NaBU teilt noch mal gegen Saerbeck aus
Gericht stoppt Bauarbeiten

saerbeck/Münster -

Mit Beschluss vom 6. Juni hat das Verwaltungsgericht Münster den Bau von sechs Windkraftanlagen im Sinninger Feld gestoppt. Das Gericht ist in seiner Beurteilung zu der Einschätzung gelangt, dass die durch den Kreis Steinfurt erteilte Genehmigung zur Errichtung der Windräder gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt.

Donnerstag, 08.06.2017, 14:49 Uhr aktualisiert: 09.06.2017, 14:45 Uhr
Windräder auf Grevener Gebiet. In Saerbeck gibt es Probleme.
Windräder auf Grevener Gebiet. In Saerbeck gibt es Probleme. Foto: Günter Benning

Gisbert Lütke, Geschäftsführer des NABU Kreisverbandes Steinfurt, zeigt sich in einer Pressemitteilung erfreut darüber, dass das Gericht damit der Argumentation der Naturschützer folge. Wie Lütke weiter ausführt, hätten die Naturschützer immer wieder auf das „deutlich erhöhte Tötungsrisiko von im Bestand bedrohten Vogelarten wie den Brachvogel, Kiebitz, Feldlerchen und Weiteren in der Nachbarschaft eines Vogelschutzgebietes hingewiesen“. Den Ausführungen des Gerichtes folgend, habe die Kreisverwaltung Steinfurt als Genehmigungsbehörde nur unzureichende Maßnahmen ergriffen, um das Tötungsrisiko zu minimieren.

Weiterhin bemängelt das Verwaltungsgericht, dass die in der Genehmigung geforderten, funktionsfähigen Ausgleichsflächen offensichtlich mit Duldung der Genehmigungsbehörden nicht bis zum Baubeginn erstellt worden seien. Lütke: „Insbesondere die von den Projektierern und der Verwaltungsspitze in Saerbeck betriebene Beschleunigung des Verfahrens hat diese Mängel verursacht hat. Bürgermeister Roos hat ohne Not den jahrelang akzeptierten Konsens mit dem Naturschutz aufgekündigt und die aktuelle Entwicklung mutwillig herbeigeführt.“

Gisbert Lütke geht davon aus, dass bei zukünftigen Planungen zum Ausbau der Windenergie die vor Jahren getroffenen Artenschutzvereinbarungen wieder eine höhere Gewichtung erfahren: „Wir sind dialogbereit – aber eben nicht um jeden Preis.“ Franz Niederau, Bauamtsdezernent des Kreises, kündigte am Telefon an, weitere Schritte „in Ruhe abzuwägen“.

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