Harley-Davidson
La mia Bestia – ein Tier auf Rädern

Saerbeck -

Wenn er mit leuchtenden Augen von seinem „Schmuckstück“ spricht, meint er damit nicht seine geliebte Frau Loredana. Vielmehr handelt es sich um ein vierhundert Kilo schweres Raubtier auf zwei Rädern, „la mia Bestia“ nennt Paolo Calzavara sein Motorrad auch liebevoll. Es ist aber nicht irgendein Bike, das er als „Mein Lieblingsding“ tituliert, sondern eine Harley-Davidson Fat Boy Special.

Montag, 31.07.2017, 22:21 Uhr aktualisiert: 01.08.2017, 08:23 Uhr
Paolo Calzavara auf seinem Lieblingsding, der Harley-Davidson Fat Boy Special, die er „la mia Bestia“ nennt.
Paolo Calzavara auf seinem Lieblingsding, der Harley-Davidson Fat Boy Special, die er „la mia Bestia“ nennt. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

„Es ist schön, groß, voluminös, ein richtiges Tier eben, das man zwischen den Beinen hat“, erklärt er den Kosenamen mit einem schwärmerischen Unterton. Mit seinem 1,7 Liter-Motor, 89 PS, massiven Leichtmetall-Scheibenrädern, riesigem Chrom-Scheinwerfer und reinen Stahlfelgen zählt Calzavaras „Fat Boy“ zu den richtig schweren Maschinen, die Macht und Autorität ausstrahlen: „Das ist eben etwas für richtig harte Männer“, dabei muss der Maestro der Saerbecker Eiskreationen selbst ein wenig grinsen.

Berühmtheit erlangte das Fabrikat 1991 durch den Kinofilm „Terminator 2“ , in dem Arnold Schwarzenegger mit seiner Hilfe die Welt rettete. Während Arnie heroisch über die Leinwand rollte, war das Motorradfahren für den sportlichen Italiener von jeher das Größte. „Ich steige auf, fahre los, habe diese Luft von Freiheit in der Nase und vergesse dabei komplett meinen Alltag und meine Sorgen. Ich brauche das wie Pasta“, versichert er.

Dabei ist „cool cruisen statt rasen“ zu seinem Motto geworden. Über 20 Motorräder waren bislang in seinem Besitz, darunter eine ganze Palette an Ducati-Geschossen, wie etwa die Modelle 748, 916, 998, 900 SS und viele mehr. Oft ist er schneller als mit 300 km/h unterwegs gewesen, doch mittlerweile möchte der 61-Jährige doch etwas gemütlicher durch die Gegend fahren.

Mit seinem stets blitzeblank geputztem „Fat Boy“, dessen Auspuffrohre in der Sonne glänzen, sorgt er immer für einen besonderen Auftritt. Vor allem, wenn er seine Maschine anlässt. Statt schnurrendem Kätzchen kommt dann eher ein gewaltiger Tiger zum Vorschein. Falls sich schon mancher gefragt hat, warum Calzavaras „Gelateria“ gerade mittwochs geschlossen hat, hier ist die Antwort.

Mittwochs gibt es in Marienfelde bei Gütersloh das größte Biker-Treffen der Region. Dafür wirft Paolo seinen Eislöffel in die Ecke, schmeißt sich in seine Lederkluft und macht sich auf den Weg. Dieser Termin ist ihm heilig. „Mein Vater hat einfach Benzin im Blut“, sagt Sohn Manuel und dürfte wohl ganz richtig liegen.

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