Saalweide im „Garten Eden“ am Seniorenzentrum soll den Trennungsschmerz lindern
Mein Freund, der Schnullerbaum

saerbeck -

Es ist noch gar nicht lange her, da wanderten die ausgelutschten Schnuller in die Restmülltonne. Das Geschrei der um ihre Seelentröster gebrachten Kinder ließ nicht selten Häuserwände ein- und Eltern in Verzweiflung stürzen. Dass inzwischen immer weniger Häuserwände einstürzen, ist einer dänischen Besänftigungs-Methode zu verdanken: dem Schnullerbaum, der hilft, den Trennungsschmerz zu lindern. Dass Saerbeck jetzt auch solch einen tröstenden Baumfreund bekommt, soll nicht nur abschnullernde Kleinkinder besänftigen, sondern auch Zahnärzte und Senioren beglücken.

Freitag, 05.05.2017, 22:03 Uhr aktualisiert: 07.05.2017, 13:31 Uhr
Im „Garten Eden“ am Seniorenzentrum haben Kita-Leiterin Gudrun Baakmann und Erzieher (und Ideengeber) Paul Krüger, Bettina Rudolph vom Seniorenzentrum und Bürgermeister Wilfried Roos diese imposante Salweide als geeignetsten Schnullerbaum ausgemacht.
Im „Garten Eden“ am Seniorenzentrum haben Kita-Leiterin Gudrun Baakmann und Erzieher (und Ideengeber) Paul Krüger, Bettina Rudolph vom Seniorenzentrum und Bürgermeister Wilfried Roos diese imposante Salweide als geeignetsten Schnullerbaum ausgemacht. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Idee, in Saerbeck den 27. Schnullerbaum Deutschlands in Dienst zu stellen, hatte das Team des DRK-Kindergartens Burg Funkelstein. „Wir haben zuerst an die Bach­aue gedacht, die liegt zentral und ist öffentlich zugänglich“, sagt Leiterin Gudrun Baakmann. Mit diesem Vorschlag wandte sie sich an den Bürgermeister, der einen ganz anderen, sinnigerweise symbolträchtigen Ort vorschlug: den „Garten Eden“ am Seniorenzentrum. An der dortigen, stolz aufragenden Salweide sollen sich zweimal im Jahr Jung und Alt zu einem Beschnullerungsfest treffen; ein Termin für die Erstbeschnullerung wird wohl noch vor den Sommerferien stattfinden, stellten Gudrun Baakmann und Bettina Rudolph in Aussicht.

Bis dahin müssen jedoch noch viele organisatorische Fragen geklärt werden: Was für eine Art Fest soll es werden? Nehmen wir eine Leiter oder einen Hubwagen, um die Schnuller aufzuhängen? Und muss womöglich an der Baumbank noch was gemacht werden? Fest steht indes: weil es ein Angebot für alle Saerbecker Kinder sein soll, werden die Modalitäten des ersten Festes rechtzeitig bekannt gegeben.

Als urkundentauglichen Beleg für die freiwillige Übereignung des Duttels, Foppers, Nubbels – oder wie auch immer die lecker nach Latex oder Silikon schmeckenden Gesichtsstöpsel auch genannt werden – bekommt jedes Kind ein Schnullerzertifikat. Und sollten trotz allem eines Tages Wehmutstränchen aufsteigen, können Mama, Papa und das Kind den Schnullerbaum jederzeit besuchen.

Zum Thema

Buchtipp der Stiftung Lesen: „Der Schnullerbaum“ von Anna-Lena R. Toepfer und Constanze Werneburg.

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