Stadtgeflüster-Interview: Dominik Irtenkauf und Erich von Däniken auf den Spuren der Aliens
Besuch aus dem All

Die Pyramiden, Stonehenge, Felszeichnungen der Steinzeit – keineswegs Zeugnisse der menschlichen Hochkulturen. Erich von Däniken ist überzeugt: Aliens haben unseren Planeten besucht, entwarfen als Super-Ingenieure die Pläne für diese Monumentalbauten. Die frühen Menschen verehrten  sie als Götter. Von Däniken polarisiert mit solchen Thesen. In den 70er- und 80er-Jahren erreichte er damit Millionenauflagen.  Auch heute sind die Rätsel der Menschheit nicht gelöst. Der Schweizer Ex-Hotelier zeigt dementsprechend keine  Ermüdungserscheinungen bei seiner Suche nach der Wahrheit aus dem Kosmos.

Mittwoch, 16.01.2019, 16:08 Uhr
Stadtgeflüster-Interview: Dominik Irtenkauf und Erich von Däniken auf den Spuren der Aliens: Besuch aus dem All
Der weltweiten Suche nach Beweisen für Begegnungen der Dritten Art hat sich Erich von Däniken verschrieben. Foto: Illustration: Stadtgeflüster Interview – Thorsten Kambach

Herr von Däniken, wird es nicht Zeit für die Rente? Sie feiern dieses Jahr Ihren 83. Geburtstag.

Nein. Ich denke nicht, dass die Zeit dafür gekommen ist.

 

Was treibt Sie immer noch an?

Ich bin überzeugt, dass Außerirdische hier sind. Dass sie sich früher oder später zeigen werden. Und ich möchte einen Schock – ich nenne ihn den „Götterschock“ – verhindern. Ich möchte nicht, dass die Menschen durchdrehen, millionenfachen Selbstmord begehen, dass sie am Lebenszweck verzweifeln, wenn sie begreifen, das und das in den Religionen war falsch. Ich möchte das nicht. Sie sollen sich langsam auf die Möglichkeit vorbereiten: Wir sind nicht allein.

 

Aber Sie hatten selbst noch keine UFO-Sichtung?

Was ich bedauere. Ich würde gerne mal ein UFO sehen. (lacht)

 

Ich denke nicht, dass man es planen kann.

Nein, das kann man nicht.

 

Provozieren wohl eher, wenn ich an die SETI-Forschung und das Senden der Radiosignale in den Kosmos denke.

Das ist richtig. Wir schicken immer noch Signale ins All. Und zwar nicht nur Radio-, sondern auch optische Signale. Nur, die Chance, eine Antwort zu erhalten, ist verschwindend gering. Ob Radiosignal  oder Laser, alles ist an die Lichtgeschwindigkeit gebunden,  300 000 Kilometer pro Sekunde. Es dauert eine Ewigkeit, bis irgendeine Form von Signal auf einem Planeten landet.

 

Was wäre die Lösung?

Es muss irgendetwas Anderes geben, etwas Überlichtschnelles, das wir noch nicht entdeckt haben. Etwas, womit man im Universum kommunizieren kann, ohne an die Lichtgeschwindigkeit gebunden zu sein. Das ist noch Science- Fiction, wird aber schnell genug Realität werden.

 

Sie sagen, diese Außerirdischen waren unsere Lehrmeister. Inwiefern?

Das beste Beispiel sind die Pyramiden in Ägypten. Ich kenne die Lehrmeinung. Ich weiß, dass die Archäologen davon ausgehen, dass die Cheopspyramide von einem Pharao erbaut worden sei, der Cheops hieß, circa 2500 vor Christus lebte und zur vierten Dynastie gehört. Aber Cheops’ Vorfahren, sein Urgroßvater und Großvater, kamen schnurstracks aus der Steinzeit. Jede Technologie durchläuft eine Entwicklung. Sie ist nicht einfach da. Die Pyramide musste geplant werden, sämtliche Gänge, Schächte, Korridore, alle Räume mussten fertig gezeichnet und berechnet werden, bevor der erste Stein grundgelegt wurde. Diese Planungsleistung passt nicht zu Cheops’ Zeiten.

 

Ich vermute, an dieser Stelle kommen die Aliens ins Spiel.

