Ambulant betreutes Wohnen an der Bachaue
Eigene Wohnung statt Heim

Saerbeck -

Die Ledder Werkstätten bauen ihr Angebot für Menschen mit Behinderung in Saerbeck aus. In den Neubau zwischen Emsdettener Straße und Bachaue sind jetzt die ersten Mieter eingezogen. Das Gebäude hat 14 Apartments, die im Laufe des Jahres bezogen werden sollen. Die Bewohner werden ambulant betreut.

Freitag, 12.05.2017, 15:22 Uhr aktualisiert: 14.05.2017, 16:00 Uhr
Am Wochenende sind die ersten beiden Parteien an der Emsdettener Straße 13 eingezogen. Insgesamt 14 Menschen mit Behinderung werden das Ambulant Betreute Wohnen der Ledder Werkstätten nutzen. Zurzeit stellen Handwerker noch ein Carport für Mülltonnen und Fahrräder vorm Haus auf. Ansonsten ist die Wohnanlage fertiggestellt.
Am Wochenende sind die ersten beiden Parteien an der Emsdettener Straße 13 eingezogen. Insgesamt 14 Menschen mit Behinderung werden das Ambulant Betreute Wohnen der Ledder Werkstätten nutzen. Zurzeit stellen Handwerker noch ein Carport für Mülltonnen und Fahrräder vorm Haus auf. Ansonsten ist die Wohnanlage fertiggestellt. Foto: prf

Die ersten beiden Mietparteien sind gerade an der Emsdettener Straße eingezogen. Alle Beete sind angelegt, die Rasensaat hinterm Haus geht auf. Aktuell installieren Handwerker noch ein Carport für Fahrräder und Mülltonnen, ansonsten ist der Komplex in Sichtweite der Pfarrkirche fertig: Die Ledder Werkstätten bieten jetzt Ambulant Betreutes Wohnen in Saerbeck an. Zwölf weitere Mietparteien würden im Laufe des Jahres die insgesamt 14 Apartments beziehen, kündigt Jörg Birgoleit an. Gut 1,2 Millionen Euro investierten die Werkstätten, um Menschen mit Behinderung diese Wohnform an zentraler Stelle anzubieten, so der Pressesprecher weiter. Sie ersetzt heute für Menschen mit leichteren Behinderungen vielfach das Heim.

Die diakonische Einrichtung aus Tecklenburg-Ledde hatte das 1200 Quadratmeter große Grundstück vor Jahren gekauft. Im März 2015 war erster Spatenstich mit Bürgermeister Wilfried Roos, den Gronauer Architekten und dem Lienener Bauunternehmen Großmann, das den Rohbau erstellte. Die Mieter beziehen jeweils 36 Quadratmeter große Wohnungen (alle mit einfachen Kochzeilen und teils mit sogenanntem Tandem-Bad für zwei Nutzer ausgestattet) in dem zweieinhalbgeschossigen Gebäude. Es ist durchgehend barrierefrei konzipiert, verfügt also beispielsweise über entsprechende Türbreiten und einen Aufzug. Das gewährleistet, dass auch Personen mit höheren körperlichen Einschränkungen dort wohnen können.

Große Wohnküchen mit bodentiefen Fenstern auf beiden Vollgeschossen bieten Raum für gemeinsame Aktivitäten und Kommunikation. Im Kellergeschoss ist ein Raum vorgesehen, wo Mitarbeiter aus dem Betreuer-Team stundenweise arbeiten können. Die fachliche Begleitung der Mieter wird über sogenannte Fachleistungsstunden abgedeckt: Stundenweise pro Woche begleitet ein sogenannter Fallmanager die Person in abgestimmten Teilbereichen ihres Lebens. Weil das außerhalb der Werkstatt-Arbeitszeiten geschieht, wird an den Nachmittagen und Abenden in der Woche öfter ein Fallmanager im Hause sein, der ansprechbar auch für andere Bewohner ist.

Aktuell etwa 240 Klienten nutzen das Ambulant Betreute Wohnen der Ledder Werkstätten. Sie sind verteilt auf eigene Mietwohnungen, Stadtwohnungen, Wohnkomplexe oder Mehr-Parteien-Häuser dezentral an vielen Orten im Tecklenburger Land. In Ibbenbüren entsteht gerade eine Wohnanlage mit weiteren 14 Single-Apartments. Dort treten die Ledder Werkstätten nicht als Eigentümer, sondern als späterer Ankermieter auf.

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