Junge Litauerin im Dorf
Sprachpraxis besser als Unterricht

Saerbeck -

Mitunter schließen sich plötzlich Kreise, in diesem Fall über eine Generation, mehrere Ländergrenzen und einige tausend Kilometer hinweg. Das vollbrachte Agnete Vonheim mit einem Besuch in Saerbeck; dabei wollte die 15-Jährige, die zwischen Norwegen und Litauen pendelt, eigentlich nur ihr Deutsch verbessern.

Mittwoch, 26.07.2017, 18:09 Uhr
Die zweite Generation der Partnerschaft Rietavas-Saerbeck, sozusagen: Agnete Vonheim (links) und ihre Saerbecker Gastgeberin Linna.  
Die zweite Generation der Partnerschaft Rietavas-Saerbeck, sozusagen: Agnete Vonheim (links) und ihre Saerbecker Gastgeberin Linna.   Foto: red

Agnete war schon einmal hier, vor etwas mehr als 15 Jahren, als ihre Mutter mit ihr schwanger war. Dangira Damulyte-Vonheim zählte zu den Menschen der ersten Stunde, als vor rund 20 Jahren die Gemeindepartnerschaft zwischen Saerbeck und Rietavas in Litauen vorbereitet wurde. Sie hatte in Greifswald Deutsch studiert, sprach es fließend, kam mit den ersten Besuchern aus dem baltischen Örtchen in das partnerschaftswillige Saerbeck und übersetzte die ersten Gespräche. Ihr letzter Besuch in Saerbeck war während der Schwangerschaft.

Der Kontakt besonders mit Familie Schweighöfer, die sehr rege in der Partnerschaft mit Rietavas ist, blieb. Dangiras Familie war Gastgeber für Besucher aus Saerbeck in Rietavas. Und die Schweighöfers besuchten auch die zweite Familienheimat von Agnete bei ihrem Vater in Alta in Norwegen, gut 200 Kilometer südlich des Nordkaps, bekannt wegen seiner Steinzeit-Zeichnungen.

Dort fand Dangira, dass ihre Tochter einen Aufenthalt in Deutschland braucht, damit sie ihre Sprachkenntnisse ausbauen kann.

Und wenn man gut vernetzte Leute fragt, klappt es auch. Agnete kam bei der Familie der etwa gleichaltrigen Linna unter. Mutter Dangira nutzte die Gelegenheit, die Tochter nach Saerbeck zu begleiten und alte Bekanntschaften aufzufrischen.

Agnete besuchte einen Monat lang mit Linna das Gymnasium Martinum in Emsdetten, und auch sonst hatten die Beiden keine Langeweile. „Ich fand‘s gut“, meinte Linna am Ende. Agnete bescheinigte sich selbst, sie verstehe jetzt die wichtigsten deutschen Wörter und Sätze viel besser als nur durch reinen Schulunterricht.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5036367?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F
Nachrichten-Ticker