Zehntklässler liefern sehr überzeugende Version von Peter Reuls Jugenddrama „Zero“
Gerappt, gemobbt und abgeschleppt

Saerbeck -

Alles da, was Theater von Schülern für Schüler – und Eltern – braucht: Rund 20 Rollen, gute Rap-Musik, Partyszenen und Themen, die zur Lebenswelt von Teenagern gehören. Weil Peter Reuls Jugenddrama „Zero“ vor dem Hintergrund einer Schulabschlussparty spielt, wundert es nicht, dass sich die Zehntklässler des Darstellen-und-Gestalten-Kurses der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) genau dieses Stück ausgesucht haben für ihren letzten Auftritt. Für sie waren die beiden Aufführungen am Donnerstag vormittags für Mitschüler und abends für Eltern zugleich die Abschlussprüfung.

Freitag, 09.06.2017, 14:45 Uhr aktualisiert: 11.06.2017, 15:09 Uhr
Party, Party  nach den Abschlussprüfungen: Alle sind gut drauf, auch dank der Droge „Zero“, doch das üble Ende naht. Rechts: Selbst gemachte Musik, hier ein hübsch hintergrundbeleuchteter Rap, hatten die Zehntklässler des Darstellen-und-Gestalten-Kurses bei ihrem Theater zu bieten.
Party, Party  nach den Abschlussprüfungen: Alle sind gut drauf, auch dank der Droge „Zero“, doch das üble Ende naht. Rechts: Selbst gemachte Musik, hier ein hübsch hintergrundbeleuchteter Rap, hatten die Zehntklässler des Darstellen-und-Gestalten-Kurses bei ihrem Theater zu bieten. Foto: Alfred Riese

Von ihnen selbst seit den Herbstferien gekürzt, bearbeitet und inszeniert, zeigten die Schüler gut 70 Minuten lang Einblicke in das Sozialverhalten von Abschlussschülern, die wohl so fern der Wirklichkeit nicht liegen. Die Cliquen reiben sich aneinander, es wird gemobbt und abgeschleppt. Eindrücklich und mit zunehmender Deutlichkeit arbeiteten die textsicheren Darsteller den Kontrast zwischen den angesagten Gruppen der Konsum-Kids und Außenseitern heraus, zwischen den Töchtern aus reichem Haus und der Streberin und dem „Neuen“. Sie zelebrierten Schulprobleme und lieferten in der Disziplin des Synchron-Handy-Zückens eine beachtliche Leistung ab.

Gut platziert und inhaltlich sinnvoll war die selbst gemachte Musik, unter anderem ein sehr schön mit Taschenlampen hintergrundbeleuchteter Rap. Schmink- und Klamottentipps gab es ebenso reichlich wie herrliche Lästereien über das Aussehen und den einen oder anderen Insider-Gag.

Wie leicht und schnell die Melange in dem Stück in Drogenmissbrauch münden kann – das präsentierten das spielfreudige Ensemble sozusagen en passend, bis alle nach der Gruppen-Choreografie zum Partytanz ihre Portion der titelgebenden Droge „Zero“ („macht uns zum Hero“) intus hatten. Sehr realistisch die Darstellung der verkaterten Partygäste am nächsten Morgen, die nur mit gut gespielter Mühe hochkamen.

Bis auf Käthe, die lag im Koma. Bei der Polizeivernehmung dann wieder Einigkeit: Keiner sagt was.

Nach der von den Zuschauern lautstark herbeigeklatschten Zugabe kam DuG-Lehrerin Sabine Ebbing endlich dazu, auszurufen: „Ich finde die ganze, aus dem Jahrgang zusammengewürfelte Gruppe total toll.“ Text, Technik, Musik, Schauspielerei, Bühnenbild – „das ist ja das Schöne am Fach Darstellen und Gestalten: dass jeder machen darf, was er gut kann.“

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