Partnerschaft mit Rietavas
9000 Euro für Akut-Hilfe

Saerbeck -

Mitunter erscheint die Gemeindepartnerschaft von Saerbeck mit dem litauischen Rietavas wie der kleine Bruder der Beziehung mit Ferrieres in Frankreich. Der Partnerschaftsverein ist allerdings rege und gibt hier einen Überblick:

Mittwoch, 26.07.2017, 16:13 Uhr
Gelebte Partnerschaft: Die „Rietavas-Radler“ Hansi König (vorne) und Heribert Diesel machten sich im Jahr 2011 zum Zehnjährigen der Gemeindepartnerschaft im Sattel auf den 1600 Kilometer langen Weg nach Litauen.  
Gelebte Partnerschaft: Die „Rietavas-Radler“ Hansi König (vorne) und Heribert Diesel machten sich im Jahr 2011 zum Zehnjährigen der Gemeindepartnerschaft im Sattel auf den 1600 Kilometer langen Weg nach Litauen.   Foto: Alfred Riese

„Wie wichtig auch heute noch die Spenden für Rietavas in Litauen sind, zeigt der neueste Bericht. Litauen hat zwar den Euro, was dem größten Teil der Bevölkerung aber wenig hilft. Die berufliche und soziale Situation ist sehr schwierig. Der Mindestlohn dort beträgt 380 Euro, doch die Grundnahrungsmittel sind ähnlich teuer wie in Deutschland. Viele Familien leben am Existenzminimum und hungern. Immer mehr Jugendliche verlassen deshalb das Land, um mit dem andernorts verdienten Geld ihre Eltern zu unterstützen.

Saerbecker Bürger spenden seit Jahren hohe Geldbeträge. Auch Anfang diesen Jahres wurden 9000 Euro nach Rietavas überwiesen und dem Altenheim sowie dem Sozialfond zugeteilt. Dafür dankt der Verein allen Spendern.

Das Altenheim konnte endlich die stark abgenutzte Küche ersetzen. Mit 1000 Euro wurde eine Familie bedacht, deren Sohn einen Unfall hatte und seitdem Querschnittsgelähmt ist. Sie brauchen das Geld für Fahrten zu Arzt und Krankenhaus, für Medikamente, behindertengerechte Anlagen und ähnliches.

Einmal im Jahr gibt die Sozialarbeiterin von Rietavas, Jolita Alseikiene, einen Bericht über die Verwendung des Sozialfonds. Einige Beispiele für 2016: Die Mutter eines 17-jährigen Jungen mit angeborenem Herzfehler, dessen Vater 2016 verstarb, bekam 200 Euro für Krankenfahrten, Kleidung und ähnliches. Eine allein stehende Frau mit einen 14-jährigen, geistig behinderten und an Epilepsie leidenden Sohn bekam 1000 Euro. Sie kann wegen der Pflegebedürftigkeit ihres Sohnes nicht arbeiten. Inklusive Sozialhilfe hat sie nur 336 Euro im Monat zur Verfügung. Da der Sohn in einem zehn Kilometer entfernten Ort eine Beschäftigungsgruppe besucht, braucht die Mutter Geld für Transporte, zusätzlich für Medikamente.

Eine andere Familie, in der die Mutter behindert ist und der Vater nur 600 Euro im Monat verdient, hat ein Kind, dem 2016 eine Niere transplantiert wurde. Nach dieser Operation müssen sie unter anderem alle zwei Wochen ins 200 Kilometer entfernte Vilnus zur Nachsorge. Sobald das Kind Fieber hat, muss es sofort ins Krankenhaus. Hier wurden 900 Euro als Fahrkostenzuschuss gegeben.

Auf dem Saerbecker Adventsmarkt (24. und 25. November) bietet der Partnerschaftsverein Rietavas-Saerbeck wieder selbst gebundene Adventskränze an, der Erlös der Aktion fließt nach Rietavas. Der Partnerschaftsverein hofft auch im Jahr 2017 auf eine großzügige Spendenhilfe“, schließt der Bericht des Vereins.

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