Wie viele Saerbecker lesen eigentlich noch die Zeitung?
Fake News aus dem Ratssaal

Ratsherr Bernd Willebrandt wird nicht müde, in Ausschuss- und Ratssitzungen zu behaupten, dass nur noch jeder dritte Saerbecker die Zeitung lese. Woher er dieses angebliche Wissen hat, behält er bislang für sich. Es sind leider, auch daran gibt es nichts zu deuteln, Fake News, die auch als alternative Fakten nicht mehr durchgehen, weil es da die TZ-Media GmbH in Düsseldorf gibt, ein sehr seriöses Institut, das vielen Zeitungen verlässliche und belastbare Zahlen liefert.

Donnerstag, 11.05.2017, 07:14 Uhr aktualisiert: 11.05.2017, 07:20 Uhr
 
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Das Internet bedrängt die Tageszeitung, das ist gesicherte Erkenntnis. Und es sind vor allem junge Leute, die lieber Twitter, Facebook Instagram und sonstwas aus dem nimmersatten Internet lesen als einen netten Text über Oma Ellis 90. Geburtstag, Pläne über neue Wohnanlagen oder politische Kabbeleien um die Hundesteuer.

Auch in Saerbeck? „Aber ja!“, sagt Ratsherr Bernd Willebrandt, der nicht müde wird, in Ausschuss- und Ratssitzungen zu behaupten, dass nur noch jeder dritte Saerbecker die Zeitung lese. Woher er dieses angebliche Wissen hat, behält er bislang für sich. Es sind leider, auch daran gibt es nichts zu deuteln, Fake News, die auch als alternative Fakten nicht mehr durchgehen, weil es da die TZ-Media GmbH in Düsseldorf gibt, ein sehr seriöses Institut, das vielen Zeitungen verlässliche und belastbare Zahlen liefert.

Und die sehen für Saerbeck folgendermaßen aus: Im Dorf gibt es aktuell 5646 deutschsprachige Erwachsene (ab 14 Jahren) und 2522 deutschsprachige Haushalte. Von der gesamten verkauften Auflage beider Zeitungen (Westfälische Nachrichten und Münstersche Zeitung) werden 1245 Exemplare in Saerbecker Briefkästen gesteckt oder im Dorf verkauft; das entspricht einer Haushaltsabdeckung von 49,4 Prozent. Bedenkt man nun, dass sich etliche Nachbarn und Familien eine Zeitung teilen, liegt diese Quote sogar noch etwas höher.

Das Internet bedrängt die Zeitung, das ist gesicherte Erkenntnis. Aber schon vor über 200 Jahren schimpfte der Philosoph Arthur Schopenhauer: „Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.“ Das mag man so sehen oder anders, und auch das Schokoladenstückchen Dorfklatsch kriegt ja als seinen Platz in der Zeitung. Und so verschieden Namen, Sportberichte, Kirchentermine (und Ratsherren-Behauptungen) auch sind, eines sollten sie gemeinsam haben: Wahrhaftigkeit .  Hans Lüttmann

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