Rechtsstreit ums Sinninger Feld gütlich beigelegt
Nabu-Klage gegen Windräder ist vom Tisch

Saerbeck -

Der Rechtsstreit ums Sinninger Feld ist gütlich beigelegt, die Nabu-Klage vom Tisch. Die Arbeiten an sechs Windrädern können nächste Woche wieder aufgenommen werden.

Donnerstag, 03.08.2017, 06:12 Uhr aktualisiert: 03.08.2017, 08:14 Uhr
Nachdem sich Nabu, Sinninger Windpool und die betroffenen Landwirte außergerichtlich geeinigt haben, können auf dem Sinninger Feld nun wie geplant sechs Windräder gebaut werden, schon nächste Woche werden die Arbeiten wieder aufgenommen.
Nachdem sich Nabu, Sinninger Windpool und die betroffenen Landwirte außergerichtlich geeinigt haben, können auf dem Sinninger Feld nun wie geplant sechs Windräder gebaut werden, schon nächste Woche werden die Arbeiten wieder aufgenommen. Foto: Colourbox

In einer Pressemitteilung des Nabu NRW ist dazu unter anderem dieses Statement zu lesen: „Das in der Nachbarschaft des Naturschutzgebietes „Haverforths Wiesen“ befindliche Sinninger Feld gehört im Kreis Steinfurt zu den wichtigen Rückzugsräumen für den in den zurückliegenden Jahren immer seltener werdenden Kiebitz, den Großen Brachvogel sowie weitere gefährdete Vogelarten wie die Feldlerche. Um die Funktionsfähigkeit dieser Rückzugsräume zu erhalten, sah sich der NABU zur Inanspruchnahme gerichtlichen Rechtsschutzes veranlasst, als der Kreis der Windpool Sinningen die Genehmigung zur Errichtung von sechs Windenergieanlagen in diesem Landschaftsraum erteilte.“

Nachdem das Verwaltungsgericht Münster einem Eilantrag des NABU an das Oberverwaltungsgericht stattgegeben hatte, setzten sich alle Betroffenen an einen Tisch und entwickelten „in intensiven und von allen Seiten konstruktiv geführten Gesprächen“, wie es heißt, folgende Lösung: Neben Kompensationsleistungen, die insgesamt eine Fläche von rund 41 Hektar umfassen, verständigten sich die Windpool Sinningen, die Landwirte und der NABU unter dem Leitgedanken „Arbeitskreis Wiesenvogelschutz“ auf ein gemeinsam getragenes Schutzkonzept. Dafür wird der Windpool Sinningen jährlich 20 000 Euro aufbringen. Es zielt darauf ab, den Reproduktionserfolg des Großen Brachvogels und des Kiebitzes zu erhöhen. Zu diesem Zweck sollen ab dem Jahr 2018 in einem rund 245 Hektar großen Projektgebiet auf all jenen Flächen, auf denen die genannten Vogelarten zu brüten beginnen, Nistschutzzonen eingerichtet werden, die den Vögeln die Möglichkeit bieten, ihre Jungen erfolgreich aufzuziehen.

Für etwaige Bewirtschaftungserschwernisse wird die Windpool Sinningen die mitwirkenden Landwirte entschädigen.

Auf dieser Grundlage haben die Beteiligten die gerichtliche Auseinandersetzung gütlich durch einen gerichtlichen Vergleich beigelegt. Sie kündigen an, künftig in enger Kooperation und unter Einbezug sowohl der Jägerschaft als auch der Biologischen Station des Kreises Steinfurt daran zu arbeiten, den ökologischen Wert des Sinninger Feldes als Rückzugsraum für gefährdete Vogelarten der Agrarlandschaft weiter zu erhöhen, damit Brachvogel, Kiebitz und Co. dort dauerhaft einen für sie geeigneten Lebensraum finden. 

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