Weltweite Kunstaktion: Caritas lädt Saerbecker ein, über ihr Leben und ihren Tod nachzudenken
Was am Ende wirklich zählt

Saerbeck -

Was zählt im Leben wirklich? Und was sollte vor dem Tod noch unbedingt erledigt werden? Mit diesen Fragen können sich die Menschen in Saerbeck, Emsdetten und Greven in den kommenden Wochen auseinandersetzen. Die Bürger sind aufgefordert, auf einer öffentlich zugänglichen Tafel diesen Satz zu vervollständigen: „Bevor ich sterbe, möchte ich...“ „Die Wand ist eine Einladung an alle Menschen, ihr Leben zu reflektieren“, sagt Petra Krumböhmer, die mit Maria Lüke das Projekt im Caritasverband betreut.

Montag, 21.08.2017, 22:12 Uhr aktualisiert: 21.08.2017, 22:20 Uhr
Caritas-Vorstand Bernward Stelljes (v.l.),  Projekt-Koordinatorinnen Maria Lüke und Petra Krumböhmer sowie Fachbereichsleiter Ansgar Kaul haben schon viele Ideen gesammelt. Sie freuen sich auf das, was die Menschen in Saerbeck Emsdetten und Greven an die Tafel schreiben werden.
Caritas-Vorstand Bernward Stelljes (v.l.),  Projekt-Koordinatorinnen Maria Lüke und Petra Krumböhmer sowie Fachbereichsleiter Ansgar Kaul haben schon viele Ideen gesammelt. Sie freuen sich auf das, was die Menschen in Saerbeck Emsdetten und Greven an die Tafel schreiben werden. Foto: Caritas

Was zählt im Leben wirklich? Und was sollte vor dem Tod noch unbedingt erledigt werden? Mit diesen Fragen können sich die Menschen in Saerbeck, Emsdetten und Greven in den kommenden Wochen auseinandersetzen.

Die Bürger sind aufgefordert, auf einer öffentlich zugänglichen Tafel diesen Satz zu vervollständigen: „Bevor ich sterbe, möchte ich...“ „Die Wand ist eine Einladung an alle Menschen, ihr Leben zu reflektieren“, sagt Petra Krumböhmer, die mit Maria Lüke das Projekt im Caritasverband betreut.

In der Zeit vom 25. August bis zum 15. September wird die rund zweimal zwei Meter große Tafel aufgestellt. Wer sich angesprochen fühlt, kann während dieser Zeit auf der Tafel notieren, was er tun möchte, bevor er stirbt. Die Projektidee stammt ursprünglich von Candy Chang. Nachdem sie eine gute Freundin verloren hatte, wollte sie 2011 ihre Lebensperspektiven zurückgewinnen und Trost bei ihren Nachbarn finden. Aus dieser Laune heraus hängte sie eine Tafel mit dem Satz „Before I die“ (bevor ich sterbe) an die Hauswand, legte ein Stück Kreide dazu – und freute sich schon einen Tag später über eine ganze Hauswand voller Ideen.

„Viele Menschen hegen Träume und Wünsche. Einmal die Polarlichter in Norwegen sehen, zum Beispiel. Aber es fehlt an Zeit oder Geld, sich diese Wünsche zu erfüllen. Und irgendwann ist es zu spät“, erläutert Petra Krumböhmer, Leiterin des ambulanten Hospizdienstes Emmaus des Caritasverbandes. Dabei machen sich die Menschen oft kaum Gedanken darüber, dass jedes Leben einmal zu Ende geht – und nicht jeder Mensch alt wird. „Die Menschen schieben das Thema Tod weit weg“, so Petra Krumböhmer.

Das erleben die rund 70 ehrenamtlichen Mitarbeiter im Hospizdienst immer wieder. Seit genau 20 Jahren begleiten Frauen und Männer unter dem Dach des Caritasverbandes schwerstkranke und sterbende Menschen. „Wir haben dieses Jubiläum zum Anlass genommen, um mit dem Thema Tod gezielt nach außen zu gehen“, sagt Petra Krumböhmer. Dabei sind die Initiatoren der Aktion „Bevor ich sterbe, möchte ich...“ überzeugt, dass sich das Mitmachen für jeden Menschen lohnt. „Es ist eine gute Aktion, sich vor Augen zu führen, was man wirklich will“, erklärt Maria Lüke.

Zudem erhoffen die Veranstalter, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen über das, was sie in ihrem Leben erreichen oder sein möchten. Nicht unbedingt an der Tafel, „denn da ist eher Anonymität gefragt“, ist Maria Lüke überzeugt. Deshalb sollten Teilnehmer ausdrücklich keinen Namen an ihre Aussage schreiben. „Aber wenn die Menschen sich zum Beispiel zu Hause in der Familie oder am Arbeitsplatz mit Kollegen darüber unterhalten, was sie vor ihrem Tode noch erleben möchten, dann hat die Aktion ihren Sinn erfüllt“, sagt Petra Krumböhmer.

Maria Lüke und Petra Krumböhmer werden die Tafel regelmäßig in Augenschein nehmen und abfotografieren, um die Ergebnisse festzuhalten. „Wenn die Tafel voll ist, wird sie einfach abgewischt, um Platz für neue Gedanken zu schaffen“, so Petra Krumböhmer.

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