Saerbecker Bildhauer müssen einstweilen im stillen Kämmerlein hämmern
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Saerbeck -

Seit 2009 leitete der jüngst wiedergewählte erste Vorsitzende Kurt Kösters gemeinsam mit Hans Zinke regelmäßig Bildhauerkurse, die auch überregional auf große Resonanz stießen. Bis zu seinem Abriss im Oktober 2013 fanden im Haus Buck in der Ortsmitte zahlreiche Ausstellungen und Kunstevents statt, so dass die Bildhauerei in Saerbeck quasi ein Zuhause hatte. Wegen fehlender Räume seien seitdem Aktivitäten in diesem Bereich fast unmöglich, hieß es von Seiten des Vereins.

Donnerstag, 08.06.2017, 22:45 Uhr aktualisiert: 11.06.2017, 15:09 Uhr
Der harte Kern der Skulpturenmeister: Kurt Kösters, Hans Zinke und Brigitte Dolle.
Der harte Kern der Skulpturenmeister: Kurt Kösters, Hans Zinke und Brigitte Dolle. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Die Welt der Skulpturen, die Sprache der Steine sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Saerbecker Kunstvereins und nicht zuletzt eine Herzensangelegenheit seiner Mitglieder.

Seit 2009 leitete der jüngst wiedergewählte erste Vorsitzende Kurt Kösters gemeinsam mit Hans Zinke regelmäßig Bildhauerkurse, die auch überregional auf große Resonanz stießen. Bis zu seinem Abriss im Oktober 2013 fanden im Haus Buck in der Ortsmitte zahlreiche Ausstellungen und Kunstevents statt, so dass die Bildhauerei in Saerbeck quasi ein Zuhause hatte. Wegen fehlender Räume seien seitdem Aktivitäten in diesem Bereich fast unmöglich, hieß es von Seiten des Vereins. Zurzeit werden noch Gespräche mit der Gemeinde geführt, wobei auch deren Platzkontingent beschränkt ist, wie Fred Wienecke aus dem Rathaus schon mal verlauten ließ.

Momentan hämmert also jeder in seinem stillen Kämmerlein oder im Garten, zumindest der harte Kern der Skulpturenmeister, Kurt Kösters, Hans Zinke und Brigitte Dolle. Alle drei hatten so ihren ganz eigenen Weg, zu dieser Kunstform zu finden. Bei Kösters war es ein hölzerner Kiepenkerl, den er 1975 auf einem Spaziergang entdeckte. Schnell entschied er: „Das kann ich doch selbst.“ Das Ergebnis steht noch heute in seinem Wintergarten. Seitdem hat er über 70 Objekte geschaffen, viel Abstraktes, aber auch viel Gegenständliches, das er in zahlreichen Ausstellungen präsentiert hat.

Hans Zinke, ehemaliger Elektriker, entdeckte seine Leidenschaft für die Arbeit mit Steinen, als er 2002 einen Brunnen für seine Tochter aus Ibbenbürener Sandstein baute. Danach kam er mit dem Verein Matopos und afrikanischer Kunst in Kontakt, besuchte Lehrgänge und schuf über 200 Skulpturen, die er auch in Ausstellungen zeigte

Brigitte Dolle, die eigentlich Malkurse leitet, trieb die Neugier in Kösters Workshop, wo sie einen Kopf aus Opal machte. „Jeder Stein hat eine Geschichte, die man nur entdecken muss“, erklärte sie fast träumerisch. „Mit dem Stein sprechen“ heißt das in der intuitiven Bildhauerei. Damit der Kunstverein auch weiterhin die Steine sprechen lassen und Workshops anbieten kann, bleibt zu hoffen, dass möglichst bald adäquate Räume gefunden werden.

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