Richtig. Da treten die Lehrmeister auf den Plan. Es gibt Überlieferungen, die behaupten: Die Große Pyramide sei von einem Pharao gebaut worden, der heiße Saurit. Und Saurit sei derselbe, den die hebräische Gemeinschaft Henoch nennt. Henoch wiederum war der siebte Patriarch vor der Flut. Der erste Mensch, der die Erde in einem feurigen Wagen verlassen hat. Henoch hat von den Lehrmeistern im Weltall viel gelernt, vermutlich auch die architektonische Planung für den Bau der Großen Pyramide. Aber die Drecksarbeit, Blut, Schweiß und Tränen, die haben die Menschen gemacht.

 

Hm. Die Außerirdischen lassen sich schlecht nachweisen. Betrug und Fälschungen sind Tür und Tor geöffnet. Viele Menschen, die Ihre Bücher lesen, verstehen nicht, was die Aliens in der Kulturgeschichte zu suchen haben.

Ich schaue mir immer den Zeitgeist an. Unsere Vorväter waren sicher brillante Wissenschaftler. Ich denke jetzt an Übersetzer von alten Schriften. Grundehrliche Leute, denen ging es nie um eine Vertuschung. Aber der Zeitgeist damals war ein anderer. Sie wussten nicht, dass Menschen fliegen können werden, dass es mal Raumschiffe geben wird, sie wussten nicht, dass wir da draußen erdähnliche Planeten entdecken werden.

 

Das heißt was?

Wir wissen heute mehr und deshalb ist die Interpretation, wie ich sie bringe, genau so vernünftig wie die gestrige Interpretation. Welche Interpretationen sich letztendlich durchsetzen, ist eine Frage des Zeitgeistes und eine Frage der Beweise. Was hält stand und was kippt wieder runter? Das wird die Zukunft bringen. Aber ich bin hier sehr zuversichtlich.

 

Um nochmals auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Was hat sich denn bis heute verändert in Bezug auf die UFO-Frage? In Ihren Büchern und Vorträgen sprechen Sie immer wieder tabuisierte Stellen an. Hat sich das nicht deutlich verändert?

Mit den UFOs haben wir stets Probleme gehabt, weil wir unterschiedliche Phänomene am Firmament wahrnehmen, die zu verschiedenen Schlüssen führen. Zum Beispiel schickt irgendeine Diskothek nachts im Freien Laserstrahlen in den Himmel. Die werden in einer Wolke reflektiert, vielleicht 30 oder 40 Kilometer entfernt sieht jemand Lichter am Himmel, weiß aber nicht, dass darunter eine Diskothek ist – so entstehen UFO-Geschichten. Oder irgendwelche Leichtflugzeuge blinken in der Sonne und werden dann zum UFO. Das Wort „UFO“ bedeutet „Unbekanntes fliegendes Objekt“. Da wimmelt es von allen möglichen Gattungen von UFOs, von Missverständnissen.

 

Das müsste man genauer untersuchen.

Das machen diverse UFO-Gruppen. Aber weil es viele dieser Irrtümer gibt, hat man das UFO-Thema nie ernst genommen. Hinzu kommt, dass die CIA bereits Ende der fünfziger Jahre einen Befehl herausgegeben hat, sämtliche UFO-Sichtungen sollen lächerlich gemacht werden.

 

Wie sehen Sie das?

Unabhängig von diesen Missverständnissen gibt es UFOs. Das wissen wir, weil es Radardiagramme gibt, die sind von Flughäfen und Flugzeugen aufgenommen worden. Man hat sie gefilmt. Man kennt die Einspielungen. Neben all diesem Quatsch gibt es echte UFOs – dies in der Öffentlichkeit auseinanderzuhalten, fällt nicht leicht.

 

Man glaubt den Augenzeugen nicht und manchmal werden sie ins Lächerliche gezogen.

Sie haben völlig Recht. Dann fehlt es noch an Zivilcourage. Nicht jeder hat einen breiten Rücken und hält es aus, wenn man sich über ihn lustig macht. Es braucht Kraft, Zivilcourage und Mut, aufzutreten. Da muss man sich der Sache sicher sein. Nicht nur spekulieren. Ich habe in meinem Buch „Botschaften aus dem Jahr 2118“ etwa fünfzehn Zitate gebracht, von brillanten Wissenschaftlern und hohen Politikern, die heute zu den UFOs stehen. Vor zehn Jahren hätte keiner diese Aussagen gemacht.

