Wowimat i BEP?
Nicht immer liegt die Würze in der Kürze

Abkürzungen, das weiß jeder Autofahrer, sind eine feine Sache. Früher, als es noch Telegramme gab, sparten Abk. („Ank. FR. 13. Stopp) bares Geld. Und jeder Verwaltungsangestellte kann mit Wohlwollen rechnen, wenn er RindütGe in die Tischvorlage schreibt statt des unfallträchtigen Rind­fleisch­eti­ket­tie­rungs­über­wa­chungs­auf­ga­ben­über­tra­gungs­ge­setzes oder GrundzuVer statt Grund­stücks­ver­kehrs­ge­neh­mi­gungs­zu­stän­dig­keits­über­tra­gungs­ver­ord­nung. (Die albernen Abk. lassen wir mal außen vor: „IKEA = Idioten kaufen einfach alles“.)

Montag, 02.01.2017, 14:30 Uhr

Mit WhatsApp , SMS und ihren elektronischen Verwandten treibt die Abkürzungswut jedoch auch herz- und hirnlose Blüten: „Kajenimemispä“ heißt übersetzt „Kann jetzt nicht, melde mich später“, aus Kurzdeutsch „Leia“ wird Langdeutsch „Liebling, es ist aus“, und eine Verabredung in den Saerbecker Bioenergiepark sieht dann so aus: „Wowimat i BEP?“ („Wollen wir uns mal im Bioenergiepark treffen?“)

Überhaupt BEP: (Nicht zu verwechseln mit BEP: Bund Europäischer Pfadfinder, Bureau of Engraving and Printing oder Belastungserprobung) Bioenergiepark ist ein selten perfektes Wort mit einem vollendet ausgewogenen 7:7-Verhältnis von Vokalen und Konsonanten. Zweimal sieben sind 14, und 14 steht in der mystischen Numerologie für Güte und Barmherzigkeit; außerdem 14 ist ja auch die Zahl der Heiligen und Helfer in Not.

Warum also, liebe SBKer (Saerbecker) soll man dieses schöne sechssilbige Wort ohne Not auf drei Buchstaben zusammenstauchen, die sich bestenfalls auf Nepp, Sepp und Depp reimen? Kann man machen, macht die GmVW (Gemeindeverwaltung) ja auch, muss man aber nicht, denn nicht die Abkürzungen , sondern die Umleitungen sind es, die das Leben erst lebenswert machen.  MfG: lü

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