröffnungsansprache am Mittwochabend eine fulminante Breitseite gegen Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder ab, der Kreuze in Behördengebäuden anbringen ließ: „Was sonntags in den Gottesdiensten fehlt, kann das Kreuz im Behördeneingang nicht füllen. Der Staat hat Religion nicht zum Instrument von Politik zu machen.“ Laschet sorgt sich wegen Trumps Politik, um den Nahen Osten und Syrien: „Man denkt jeden Tag, die Welt ist aus den Fugen geraten. Wenn Zehntausende ein Gegensignal setzen, dient das dem ganzen Land.“ Genn bemängelt die Hilflosigkeit der Staatengemeinschaft: „Wann, wenn nicht heute, bräuchte es eine erneuerte Friedensbewegung in unserem Land? Wer, wenn nicht Christen, sollten an der Spitze stehen?“ Sternberg warnt vor politischen Alleingängen: „Ja zu Europa, Nein zum Nationalismus.“

Die dunkle Limousine mit dem Bundespräsidenten und seiner Ehefrau Elke Büdenbender trifft früher als erwartet vor dem Bischöflichen Palais ein. Sternberg überreicht dem Staatsoberhaupt zur Begrüßung einen türkisfarbenen Katholikentagsschal. „Schön, Sie wiederzusehen“, begrüßt Steinmeier Bischof Genn.

In der ersten Reihe vor der gigantischen Bühne auf dem Domplatz sitzen unter anderem der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Reinhard Kardinal Marx, und die ehemalige Grünen-Chefin Claudia Roth. Zwischen stimmungsvollen Liedern der Chöre des Paulinum und Piano mit der Band Effata erhofft sich der Bundespräsident „als Privatmann und bekennender evangelischer Christ“ vom Katholikentag die Suche nach ökumenischen Wegen, die ein gemeinsames Abendmahl ermöglichen. Abertausende Christen würden darauf warten, sagt er. Bei dieser Botschaft klatscht auch Kardinal Marx.

„Frieden ist die wichtigste Botschaft“, sagt Sternberg. Die Worte über dem Eingang des Friedenssaals hätten nichts von ihrer Strahlkraft verloren. „Wir wollen den Frieden für alle Menschen“, eröffnet Sternberg den Katholikentag 2018, als Pfadfinder das Friedenslicht von Bethlehem entzünden.  

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