 

Gibt es Gründe für diese plötzliche Offenheit?

Weil man heute einfach weiß, dass man es nicht mehr verheimlichen kann. Es nützt nicht mehr, die Sache lächerlich zu machen. So viele Menschen sind glaubwürdige Augenzeugen geworden, haben etwas erlebt und lassen sich nicht mehr den Mund verbieten.

 

Also mehr Demokratie.

Dazu kommen die militärischen Vorfälle. Raketenabschussbasen sind von UFOs komplett lahmgelegt worden. Das spricht sich herum. Die NASA hat UFOs gefilmt. Astronauten haben UFOs gesehen. Es kommt in die Öffentlichkeit, da kann man einfach nicht immer nur den Deckel draufhalten. Langsam muss man sich sagen: Komm, informiere doch die Menschheit, die wird doch nicht so blöd sein und durchdrehen.

 

Welches Fazit würden Sie denn aus Ihrem Leben als Prä-Astronautik-Forscher ziehen?

Ich bin nach wie vor eine umstrittene Persönlichkeit. Ich weiß, dass viele Wissenschaftler gute Gründe haben, nichts von Außerirdischen zu halten und keine hohe Meinung von Erich von Däniken zu haben. Aber diese Sorte Wissenschaftler hat nie Erich von Däniken gelesen oder mit ihm gesprochen. Es gibt eine andere Sorte Wissenschaftler, die werden immer mehr, die haben gemerkt, da ist etwas dran, was der Erich von Däniken sagt.

 

Es lief also nicht ganz so schlecht?

Ich bin dankbar, dass ich etwas in Bewegung gesetzt habe, wobei ich – und das ist mir wichtig – nie ein Guru oder Rechthaber war. Mir ging’s nie darum, zu sagen: Nur meine Meinung ist wichtig. Ich wollte nur klarmachen: Betrachtet es von der anderen Seite. Es gibt noch mehr Perspektiven.

 

Sowohl in Ihren Vorträgen als auch den Büchern betonen Sie die Notwendigkeit der Weltraumfahrt. Sie machen sich für den Aufbruch des Menschen ins All stark.

Ich bin der Meinung, wir sind nicht nur auf der Erde groß geworden. In der Schule lernte ich, das Leben auf der Erde hätte mit der Ursuppe begonnen. Da haben sich Atome zu Molekülen zusammengefunden, Moleküle zu Molekülketten, daraus wurde die Evolution. Inzwischen weiß ich, dass die Ursuppentheorie nicht mehr gilt.

 

Und jetzt?

Jetzt fragt man sich: Ja, woher kam denn das Leben, wenn die Urmoleküle nicht auf der Erde entstanden sind? Die Wissenschaftler meinen jetzt, dass das Leben von außen kam. Genau das steht in den Schriften: Die Götter schufen die Menschen nach ihrem Ebenbilde. Also sind wir zum Teil außerirdisch, obwohl wir auf der Erde aufgewachsen sind.

 

Wie gehen wir heute  damit um?

In unserem Denken ist eine Sehnsucht nach dem All, als ob das nicht unsere einzige Heimat hier wäre. Da ist eine Faszination. Wir starren hinaus und fragen uns: Was bewegt sich hier zwischen den Sternen? Wir Menschen sehen es nicht. Wir sind vielleicht ein Teil davon. Nur ein mikroskopischer Teil, aber wir gehören dazu. Das ist schon ein philosophischer und träumerischer Gedanke.

 

Herr von Däniken, ich danke Ihnen für das interessante Gespräch.

 

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Erich von Däniken

Erich von Däniken wurde 1935 in der Schweiz in eine Familie von Hoteliers geboren. Nach der Ausbildung in dem Gewerbe und anfänglichen Jobs als Koch, Kellner und Rezeptionist begibt sich von Däniken auf eine weltweite Suche nach Beweisen für Begegnungen der Dritten Art. Das bringt ihm mehrere Ehrendoktorwürden ein, zum Beispiel von der Universidad Boliviana (1975). Die Weltauflage seiner Werke liegt bei circa 70 Millionen Exemplaren. Mehrere seiner Bücher wurden verfilmt, nach seinen Ideen entstanden diverse TV-Serien. In der Forschungsgesellschaft A.A.S.  (Archäologie, Astronautik und SETI) versammelt er Forscher, die sich seiner Suche anschließen.

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