Hegering löscht kritisierten Facebook-Eintrag
Jagdszenen im Saerbecker Wahlkampf

Saerbeck -

Die Grünen sind empört und stehen mit ihrem Groll auf den Saerbecker Hegering nicht alleine da, wie etliche Kommentare auf Facebook belegen. Ebendort hat der Hegering ein Poster eingestellt, auf dem dazu aufgerufen wird, „Die Verbotspartei“, wie es dort heißt, am Sonntag aus dem Landtag zu jagen. Der Hegering hat den Post inzwischen gelöscht.

Montag, 08.05.2017, 15:28 Uhr aktualisiert: 09.05.2017, 15:35 Uhr
Diesen Facebook-Post des Saerbecker Hegerings bezeichnet Hermann Stubbe als „völlig absurd, ungeheuerlich und dumm“.
Diesen Facebook-Post des Saerbecker Hegerings bezeichnet Hermann Stubbe als „völlig absurd, ungeheuerlich und dumm“. Foto: dds

Die Grünen sind empört und stehen mit ihrem Groll auf den Saerbecker Hegering nicht alleine da, wie etliche Kommentare auf Facebook belegen. Ebendort hat der Hegering ein Poster eingestellt, auf dem dazu aufgerufen wird, „Die Verbotspartei“, wie es dort heißt, am Sonntag aus dem Landtag zu jagen.

Das alleine schon, moniert Grünen-Politiker Hermann Stubbe, sei „angesichts der Tatsache, dass dieses Jagen bei Jägern üblicherweise tödlich endet, schon grenzwertig“. Weitaus schlimmer, ja „völlig absurd“ findet Stubbe die ebenfalls auf dem Poster zu findende Bezeichnung der Grünen als „Ökofaschisten“. Stubbe: „Dass man uns in einem Wahlkampf, in dem Rechtsextreme tatsächlich dabei sind, ins Parlament einzuziehen, als „Ökofaschisten“ bezeichnet und die von uns gerne verwendete Anti-Atom-Sonne mit Hitlerbärtchen versieht, ist nicht nur ungeheuerlich, sondern in hohem Maße auch einfach dumm.“

Hermann Stubbe erwartet eine deutliche Reaktion und eine Entschuldigung des Hegerings, „weil in diesem Post jede rote Linie der demokratischen Auseinandersetzung und des Respekts vor Menschen überschritten wurde und jedes historische Gespür abhanden gekommen zu sein scheint.“

Der Hegering hat inzwischen auf die Grünen-Kritik reagiert und das Bild auf Facebook gelöscht. Hegeringleiter Hubert Entrup bedauert in einer Stellungnahme, „dass der unbekannte Bildautor mit dem letztgenannten Zitat die Grenzen eines respektvollen, demokratischen Meinungsaustausches überschritten hat.“

Zugleich fordert der Hegering aber auch von den Grünen einen respektvollen und demokratischen Umgang mit dem ländlichen Raum. Hubert Entrup weiter: „Unsachliche Diffamierungen der Jäger als Katzenkiller, wie sie aktuell von Hermann Stubbe wiederholt werden, oder die Verhöhnung der Betroffenen durch das Zuprosten mit Jägermeisterflaschen sollten sich damit ebenso verbieten. In seinem Zitat, dass wir die Grünen aus dem Landtag jagen wollen, unterstellt er uns Jägern, dass wir das mit Waffengewalt tun wollen. Hier stellt sich uns die Frage nach gutem Geschmack.“

Hermann Stubbe bezeichnet das neu geregelte Jagdgesetz, das wiederum den Hegering ärgert, als sinnvolles Abwiegen zwischen den Positionen des Naturschutzes und den berechtigten Interessen der Jäger. Gerade die Grünen seien massiv angefeindet worden. Man könne das Ergebnis ablehnen, „dass mit dem ökologischen Jagdgesetz der Grün-Roten Landesregierung jedoch der Faschismus Einzug hält, ist völlig absurd. Ich kann da nur sagen: Da hat jemand den Schuss nicht gehört.“

Zu dem Foto, das Grünen-Politiker zeigt, die sich mit „Jägermeister“ zuprosten, schreibt der Hegering: „Das Bild wurde einen Tag nach Verabschiedung des umstrittenen Landesjagdgesetzes aufgenommen und steht im ländlichen Raum sinnbildhaft für die Verhöhnung der Landbevölkerung durch die grüne Politik.“

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