Die Wahl in Saerbeck
CDU: „Saerbeck hat geliefert“

Saerbeck -

Die Veränderungen in den Ergebnissen der Parteien fallen in Saerbeck weniger heftig aus als im Bund. Stärkste Kraft mit 45 Prozent der Zweitstimmen und trotz geringen Verlusten immer noch satten 53,5 für Anja Karliczek bleibt die CDU. Die FDP geht in Saerbeck noch kräftiger als im Bund durch die Decke, während die AfD deutlich weniger Zuspruch findet. Die Gemeindeverwaltung verzichtete wegen eines Virusverdachts im Computersystem zunächst auf die Online-Veröffentlichung der Ergebnisse.

Sonntag, 24.09.2017, 22:44 Uhr aktualisiert: 24.09.2017, 23:01 Uhr
An die Luft kamen die 1069 Wahlzettel im Wahllokal Bürgerhaus, als der Wahlvorstand die Urne um kurz nach 18 Uhr auskippte und mit dem Zählen begann.
An die Luft kamen die 1069 Wahlzettel im Wahllokal Bürgerhaus, als der Wahlvorstand die Urne um kurz nach 18 Uhr auskippte und mit dem Zählen begann. Foto: Alfred Riese

Die Verluste deutlich schwächer als im Bund, die Kandidatin Anja Karliczek weiter über 50 Prozent: Monika Schmidt, Ortsverbandsvorsitzende der CDU, zeigte sich am Sonntagabend „absolut zufrieden“ was das Ergebnis ihrer Partei vor Ort angeht. „Saerbeck hat geliefert“, stellte ihr Parteikollege Andreas Lindenblatt mit Blick auf das Erststimmenergebnis fest.

45,0 Prozent bei den Zweitstimmen, die über die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag entscheiden, das sind 5,6 Punkte weniger, während die Christdemokraten bundesweit in Hochrechnungen um 8,5 Punkte auf 33 Prozent abrutschen.

Die „Zäsur“, von der in ersten Analysen und Stellungnahmen im TV gesprochen wird, fällt in Saerbeck nicht so gravierend aus. Die Optionen für eine Regierungskoalition findet Monika Schmidt übersichtlich: „Nachdem Schulz nicht mehr will, bleibt uns nur noch Jamaika. Ich hoffe, dass ein solches Dreierbündnis stabil wird und wir die AfD entzaubern.“

Die AfD ist für die CDU-Vorsitzende dabei nicht nur ein Problem für Berlin. „Sind das die Enttäuschten? Wenn es um Ängste geht, muss man diese Menschen wieder abholen“, sind ihre ersten Reaktion auf 254 Zweitstimmen für die AfD in Saerbeck. Sie bedeuten 5,9 Prozent , was weit unter den Zahlen für den Bund liegt. Während die Ergebnisse für die fünf Wahlbezirke im Dorf eintrudelten, richteten sich die Blicke im kleinen Wahlstudio im Ratssaal immer wieder auf die AfD-Zeile – und die Gedanken auf die nächste Kommunalwahl, wie Ortspolitiker gestanden.

Für die SPD zeigte sich der Ortsverbandsvorsitzende Felix Wannigmann „zufrieden, dass die Verluste weniger stark ausgefallen sind als im Bund“, auch wenn er sich nach „dem gutem Wahlkampf unseres Kandidaten Jürgen Coße mehr ausgerechnet“ hatte. Die rasche Absage von SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz an eine Neuauflage der Großen Koalition findet er richtig, weil „die Groko die SPD nicht weitergebracht hat“. Wannigmann setzt für seine Partei auf die Opposition, einer Jamaika-Koalition gibt es keine vier Jahre. 1,9 Punkte Einbußen trotz jungem Kanditen statt leichtem Zugewinn wie im Bund: Herbert Breidenbach fehlt eine Erklärung für das Absacken der Grünen auf 7,0 Prozent. „Schade, dass die Themen Umwelt, Klima und Landwirtschaft in Saerbeck für uns nicht gezogen haben“, bedauerte er. Die FDP verpasste ihren Saerbecker Höhenflug: keiner da.

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