Kämmerer sieht Saerbeck weiter auf gutem Weg / CDU kündigt Steuersenkungen an
Kassensturz ergötzt die Politik

saerbeck -

26 000 Euro hat es die Gemeindekasse gekostet, im Sommer Schädlingsexperten in die Bäume zu schicken und mit Bauhof und Feuerwehr dem Eichenprozessionsspinner den Garaus zu machen. Diese ungeplante Mehrausgabe in der Rubrik „Ratten- und Schädlingsbekämpfung“ haut den Kämmerer allerdings nicht um. Im Gegenteil: Nach dem Rekordüberschuss von mehr als drei Millionen Euro im Vorjahr „schließt sich der Verlauf der Haushaltswirtschaft 2017 nahtlos an“, bilanzierte Bürgermeister Wilfried Roos in der Ratssitzung am Donnerstag.

Freitag, 22.09.2017, 22:35 Uhr aktualisiert: 24.09.2017, 22:44 Uhr

Nach der „grundsätzlichen Kehrtwende in der Haushaltswirtschaft“, die Kämmerer Guido Attermeier für die Jahre 2015 und 2016 feststellt, bleibt Saerbeck auf einem gutem Weg. Für das laufende Jahr erwartet Kämmerer Guido Attermeier einen Überschuss von rund einer Million Euro. Die Gewerbesteuer legt demnach nochmals um drei auf 8,2 Millionen Euro zu.

Weil mit der hohen eigenen Steuerkraft die Schlüsselzuweisungen des Landes wegfallen, hängt die Kassenlage im Rathaus stark am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen in Saerbeck. Einen „soliden Puffer“ habe die Gemeinde mit der bis Ende dieses Jahres voraussichtlich aus den Überschüssen wieder auf 5,2 Millionen Euro aufgefüllten Ausgleichsrücklage.

Die hohen Einnahmen und Überschüsse treiben die Umlagen für den Kreis Steinfurt und nachlaufend die Gewerbesteuerumlage an das Land in die Höhe. Deshalb erwartet Kämmerer Attermeier für 2018 bei grober Schätzung weiterhin ein Defizit, das er auf 0,8 Millionen Euro schätzt. Damit das eine vorübergehende Delle in der Aufwärtskurve bleibt, mahnt er weiter das Ziel einer ab 2019 dann „dauerhaft strukturell ausgeglichenen Haushaltswirtschaft“ an.

Angesichts dieser soliden Lage der Gemeindefinanzen dürfen die Saerbecker mit Steuersenkungen rechnen. Die CDU-Fraktion, das geht aus ihrem jüngsten Bericht hervor, prüft entsprechende Senkungen der Grund- und Gewerbesteuern. „In den vergangenen Jahren mussten wir harte Sparmaßnahmen durchsetzen“, erinnert CDU-Fraktionsvorsitzender Willebrandt daran dass die CDU sich die Senkung der Gemeindesteuern 2014 ins Wahlprogramm geschrieben hat. Daran werde man jetzt festhalten, „und wir wollen allen etwas zurückgeben.“ Wie große das „etwas“ sein wird, lässt Willebrandt noch offen. Saerbecks Landwirte hätten am liebsten eine Rücknahme der Steuererhöhungen aus 2011 und 2014, wie Clemens Leuermann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, am Telefon sagte: „Wir freuen uns, dass das jetzt so schnell geht und setzen darauf, dass auch die Landwirte davon profitieren.“

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