Wahlergebnisse vorsichtshalber nicht online gestellt
Rückfall ins Papierzeitalter

Saerbeck -

Es war nicht so, dass keine Nachfrage bestanden hätte. Nur liefern konnte die Gemeindeverwaltung die Ergebnisse der Bundestagswahl in Saerbeck online zunächst nicht. Im kleinen Wahlstudio im Rathaus wurden wie früher getackerte Papierstapel herumgereicht, einzelne Stimmenzahlen aus den Wahlbezirken via Smartphone geteilt oder gleich mündlich durchtelefoniert.

Montag, 25.09.2017, 15:22 Uhr aktualisiert: 26.09.2017, 15:47 Uhr
Online  sind die Ergebnisse der Bundestagswahl auf der Homepage der Gemeinde Saerbeck, hier die Zweitstimmen im Bürgerhaus, erst seit Montagmorgen.
Online  sind die Ergebnisse der Bundestagswahl auf der Homepage der Gemeinde Saerbeck, hier die Zweitstimmen im Bürgerhaus, erst seit Montagmorgen. Foto: Gemeinde Saerbeck

Anders ging es nicht, wenn man schnell wissen wollte, wie die Nachbarschaft ihre Kreuzchen gemacht hatte oder wie viel Unterstützung die CDU-Kandidatin in den Bauerschaften hat. „Virusverdacht“, wurde am Sonntagabend geraunt. Der Grund für diesen Rückfall ins Papierzeitalter war eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, erklärte Wahlleiter Jürgen Hölscher am Montag auf Nachfrage dieser Zeitung.

Da waren die Einzelergebnisse bereits ganz normal online. Hölscher verwies auf die öffentliche Diskussion über Sicherheitsaspekte des Programms „PC Wahl“, das auch im Saerbecker Rathaus verwendet wird. Ein Mitarbeiter habe deshalb geraten, hier auf Nummer sicher zu setzen und die Zahlen nicht während des Trubels am Wahlabend hochzuladen, um eventuellen plötzlichen Hackerangriffe kein Einfallstor zu bieten.

Diesem Vorschlag sei die Rathausspitze gefolgt. Der Preis für die unangekündigte Sicherheitsmaßnahme: enttäuschte Onlinenutzer und eine kurzzeitige Spitze bei den Kopierkosten.

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