Saerbecks Gemeindewappen gibt es jetzt auch in einer gläsernen Version
Transparentes Dankeschön

Saerbeck -

Nur Alfons Günnigmann hat schon eins. Die anderen verwahrt der Bürgermeister im Rathaus. 25 Stück hat er, zunächst, bestellt: Glasbilder der Größe C, die das Gemeindewappen zeigen. „Kaufen kann man das nicht“, sagt Wilfried Roos, „und was man tun oder leisten soll, um eines zu bekommen, steht auch nirgendwo. Es ist ein neues Geschenk der Gemeinde, Verschenkkriterien gibt es nicht.“ Und Alfons Günnigmann? „Dem habe ich das erste geschenkt, als er zum Ehrenvorsitzenden der CDU gewählt wurde. Der hat schon alles, habe ich gesagt, das aber kann er noch nicht haben.“

Mittwoch, 07.06.2017, 22:29 Uhr aktualisiert: 08.06.2017, 14:49 Uhr
Kulturamtsleiter Fred Wieneke mit dem jüngst aufgelegten Glasbild des Gemeindewappens, das Waldemar Mallek entworfen (oben rechts) und Jürgen Krause (Landesmuseum Münster) später überarbeitet hat (unten links).
Kulturamtsleiter Fred Wieneke mit dem jüngst aufgelegten Glasbild des Gemeindewappens, das Waldemar Mallek entworfen (oben rechts) und Jürgen Krause (Landesmuseum Münster) später überarbeitet hat (unten links). Foto: Hans Lüttmann

Früher, also ganz früher, als Ritter Kunibert in die Schlacht zog, achtete seine Kunigunde sehr genau darauf, dass er bloß sein Wappen nicht vergaß. Denn nur daran ließen sich Freund und Feind erkennen. Später wurde es schick, Familienstammbuch und Haustür mit Lindwürmern, Doppeladlern, zähnebleckenden Leuen, gewundenen Kreuzen, Schlüsseln oder schön geranktem Pflanzenwerk zu dekorieren. Wappen sind und waren wortlose Ausweise; so sind auch kommunale Wappen zu verstehen: als symbolhafte Darstellungen oder Andeutungen typischer Eigenarten und Merkmale dieser oder jener Stadt- oder Dorfgemeinschaft.

Der Saerbecker Gemeinderat beschloss in der Sitzung vom 26. September 1974 die Einführung des Wappens. Mit der Ausarbeitung beauftragte man den Heraldiker Waldemar Mallek aus Münster. Er war Grafiker, Buchillustrator, Exlibris-Gestalter und überaus fleißiger Heraldiker. Jürgen Krause war über 25 Jahre lang für das LWL-Museum in Münster tätig.

Die Farben Rot und Gelb nehmen Bezug auf das Wappen der Grafen von Cappenberg, die im Mittelalter Inhaber des Oberhofes Saerbeck („curtis sorbeke“) waren. Die beiden Wellenbänder versinnbildlichen Ems und Glane, und die drei Ginsterblumen (Unwissende halten sie für Runkelrüben) weisen auf die frühere Heidelandschaft um Saerbeck hin.

Um sich bei verdienten Bürgern zu bedanken, kann Bürgermeister Roos so einiges aus dem Rathausschrank holen: die Medaille „Curtis sorbeke“, die beliebten Andreas-Gorke-Drucke, die Ehrenamtskarte, eine Anstecknadel mit Wappen und blauem Klimakommunen-Signet, für Sportler den Paul-Beckschwarte-Preis, ganz selten die Ehrenbürgerwürde – und jetzt also auch das Saerbecker Dankeschön in eingefasstem Glas.

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