Neubau der Kanalbrücke Lengericher Damm hat endlich begonnen
Die alte Dame kommt in den Ofen

Saerbeck -

Jetzt geht es tatsächlich los, ein Bagger reißt widerborstige Baumstumpen aus der Erde und bereitet die Fläche die Großbohrpfahlgründungen und die neuen Widerlager vor. Danach wird der Stahlüberbau eingeschwommen und auf der östlichen Kanalseite, von Saerbeck aus gesehen rechts, montiert. Anschließend werden die Straßentrampen an die neue Brücke angeschlossen. Der Brückenbau liegt ganz in der Verantwortung des Wasser- und Schifffahrtamtes in Rheine, die Radwege baut zu Schluss der Kreis Steinfurt.

Donnerstag, 24.08.2017, 22:27 Uhr aktualisiert: 25.08.2017, 14:59 Uhr
Ja, es geht tatsächlich los:  Ein Bagger reißt die Baumstumpen aus dem Boden und bereitet die Fläche für den Neubau der kanalbrücke „102 Lengericher Damm“ vor.
Ja, es geht tatsächlich los:  Ein Bagger reißt die Baumstumpen aus dem Boden und bereitet die Fläche für den Neubau der kanalbrücke „102 Lengericher Damm“ vor. Foto: Günter Benning

Einen oder zwei Geburtstage wird sie wohl noch schaffen, aber im Frühjahr 2019 wird die Kanalbrücke „102 Lengericher Damm“ endlich abmontiert, in den Hochofen geschoben und eingeschmolzen. Und es wird wirklich Zeit für einen Neubau, denn die schon über 80 Jahre alte Dame ächzt schon seit Langem unter der Verkehrslast, die sie nur noch auf einer Spur ertragen kann.

Aber jetzt geht es tatsächlich los, ein Bagger reißt widerborstige Baumstumpen aus der Erde und bereitet die Fläche die Großbohrpfahlgründungen und die neuen Widerlager vor. Danach wird der Stahlüberbau eingeschwommen und auf der östlichen Kanalseite, von Saerbeck aus gesehen rechts, montiert. Anschließend werden die Straßentrampen an die neue Brücke angeschlossen. Der Brückenbau liegt ganz in der Verantwortung des Wasser- und Schifffahrtamtes in Rheine, die Radwege baut zu Schluss der Kreis Steinfurt.

Die alte Brücke bleibt in der jetzigen Form in Betrieb. Der Abbruch erfolgt nach der Verkehrsumlegung auf die neue Brücke. Für die Gesamtmaßnahme ist eine Bauzeit von 19 Monaten veranschlagt. Die geplanten Baukosten betragen 4,9 Millionen Euro. Fuß- und Radwegeumleitungen für die Betriebswege werden nach Baufortschritt vor Ort ausgeschildert, informieren die Brückenbauer aus Rheine, die mit den Arbeiten das erfahrene Unternehmen Amand aus Ratingen beauftragt; das hat Fachleute, die schon etliche Deiche, Autobahnen und Brücken gebaut haben.

Fährt man den Lengericher Damm hinunter, taucht nach einigen Kurven und einer langgezogenen Geraden hinten die alte rostige Dame auf. Als Brücke Nummer 102 „Lengericher Damm“ kreuzt sie – seit Langem nun schon einspurig und ampelüberwacht – den Dortmund-Ems-Kanal bei Kilometer 94,5. Ihre Geschichte begann im Jahr 1936: Die genietete Stabbogenbrücke, eine damals übliche Bauweise, wurde während des Zweiten Weltkrieges zum Teil zerstört und in den Jahren 1947/1948 wieder instand gesetzt. 1976 bekam sie beidseitig Fußwege und wurde deswegen verbreitert.

Jetzt rückt das Ende ihrer Dienstzeit näher, und sie wird wohl bald ins Eisenhütten-Fegefeuer geworfen, um ein ganz anderes, ganz neues Leben zu beginnen. Oder es findet sich schon jetzt ein Interessent; denn Projektleiter Hubert Smit fragte am Telefon: „Die Brücke schieben wir in den Ofen; oder möchten Sie die haben?“ Wer ein Plätzchen für die alte Dame hat, einfach mal anrufen.

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