Weiterbildung
Marte-meo – aus eigener Kraft

Saerbeck -

Beobachtung, Reflexion und positive Bestärkung – genau das sind Elemente des Marte-meo-Ansatzes, den die evangelische Jugendhilfe Münsterland zurzeit im Bereich der Kindertagesstätten einführt. Jetzt endete eine weitere halbjährige Fortbildung zur Marte-meo-Praktikerin für sieben Erzieherinnen mit der Übergabe der Zertifikate.

Sonntag, 03.04.2016, 11:47 Uhr
Die Video-Kamera, die bei der Beobachtung eigenen Handelns hilft, ist ein Element der Marte-meo-Fortbildungen der evangelischen Jugendhilfe, die Yvonne Stermann (Dritte von rechts) durchführt.
Die Video-Kamera, die bei der Beobachtung eigenen Handelns hilft, ist ein Element der Marte-meo-Fortbildungen der evangelischen Jugendhilfe, die Yvonne Stermann (Dritte von rechts) durchführt. Foto: Alfred Riese

Wissen, was man tut und wie man es tut, ist eigentlich immer gut. Auch um herauszufinden, was gut läuft und was man vielleicht noch aufbauen könnte. Man kann das etwas schlauer formuliert Beobachtung, Reflexion und positive Bestärkung nennen. Genau das sind Elemente des Marte-meo-Ansatzes, den die evangelische Jugendhilfe Münsterland zurzeit im Bereich der Kindertagesstätten einführt. Jetzt endete eine weitere halbjährige Fortbildung zur Marte-meo-Praktikerin für sieben Erzieherinnen mit der Übergabe der Zertifikate. Die Frauen arbeiten in Jugendhilfe-Einrichtungen in Rheine, Münster, Reckenfeld und Saerbeck . Leiterin der Fortbildungen ist Yvonne Stermann , Marte-meo-Therapeutin, kollegiale Fachberaterin, in Ausbildung zur Supervisorin und ansonsten Leiterin der Kita Emilia in Saerbeck.

Einen anderen, genaueren Blick auf die Fähigkeiten der Kinder zu bekommen, gab eine Teilnehmerin als Grund für ihr Interesse an Marte-meo an. Der Weg dahin führt laut Yvonne Stermann über das Herausarbeiten der Fähigkeiten, der positiven Aspekte der handelnden Erzieherinnen.

Das geschieht unter anderem durch Selbst- und Fremdbeobachtung, auch durch die Analyse von Videoaufnahmen des eigenen Handelns mit Kindern, die die Erzieherinnen in die monatlichen Treffen mitbrachten. „Wenn man die Hemmschwelle erst einmal überwunden hat, ist Marte-meo sehr hilfreich“, kommentierte eine Teilnehmerin. Eine andere fand „die Abkehr vom Denken in Defiziten hin zum Positiven gut, zur Sicht auf die Fähigkeiten, auf die sich aufbauen lässt“. Das gelte für Erzieherinnen wie für Kinder gleichermaßen. „Die positive Wirkung als Erzieherin gezielter, bewusster einsetzen“, nannte Yvonne Stermann als ein Ziel von Marte-meo. Für die Jugendhilfe-Fortbildungen gibt es eine Warteliste, berichtete sie.

Konzipiert wurde die Marte-meo-Methode in den späten 1970er Jahren von der Niederländerin Maria Aarts , um die Stärken der Handelnden zu erkennen, um daraus wiederum die Kraft zu schöpfen, Erziehungsprobleme zu beseitigen. Der Name Marte-meo leitet sich ab vom lateinischen „mars martis“, was übersetzt in etwa „aus eigener Kraft“ bedeutet.

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