Wie Brigitte Cramer den Sevillanas und Alegrias verfiel
Flamenco Andaluz: Getanzte Leidenschaft

Saerbeck -

„Mein Lieblingsding“, wie Brigitte Cramer ihr Hobby selbst tituliert, ist demnach keine Sache oder irgendein Gegenstand. „Flamenco ist für mich Ausdruck reiner Lebensfreude, aber auch von Kummer oder Leid. Hier kommt es nicht auf Schönheit oder Präzision an. Die enorme Intensität ist wichtig. Von der Oma bis zum Säugling tanzen in Andalusien alle zusammen, egal welcher sozialen Schicht sie angehören“, erläutert die Saerbeckerin voller Enthusiasmus.

Donnerstag, 21.09.2017, 22:13 Uhr aktualisiert: 26.09.2017, 15:47 Uhr
Tupfenkleid,  Tanzschuhe und die rote Rose im Haar gehören für Brigitte Cramer genauso zum Flamenco wie die korrekte Tanzhaltung.
Tupfenkleid,  Tanzschuhe und die rote Rose im Haar gehören für Brigitte Cramer genauso zum Flamenco wie die korrekte Tanzhaltung. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Pure Emotion, Liebe, Tod und Schmerz vereint in einem Tanz, das alles macht den feurigen „Flamenco“ aus. So sieht es jedenfalls die erfolgreiche Geschäftsfrau Brigitte Cramer, Besitzerin von „Gittis Mode & Schmuck“, die sich nicht nur mit eleganten Kleidern und Abendroben bestens auskennt, sondern ihre Leidenschaft für diesen andalusischen Tanz vor etwa 15 Jahren entdeckt hat.

„Mein Lieblingsding“, wie sie ihr Hobby selbst tituliert, ist demnach keine Sache oder irgendein Gegenstand. „Flamenco ist für mich Ausdruck reiner Lebensfreude, aber auch von Kummer oder Leid. Hier kommt es nicht auf Schönheit oder Präzision an. Die enorme Intensität ist wichtig. Von der Oma bis zum Säugling tanzen in Andalusien alle zusammen, egal welcher sozialen Schicht sie angehören“, erläutert die Saerbeckerin voller Enthusiasmus.

Mit ihren dunklen Haaren und Augen, ihrem stolzen, aufrechtem Gang und schlanker Silhouette, alles in allem eine bildschöne Frau, würde sie ohne Weiteres als Spanierin durchgehen. Erst recht, wenn sie ihr Tanzkleid anzieht und die typische Flamenco-Haltung annimmt. So ist sie eben, durch und durch authentisch, egal, was sie macht. Angefangen hat alles im Urlaub, in dem kleinen, verträumten andalusischen Ort „Chiclana de la Frontera“. Dort präsentierten verschiedene Tanzschulen während eines Volksfestes ihr Können, unter anderem „Sevillanas“, eine bestimmte Form des „Flamenco“. Ob alt oder jung, alle haben in ihren Tupfenkleidern mitgetanzt. „Das war so ein intensives Erlebnis, dass ich mir geschworen habe, ich lerne Spanisch und ich lerne diesen Tanz“, erinnert sich Brigitte Cramer ein wenig wehmütig. Gesagt, getan und einige Sprach- und Flamencokurse später tauchte sie jedes Jahr völlig in diese faszinierende Welt ein.

Die Ursprünge des „Flamenco“ gehen auf die Vokalmusik zurück. Jahrhunderte­lang wurden die „Gitanos“ (andalusische Roma), unterdrückt und brachten ihre Gefühle im „cante“, einem rauen, orientalisch anmutendem Gesang zum Ausdruck. Später kamen die Tanzschritte und Gitarrenbegleitung hinzu. Heute hat der „Flamenco“ mit seinen verschiedenen „Palos“ (Stilen), wie etwa den fröhlichen „Alegrias“ oder den verführerischen „Fandangos“ immer noch eine wichtige Bedeutung. Gilt er doch als Inbegriff getanzter Emanzipation und Toleranz. Brigitte Cramers Leben hat er jedenfalls bereichert. „Auf alle Fälle werde ich den Flamenco- Tanzworkshop am 21. bis 22. Oktober in Emsdetten besuchen“, freut sie sich jetzt schon. Wenn das mal nicht getanzte Leidenschaft ist.

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